Telekom will Antennenanlage bauen

Dünsens langer Weg heraus aus dem Funkloch

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Vom bestehenden Mast in der ehemaligen Muna (unser Bild) sei „die Mobilfunklücke in Dünsen nachhaltig nicht zu schließen“, bedauert die Telekom in einem Schreiben.

Dünsen - Von Jürgen Bohlken. Manche Dinge lassen sich nur mit einem langen Atem zu einem guten Ende bringen. Diese Erfahrung ist Dünsens Bürgermeister Hartmut Post nicht fremd. Das Bohren unerwartet dicker Bretter gehört zum kommunalpolitischen Tagesgeschäft. Auch in Sachen Funkloch.

Schon lange bemüht sich Post um einen besseren Handy-Empfang in seiner Heimatgemeinde. Eine Zeit lang sah es so aus, als wäre der Durchbruch greifbar nah. Dann kam der unerwartete Rückschlag, der Hoffnungen zumindest ein Stück weit zerplatzen ließ.

Telekom sucht nach anderen Lösungen

Bemüht sich schon lange um einen besseren Handy-Empfang in Dünsen: Hartmut Post.

Aber der Reihe nach: Mannesmann Mobilfunk hatte noch in den 1990er-Jahren den Turm in der früheren Munitionsanstalt (Muna) vom Bundesvermögensamt erworben. Die Telekom beabsichtigte dort, wie der Konzern Hartmut Post am 16. Februar dieses Jahres mitteilte, „zur Verbesserung der Mobilfunkversorgung in der Gemeinde Dünsen“ den Aufbau einer neuen Antennenanlage. Dazu benötigte sie allerdings zunächst die Zustimmung des Turm-Eigentümers – vormals Mannesmann Mobilfunk, inzwischen Vodafone. Am 7. März kam die erfreuliche Nachricht: Die Telekom habe sich mit Vodafone geeinigt.

Das ließ hoffen. Dann aber traten Probleme technischer Natur zutage. „In der weiteren Planungsphase haben wir festgestellt, dass vom bestehenden Mast die Mobilfunklücke in Dünsen nachhaltig nicht zu schließen ist“, schrieb Thomas Fannasch von der Telekom („Technische Abteilung und Rollout“) dem Bürgermeister am 11. April. Das Problem: Von dem Turm in der ehemaligen Muna aus lässt sich nicht das ganze Gemeindegebiet abdecken. „Außerordentlich schade“ findet das Hartmut Post, zumal er sich bereits auf einen „super Empfang über das D1-Netz“ gefreut hatte.

Hoffen lässt ihn allerdings, dass die Telekom ihr Vorhaben nicht aufgegeben hat und nach anderen Lösungen sucht. Fannasch offenbarte ihm in seinem Schreiben vom 11. April nämlich auch, nun wolle das Unternehmen die Mobilfunkanlage „auf einem vorhandenen Dach errichten“. Dazu fielen Post ganz spontan die Gebäude der Firma Meiners Saaten ein. Die seien, so dachte er sich, ja immerhin recht hoch – vielleicht sogar hoch genug. Am Donnerstag hakte der Bürgermeister schriftlich nach und erkundigte sich, ob die Telekom schon einen passenden Standort gefunden habe. Dabei brachte er Meiners Saaten als zumindest denkbare Option ins Spiel. Natürlich müsste der Eigentümer mitspielen und obendrein die technische Tauglichkeit des Standortes geprüft werden. Die Telekom hält eine Höhe von etwa 30 Metern für die Antennenanlage für ideal.

Galgenhumor als Reaktion auf die Misere

Sollte Meiners Saaten doch nicht in Betracht kommen, gäbe es immer noch die Alternative, an einem anderen Standort einen kompletten Funkmast zu bauen. Hartmut Post will auf jeden Fall am Ball bleiben. Nein, es sei keineswegs so, dass er die Bemühungen um einen besseren Handy-Empfang schon aufgegeben habe, widerspricht er einer kürzlich von Thomas Prass aus Dünsen öffentlich in unserer Zeitung geäußerten Vermutung. Dessen Verärgerung über das Dauer-Funkloch kann Post aber gut nachvollziehen. Das Problem werde in der Gemeinde längst mit Galgenhumor quittiert. So heiße es beispielsweise, ein Handwerker, der in Dünsen einen Auftrag erledige, müsse überhaupt nicht fürchten, während der Arbeit von seinem Chef per Handy zu einer anderen Baustelle beordert zu werden, denn das klappe ja wegen des schlechten Empfangs eh nicht...

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