Zimmermann Frank Bandorski entwickelt diagonale Bauweise

Dünsener „Patenthäuser“ groß im Kommen

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Bei den sogenannten „Patenthäusern“ werden die Dächer diagonal aufgesetzt. Die Dünsener Zimmerleute Frank Bandorski und Peter Bures haben diese Möglichkeit vor zwei Jahren entwickelt. 

Dünsen - Von Lea Oetjen. Den Sonnenuntergang auf einem Balkon zu verfolgen, gehört für viele zum Sommer dazu. Mit der Idee der „Patenthäuser“, bei denen die Dächer diagonal aufgesetzt sind, haben die Dünsener Zimmerleute Frank Bandorski und Peter Bures vor zwei Jahren eine Möglichkeit entwickelt, die lauen Sommerabende auf verschiedenen Terrassen des eigenen Hauses zu verbringen. Nun ist diese Konstruktion offiziell patentgeschützt.

„Nachdem uns die Idee kam, habe ich in jeder freien Minute versucht, Entwürfe und Modelle zu entwickeln“, erklärt Bandorski. Jeden Sonntagmorgen habe er mit Papier, Kleber und Farben an einem ganzen Wohngebiet gebastelt – im Maßstab 1:100. Außerdem hat er ein „Patenthaus“ in zehnfacher Größe aus Holz erstellt. „Die Nachbildungen sind für Messen besonders hilfreich. Die Leute können sich die Idee viel besser vorstellen, wenn sie etwas vor Augen haben“, so der 51-Jährige.

In verschiedenen Illustrationen am Computer ist seine Erfindung sogar schon belebt. An allen Ecken und Enden des Gebäudes befinden sich Balkone, Terrasse und auch Wintergärten mit Menschen, die sowohl die Sonne als auch die raumgewinnende Bauweise genießen. Auch wenn die Idee in der Theorie ein wahrer Hingucker ist, kann Bandorski ein in Diagonalform errichtetes Gebäude (noch) nicht vorweisen. 

Mit Illustrationen, die am Computer hergestellt wurden, ist Bandorskis Idee bereits belebt dargestellt.

„Im Norden ist der Gedanke dieser Häuser leider noch nicht so ganz angekommen. Allerdings arbeite ich unermüdlich daran, die Idee gebührend umzusetzen“, meint er überzeugt. Als Energieberater gehört er dem Energiekonsens Bremen an, und dies mit einer bemerkenswerten Karriere. Kürzlich wurde der Dünsener nämlich zum „Energie-Experten“ des Jahres gekürt.

Die Zielgruppe müsse sich erst noch an die unzähligen Vorteile der Holzbau-Art gewöhnen, so Bandorski. „Das Bauen mit nachwachsenden Rohstoffen ist energieeffizienter. Gleichzeitig ermöglicht es auch Hausfassaden mit Klinkerwänden“, meint der 51-Jährige. Vor Kurzem haben sich sogar schon die ersten Interessierten gemeldet. Auch er selbst erwarb bereits ein Grundstück, auf dem die diagonalplatzierten Quadrate stehen könnten. „Bald möchte ich mich mit den Zuständigen der Samtgemeinde Harpstedt in Verbindung setzen. Vielleich ist diese neue, einzigartige Bauweise ja eine mögliche Alternative zum herkömmlichen Wohnen für ein neues Baugebiet“, hofft Bandorski. Gleichzeitig tüftele er an Varianten des Innenausbaus. Das „Patenthaus“ erlaube unglaublich viele Facetten. Jedoch sei ihm bewusst, dass Illustrationen und Modelle Kunden nicht reichen. „Wir brauchen dringend ein Vorzeigehaus.“

Erfinderzentrum ist aufmerksam geworden

Die Chancen auf den großen Durchbruch der Idee gehen allerdings weit über Dünsen und die Samtgemeinde hinaus. So wurde das Erfinderzentrum Nord in Hannover auf Bandorski aufmerksam. Mehrfach schlug es ihm eine Teilnahme an der Hannover-Messe vor. Jedoch sei er von dieser Möglichkeit wenig überzeugt, da sich sein Patent nur auf die Bundesrepublik beschränkt und so die Gefahr bestehe, dass die internationale Konkurrenz die Patenthäuser für sich kopiert.

Künftig plant der 51-Jährige, die Vermarktung zu intensivieren. „Wenn nicht jetzt, wann dann?“, so Bandorski.

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