Wahlprogramm

DBL bringt Bürgerhaushalt ins Spiel

Unter anderem mit der Bürgerhaushalt-Idee wollen sie bei der Gemeinderatswahl punkten: Niklas Scholz, Uwe Kräkel, Julia Praß, Jannes Wenke, Dennis Schadwinkel, Philipp Karthäuser und Stefan Hehr (von links).
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Unter anderem mit der Bürgerhaushalt-Idee wollen sie bei der Gemeinderatswahl punkten: Niklas Scholz, Uwe Kräkel, Julia Praß, Jannes Wenke, Dennis Schadwinkel, Philipp Karthäuser und Stefan Hehr (von links).

Dünsen – „Wir wollen den Bürgern eine Summe X, sagen wir mal 10 000 Euro, in einem Bürgerhaushalt zur Verfügung stellen, damit sie selbst entscheiden können, was mit diesem Geld passiert“, umreißt Uwe Kräkel, Mitglied des Rates der Gemeinde Dünsen, eine Idee, die sich im Kommunalwahlprogramm der Dünsener Bürgerliste (DBL) wiederfindet.

„Das soll eine Initialzündung sein. Wir hoffen, dass sich die Leute treffen, zusammensetzen und sich Gedanken machen, was wir in Dünsen wirklich brauchen. Unser Anliegen ist es, die Einwohner in die Politik einzubinden“, ergänzt Stefan Hehr. „Wir wollen sie animieren, sich generell mehr zu interessieren – für das Politische, aber vor allem auch für den Ort Dünsen“, bekräftigt Dennis Schadwinkel.

Der schon existierende, wenngleich lange von Corona ausgebremste (überparteiliche) Bürgerstammtisch soll nach den Vorstellungen der DBL das Forum sein, in dem die Vorschläge für die Verwendung des Bürgerhaushaltsbudgets auf den Tisch kommen und erörtert werden. Dass sich daraus womöglich langfristig ein Bürgerrat entwickelt, schließt die DBL-Fraktionsvorsitzende Julia Praß zumindest nicht aus.

Rat kann nicht jedes Anliegen kennen

Die Politik wisse erfahrungsgemäß gar nicht immer, welche Anliegen den Einwohnern wirklich wichtig seien. „Man kann als Ratsmitglied nun mal nicht immer überall präsent sein. Vielleicht hätten die Eltern am Birkenweg gern einen kleinen Spielplatz für ihre Kinder“, nennt Praß ein Beispiel. Für eine solche Maßnahme könnten Mittel aus einem Bürgerhaushalt durchaus in Betracht kommen.

Dünsen ist sehr zersiedelt. Der Gemeinde fehlt ein Ortskern. Die Leute aus unterschiedlichen Siedlungsbereichen kennen sich oft gar nicht.“

Stefan Hehr

Lägen mehrere Vorschläge für die Verwendung des Budgets vor, wäre wohl eine Art „Auswahlkommission“ nötig, die zusammen mit dem Rat zu entscheiden hätte, „welches Projekt zuerst angegangen wird“, sagt Stefan Hehr. „Als weiteres Ziel“, so ergänzt er, „haben wir als DBL uns auf die Fahnen geschrieben, die Menschen zusammenzubringen, auch mithilfe von Gemeinschaftsveranstaltungen, die der Rat initiiert. Dünsen ist sehr zersiedelt. Der Gemeinde fehlt ein Ortskern. Die Leute aus unterschiedlichen Siedlungsbereichen kennen sich oft gar nicht.“

„Wir wollen mehr...“

„Wir wollen mehr“, bekundet die DBL in ihrem Wahlflyer und meint: mehr Kommunikation mit den Bürgern in verständlicher Sprache, mehr öffentliche Ratssitzungen und Streitkultur, mehr Transparenz in politischen Entscheidungsprozessen, mehr Bürger-Mitwirkung, mehr Angebote, um Generationen zusammenzubringen, oder auch mehr Modernisierung und Nutzung neuer Medien. Zugleich schielt die Dünsener Bürgerliste, wenngleich mit sehr vorsichtigem Optimismus, auf die Mehrheit im Gemeinderat, die sie bislang allerdings weder zusammen mit der SPD noch ohne sie erringen konnte.

Selbst wenn wir die Mehrheit bekämen, würden wir Hartmut Post in der konstituierenden Sitzung des Rates mit ins Amt wählen.“

Uwe Kräkel

Die Wählergemeinschaft Dünsen (WGD) konnte bislang allein „schalten und walten“. Sie hat dabei aber in einem auffällig hohen Maße von ihrem Spitzenkandidaten Hartmut Post als Stimmenfänger profitiert. Sollte sich dessen Popularität am 12. September bei der Gemeinderatswahl bestätigen, läge es der DBL nach eigenem Bekunden fern, Post den Bürgermeisterposten streitig zu machen. „Selbst wenn wir die Mehrheit bekämen, würden wir ihn in der konstituierenden Sitzung des Rates mit ins Amt wählen“, versichert Uwe Kräkel.

„Was wir ablehnen, ist Fraktionszwang“, unterstreicht Stefan Hehr. Sein Eindruck von der Ratsarbeit mit WGD-Mehrheit: „Da gab es auch Austausch und Diskussionen, aber das Ergebnis stand zumeist vorher fest.“

Bürgerliste befürwortet gesunde Streitkultur

In den Rat gehörten Leute, „die sich für Dünsen einsetzen, nicht für Partikularinteressen“. Um zu guten Beschlüssen zu kommen, seien ergebnisoffene Diskussionen und eine gesunde Streitkultur nötig. Jedes Ratsmitglied müsse frei von Zwängen abstimmen dürfen. Und das heiße eben nicht: „Zwei oder drei entscheiden, und der Rest muss seine Stimmen dafür hergeben.“ Gewiss könne es, so Hehr, schon mal Themen geben, „bei denen es schön wäre, wenn wir zu einer Meinung kämen“. Aber mit diesem Anspruch gehe die DBL eben nicht grundsätzlich in eine Sitzung.

Jung aufgestellt

„Von der WGD unterscheidet uns auch, dass wir jung aufgestellt sind. Mal abgesehen von meiner Wenigkeit“, sagt Uwe Kräkel (64) schmunzelnd. Hinter Julia Praß (40) belegt er Platz zwei auf dem DBL-Wahlvorschlag für den Dünsener Rat. Auf den Listenplätzen drei bis sieben folgen Stefan Hehr (54), Dennis Schadwinkel (31), Philipp Karthäuser (27), Jannes Wenke (22) und Niklas Scholz (21).

Sollte die DBL die Mehrheit im Rat verfehlen, wäre sie automatisch zweitstärkste Kraft. Die SPD hat diesmal keinen Wahlvorschlag für Dünsen eingereicht. Bewerber von Grünen, FDP und AfD gibt es ebenfalls nicht.

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