Probleme mit dem Sandabbau in Kirchseelte

Dreck auf der Straße, rücksichtsloses Fahren und obendrein Gestank

Kirchseelte - „Größere Probleme“, die es „wieder mal“ mit dem Sandabbau in Kirchseelte gebe, hat Bürgermeister Klaus Stark am Mittwochabend im Gemeinderat zur Sprache gebracht.

Leider, so bedauerte er, seien alle Abbaufirmen nicht „hier ansässig“; daher habe die Gemeinde Kirchseelte von ihnen „noch nie einen Pfennig oder Cent“ Gewerbesteuer überwiesen bekommen, müsse aber im Gegenzug mit Lärm „und sonstigen Ärgernissen“ leben.

Ein solcher Stein des Anstoßes seien Straßenverschmutzungen durch die Sandlaster, die sich seit etwa drei Wochen verstärkt beobachten ließen. Stark berichtete von regelrechten „Erdklumpen“ auf dem Groß-Ippener-Weg. Vorschriften, nach denen die Reifen der Lkw vor dem Verlassen der Grube zu reinigen seien, würden nicht immer eingehalten. Stark hat sich mit der zuständigen Sachbearbeiterin beim Landkreis Oldenburg unterhalten. 

„Sie hat mir zugesagt, dass sie sich kümmert.“ Eine der Firmen schicke inzwischen jeden Tag einen großen Reinigungswagen durch die Gemeinde, um „sauber zu machen“. Bei der feuchten Witterung der vergangenen Wochen sei es aber schwierig gewesen, den nassen Dreck von den Straßen aufzunehmen; der Schmutz werde eher verteilt. Der Landkreis wolle das Problem im Auge behalten.

Fahrweise der Lasterfahrer bemängelt

Zudem habe die Fahrweise von Sandlasterfahrern, insbesondere mangelnde Rücksichtnahme auf Fußgänger und Radler, Bürgerunmut nach sich gezogen. „So sind Lkw beobachtet worden, die einfach über die Kreuzung bretterten, wo es zum Buchholz geht, ohne nach links und nach rechts zu schauen. Die Abbaufirmen führen das gern darauf zurück, dass sie auch Fremdfahrer beschäftigen. 

Ob das eine Ausrede ist, weiß ich nicht. Die Verantwortung liegt trotzdem bei den Unternehmen. Sie müssen, so denke ich, zumindest dafür sorgen, dass die Fahrer die Straßenverkehrsordnung einhalten. Der Landkreis hat im Wiederholungsfall darum gebeten, die betreffenden Autokennzeichen aufzuschreiben oder auch Fotos zu machen – und Anzeige zu erstatten“, sagte Stark. Im Gemeinderat fand ein konkreter Unfall mit Sandlasterbeteiligung Erwähnung.

Abbruchkante in der Diskussion

Eine weitere Beschwerde aus der Einwohnerschaft, die Stark ansprach, betraf einen angeblich zu geringen Abstand zwischen der Abbruchkante einer Sandabbaustelle und der Straße. In dem betreffenden Bereich sei eine Vermessung im Gange, so der Bürgermeister. „Der Landkreis stellt fest, ob der Abstand in Ordnung ist oder nicht.“

Last but not least klagen Anwohner über Geruchsbelästigungen im Zusammenhang mit dem Verfüllen einer Altgrube. Stark hat auch diesbezüglich beim Landkreis nachgehakt. Ursache sei, so die Antwort, das Einbringen von Komposterde, die für längere Zeit Gerüche absondere. Die betroffenen Bürger seien mit dieser Aussage nicht zufrieden gewesen. Stark erwähnte ein Gutachten, das er aus dem Kreishaus bekommen habe. „Demnach ist da nichts anderes als Komposterde drin.“ Eine bessere Option als Verfüllmaterial wäre nach Einschätzung des Bürgermeisters Ton.

boh

Rubriklistenbild: © dpa

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