Wer einen „Schmöker“ entnimmt, muss einen spenden

Für „Minibücherei“ in Telefonzelle gelten Spielregeln

Gut genutzt wurde die „Buch-Tausch-Telefonzelle“ schon am Tag der Einweihung.
+
Gut genutzt wurde die „Buch-Tausch-Telefonzelle“ schon am Tag der Einweihung.

Dünsen – Im Verlauf der Einweihung der „Buch-Tausch-Telefonzelle“ an der Dünsener Zufluchtskirche am Sonnabendvormittag sind manche „Leseratten“ bereits fündig geworden. Eine ausgelesene „Schwarte“ wurde jeweils hineingestellt und dafür eine andere mitgenommen. Für die Jüngsten ist das untere Regal mit Bilderbücher und Erstleselektüre bestimmt.

Den Initiatoren vom Heimatverein „Wir, dat Dörp Dünsen“ spukte die Idee, eine Telefonzelle in eine öffentliche „Tausch-Bibliothek“ zu verwandeln, schon lange in den Köpfen herum. Allerdings existieren nicht mehr viele solcher postgelben Relikte aus Prä-Smartphone-Zeiten. Über e-Bay Kleinanzeigen wurde der Verein nahe Walsrode fündig. Die von dort erworbene Telefonzelle war bereits als „Bücherei“ genutzt worden und daher schon mit Regalen bestückt. Jetzt versprüht sie in Dünsen einen Hauch von Nostalgie.

„Denn viele Kinder kennen gar keine Telefonzellen mehr“, merkte der erste Vorsitzende Mario Kreutz in einer kurzen Ansprache an. „Diese Bücherzelle soll zu einem Anlaufpunkt werden und für die Gemeinschaft öffentlich zugänglich sein.“ Und zwar für Durchreisende ebenso wie für Einwohner der Samtgemeinde Harpstedt.

Weder Antiquariat noch „Entsorgungsstelle“

Ein dekoratives Schild, an der Rückseite des gelben Schmuckstücks angebracht, macht zur Straße hin auf die ungewöhnliche Nutzung aufmerksam. „Wir möchten die Benutzer eindringlich bitten, sich an die Regeln zu halten, die an den Scheiben angebracht sind. Nur so kann es funktionieren“, sagte der zweite Heimatvereinsvorsitzende Marc Seuthe.

Die „Mini-Bücherei“ versteht sich als Tauschregal. Die Grundregel lautet, die gleiche Anzahl an „Schmökern“ mitzunehmen, die aus dem eigenen Bestand wieder eingebracht wird. Was nicht mehr reinpasst, wird erst mal eingelagert und kann im Bedarfsfall zum Auffüllen dienen.

Zeitnah soll die Lektüre noch nach Kategorien sortiert werden. Die „Tauschzelle“ ist weder als Antiquariat noch als Entsorgungsstelle zu missbrauchen. Nur solche Bücher, die der Spender selbst noch für lesbar hält und die nach eigener Einschätzung ein breites Publikum ansprechen, sollen den Weg ins Tauschregal finden. Ein guter, sauberer Zustand versteht sich von selbst.

Beleuchtung angekündigt

Fachliteratur, Schulbücher, Zeitschriften und Werbematerial, CDs und DVDs müssen „draußen bleiben“, ebenso Medien mit pornografischen, rassistischen oder gewaltverherrlichenden Inhalten. Das Deponieren von Büchern neben der Zelle oder sonst wo auf dem Grundstück ist untersagt.

Fragen und Anregungen zur „Buch-Tausch-Telefonzelle“ können per E-Mail an datdoerpduensen@gmx.de vorgebracht werden.

Bei der Einweihung hieß es, in Kürze werde das gute Stück auch beleuchtet sein; die erforderlichen Stromleitungen würden noch am Nachmittag gezogen.    aro

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Symbol „Geisterfahrer“ soll Radfahrer ermahnen

Symbol „Geisterfahrer“ soll Radfahrer ermahnen

Symbol „Geisterfahrer“ soll Radfahrer ermahnen
85-jähriger Fußgänger bei Unfall tödlich verletzt

85-jähriger Fußgänger bei Unfall tödlich verletzt

85-jähriger Fußgänger bei Unfall tödlich verletzt
Corona: Zahlen steigen wieder – auch durch Reiserückkehrer

Corona: Zahlen steigen wieder – auch durch Reiserückkehrer

Corona: Zahlen steigen wieder – auch durch Reiserückkehrer
Barrierefreiheit und Brandschutz

Barrierefreiheit und Brandschutz

Barrierefreiheit und Brandschutz

Kommentare