Sohlgleite beim Wehr in Hölingen

Durchgängigkeit in Stufen

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Der Bagger (im Hintergrund) versetzte an der untersten Aufstiegsstufe Riegelsteine zu strömungsregulierenden Zwecken.

Hölingen - Von Jürgen Bohlken. Aus zwölf „Stufen“ besteht die etwa 70 Meter lange Fischaufstiegsanlage, die das Unternehmen Mittelweser Tiefbau aus Warpe beim Hölinger Wehr im Auftrag des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in die Hunte eingebaut hat.

Rund 400.000 Euro lässt sich das Land Niedersachsen die Maßnahme kosten. Sie dient der Verbesserung der ökologischen Durchgängigkeit und erfüllt damit eine Vorgabe der EU-Wasserrahmenrichtlinie. Über fünf Wochen haben sich die Arbeiten hingezogen. Im Beisein von Projektleiterin Helga Busse nahm die beauftragte Firma am Donnerstag eine letzte „Feinjustierung des Auslaufs“ vor. 

Ein Bagger versetzte an der untersten Aufstiegsstufe sogenannte Stör- oder Riegelsteine zu strömungsregulierenden Zwecken. Den Fischen soll das Überwinden des Höhenunterschieds von insgesamt gut 1,20 Metern beim Wehr in Hölingen möglichst leicht gemacht werden. Die Becken auf jeder Stufe dienen ihnen dabei als Ruhezonen. Besagte Feinjustierung konnte nur in einer Phase erfolgen, in der die Hunte – wie momentan – wenig Wasser führt.

Start bei niedrigem Wasserstand

Bei ebenfalls niedrigem Wasserstand hatte die Maßnahme Mitte Mai begonnen, und zwar mit dem Einbau einer stählernen Spundwand in der Mitte des Fließgewässers. Daran entlang sowie im Uferbereich brachte das beauftragte Unternehmen im weiteren Verlauf Wasserbausteine und weiteres „grobkörniges Material“ ein. Für die Herstellung der Stufen und Becken fanden Quarzsteine aus einem Steinbruch Verwendung.

Die Firma Mittelweser Tiefbau hat bereits das Wehr in Cornau umgebaut. „Wir hätten schon auch gern den Auftrag in Colnrade“, verschwieg Bauleiter Armin Sander im Gespräch mit unserer Zeitung nicht. Bei der dortigen Wehranlage hat der NLWKN eine Verbesserung der ökologischen Durchgängigkeit für 2018 ins Auge gefasst.

Mit dem Bau der Sohlgleite in Hölingen ging die Herstellung eines Bootsanlegers für Kanuten einher. Die Optik der „Fischtreppe“ erntet viel Bewunderung. Ob die Aufstiegsanlage ihren Zweck erfüllt, wäre nach Einschätzung von Helga Busse „vielleicht in ein paar Jahren“ mit einem Probe-Elektrofischen zu klären – am besten zeitgleich im oberen und im unteren Bereich. Würden an beiden Stellen in etwa gleich viele Fische betäubt, so deute dies auf die Funktionsfähigkeit der Sohlgleite hin. Konkret geplant sei das Elektrofischen aber noch nicht.

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