Drei Gemeinden würden bei steigender Umlage sogar weniger belastet als 2015

Kräftige Erhöhung ginge vor allem zu Lasten Prinzhöftes

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken. Jahr für Jahr knöpft die Samtgemeinde Harpstedt ihren acht Mitgliedskommunen Geld ab, um ihre Aufgaben finanzieren zu können, zumal sie selbst keine Steuern vereinnahmen darf. Viel Geld. 2016 könnten es in der Summe 5,1 Millionen Euro werden – 600000 Euro mehr als in diesem Jahr.

Eine Erhöhung der Samtgemeindeumlage auf dieses Niveau sieht zumindest der verwaltungsseitig vorgelegte Haushaltsentwurf für 2016 vor (wir berichteten). Ob es dazu kommt, entscheidet sich im Verlauf der kommenden Haushaltsberatungen in den politischen Gremien – und „in letzter Instanz“ im Rat, der den Etat am 26. November berät und eventuell dann auch schon verabschiedet.

Seit etlichen Jahren wirkt sich die Einwohnerzahl der einzelnen Mitgliedsgemeinde nicht mehr auf die Höhe ihres Anteils an der Umlage aus. Einzig maßgeblicher Faktor ist seither die Steuerkraft. Kann eine Gemeinde dabei in Relation zu den anderen zulegen, so macht sich dies bei ihr mit zeitlicher Verzögerung auf der Ausgabenseite bemerkbar. Will heißen: Ihr Anteil an der Umlage steigt. Im Gegenzug kann es bei rückläufiger Steuerkraft aber sogar passieren, dass eine Mitgliedsgemeinde trotz kräftiger Erhöhung des Umlagenniveaus weniger stark belastet wird als im Vorjahr. Kirchseelte etwa hätte von den 5,1 Millionen Euro, die aktuell zur Diskussion stehen, gerade mal 340958 Euro zu tragen – und damit 40142 Euro weniger zu zahlen als 2015. Dünsen käme mit einer Belastung von 320177 Euro sogar um 219188 Euro besser weg als in diesem Jahr. Und Groß Ippener hätte mit 655650 Euro insgesamt 207327 Euro weniger zu entrichten.

Das andere Extrem: Prinzhöfte. Ein weiterer Schub bei der Steuerkraft bewirkt, dass die Gemeinde stolze 1305310 Euro abzuführen hätte – sage und schreibe 757286 mehr als 2015. Damit trüge die Kommune die komplette Umlagenerhöhung, so der entstehende Eindruck, quasi allein und legte noch 157286 Euro oben drauf. Stärker belastet würden aber auch Beckeln mit 291234 Euro (+71707), Colnrade mit 233444 Euro (+29955), der Flecken Harpstedt mit 1725831 Euro (+191055) und Winkelsett mit 227396 Euro (+16654).

Die Umlage hatte zuletzt einige Mitgliedsgemeinden vor Probleme gestellt, ihre Etats auszugleichen. Kirchseelte und dem Flecken Harpstedt drohte die Haushaltssicherung. Dazu aber kam es nicht, weil die Samtgemeinde die Umlage für das laufende Haushaltsjahr von 4,985 auf 4,5 Millionen Euro absenkte – und so als „Mutter“ ihre acht „Kinder“ ein Stück weit entlastete.

Käme jetzt die Erhöhung auf 5,1 Millionen Euro, so läge die Umlage also um „nur“ 115000 Euro über dem Niveau von 2014.

Rubriklistenbild: © dpa

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