Heimatverein setzt Bücherregal-Idee um

„Schmöker“ aus der Telefonzelle

Schweres Gerät kam bei der Zufluchtskirche in Dünsen zum Einsatz, wo die Telefonzelle ihren Platz fand. Quelle: Facebook
+
Schweres Gerät kam bei der Zufluchtskirche in Dünsen zum Einsatz, wo die Telefonzelle ihren Platz fand. Quelle: Facebook

Dünsen – Das Bild wirkt fast schon kurios. Durchreisende könnten falsche Schlüsse ziehen und sich kopfschüttelnd fragen: Wozu soll eine Telefonzelle bei der Dünsener Zufluchtskirche im Zeitalter des Smartphones wohl gut sein? Für den „direkten Draht zu Gott“?

Das Kirchengebäude gehört bekanntlich schon seit 2002 der politischen Gemeinde Dünsen. Und die Telefonzelle, die sich am vergangenen Wochenende an der Hauptstraße (L 338) dem hölzernen Glockenturm hinzugesellte, erfüllt längst nicht mehr ihren ursprünglichen Zweck. „,Ich’ werde ein Bücherregal“ verrät ein Foto davon in Kombination mit eben diesem Schriftzug auf der Facebookseite „Dat Dörp Dünsen“. Genau genommen hat das Schmuckstück im leuchtenden Postgelb – ohne Technik – sogar schon mal als Aufbewahrungsort für Lektüre zum Tauschen gedient. Der Heimatverein Dünsen konnte sie vor längerer Zeit via ebay Kleinanzeigen erwerben. Im Preis inbegriffen waren ein passgenaues Bücherregal sowie ein gemaltes, ausgesprochen dekoratives Schild, das auf die ungewöhnliche Nutzung der Telefonzelle hinweist und nun an deren Rückseite angebracht werden soll, damit es die Leute von der Straße aus gut wahrnehmen können.

Kleine Einweihung geplant

Die von Walsrode nach Dünsen beförderte Zelle fand am Sonnabend ihren neuen Platz an der Kirche. Bei den Arbeiten mit Beteiligung von sechs Helfern kam schweres Gerät zum Einsatz. „Erdaushub war für ein vernünftiges Fundament nötig“, berichtet der zweite Heimatvereinsvorsitzende Marc Seuthe. Eine kleine Einweihung unter Coronabedingungen soll sehr bald folgen. „Die Spielregeln für die Nutzung des öffentlichen Bücherregals stehen noch nicht hundertprozentig fest. Das muss man schon planen. Sonst kann es Kuddelmuddel geben“, ahnt Seuthe. Für den Anfangsbestand an Lektüre will der Heimatverein sorgen. „Wir haben so viele Bücherspenden zugesagt bekommen, dass wir das Regal wohl viermal damit füllen könnten“, schätzt Seuthe. „Da soll für jeden Geschmack etwas dabei sein“, kündigt er an. „Wir wollen den Lesestoff nach Kategorien einsortieren.“

Platz für bis zu 150 Bücher

Die Grundidee sei, dass jeder, der kostenlos ein Buch mitnehme, im Gegenzug eins aus seinem eigenen Bestand ins Regal stelle. Denn nur so gäbe es immer genügend „Schmöker“ zur Auswahl, und das Literaturangebot würde als Folge des Tauschens wechseln. Zwischen 100 und 150 Bücher können nach Einschätzung Seuthes Platz in der Telefonzelle finden. In Abhängigkeit von der Dicke der „Schwarten“ seien es mal ein paar mehr, mal ein paar weniger. „Ob wir das Tauschen zur Bedingung machen, wissen wir noch nicht“, sagt Seuthe.

Öffentlich zugängliche Bücherschränke liegen voll im Trend. In Groß Ippener beim Dorfgemeinschaftshaus wurde diese Idee im vergangenen Herbst umgesetzt. Dort bot ein ehemaliger Getränkekühlschrank hinreichend Platz für „coole“ Lektüre.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Polizei Wildeshausen kann Zellen in neuer Wache nicht abschließen

Polizei Wildeshausen kann Zellen in neuer Wache nicht abschließen

Polizei Wildeshausen kann Zellen in neuer Wache nicht abschließen
Villa Knagge verkauft

Villa Knagge verkauft

Villa Knagge verkauft
Horrorunfall auf A1: Verursacher ohne Führerschein unterwegs

Horrorunfall auf A1: Verursacher ohne Führerschein unterwegs

Horrorunfall auf A1: Verursacher ohne Führerschein unterwegs
A1 bei Wildeshausen: Tempo 80 bleibt noch bis September

A1 bei Wildeshausen: Tempo 80 bleibt noch bis September

A1 bei Wildeshausen: Tempo 80 bleibt noch bis September

Kommentare