SOMMER-SMALLTALK Gastronomin Ulrike Adam-Wülfers hält seit Kurzem drei Alpakas

„Diese Tiere haben etwas Beruhigendes“

Das Heimweh ist recht schnell verflogen: Inzwischen fühlen sich die ungewöhnlichen Haustiere auf einer Weide beim Gasthaus Wülfers in Groß Ippener augenscheinlich pudelwohl.
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Das Heimweh ist recht schnell verflogen: Inzwischen fühlen sich die ungewöhnlichen Haustiere auf einer Weide beim Gasthaus Wülfers in Groß Ippener augenscheinlich pudelwohl.

Groß Ippener – Andere Leute kommen auf den Hund. Ulrike Adam-Wülfers hat es hingegen eine domestizierte, aus den Anden stammende Kamelform angetan: Rocky, Naldo und Chewbacca heißen ihre drei Alpakas, die bei Wülfers’ Hotel in Groß Ippener viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Den Vierbeinern ein artgerechtes Zuhause zu geben, sei schon mit etwas Aufwand verbunden gewesen, verriet die Gastronomin in einem Interview.

Frau Adam-Wülfers, warum begeistern Sie sich so sehr für Alpakas?

Sie schauen dich mit richtig treuen Augen an und haben etwas Beruhigendes. Schon lange wollte ich hinter dem Sommergarten und der Spielwiese Tiere haben. Zuerst dachte ich an Wasserschweine. Die sind aber sehr krankheitsanfällig. Sie brauchen ein Wasserloch. Dafür hätte ich eine Dränage ziehen müssen. Nötig gewesen wäre auch ein beheizbarer Stall. Das war mir zu kompliziert.

Nun sind’s Alpakas geworden. Wachsen die noch?

Nicht mehr viel. Naldo und Chewbacca haben am 3. und 4. Juni ihren ersten Geburtstag gehabt. Und Rocky wird am 22. August ein Jahr alt.

Wie sind Sie an das „Trio“ gekommen?

Das ist eine längere Geschichte. Zunächst unterhielt ich mich mit Torsten Schröder, vielen bekannt als Betreiber der „Milchtankstelle“ in unserer Gemeinde. Er hat einen Stall gepachtet. Der Verpächter hält Alpakas in Ganderkesee-Immer. Drei Wochen später bat ich Torsten, einen Termin dort klarzumachen. Mein Mann wollte nicht mit.

Er konnte sich mit der Idee wohl nicht anfreunden?

Nein, gar nicht. Überhaupt musste ich mir von der Familien einiges anhören. Auch von meinen Eltern. „Du spinnst! Wer soll sich um die Tiere kümmern? Hast du denn noch nicht genug zu tun?“, haben mein Vater und meine Mutter geschimpft.

Aber Sie bekamen Ihren Willen am Ende doch!

Wie meistens, wenn ich mir was in den Kopf setze.

Wie lange halten Sie die Alpakas jetzt schon?

Seit knapp fünf Wochen. Mein Mann ist dann doch mit nach Immer gefahren. Und plötzlich fand er die Tiere selbst ganz süß. Nächtelang habe ich gegoogelt, was bei der Haltung zu beachten ist. Ein Stall musste her. Ich dachte zunächst an Weide-Iglus. Die aber können bei stärkerem Wind wegwehen. Bei ebay-Kleinanzeigen habe ich dann einen kompletten Weidestall gefunden. Sönke Heinken, der Anbieter, wohnt in der Gemeinde Stuhr. Ich rief ihn an, machte einen Termin aus und fuhr mit meinem Mann hin. Da wusste ich aber noch nicht, dass der Inserent selbst 39 Alpakas hielt.

Und dann haben Sie die Tiere gleich bei ihm gekauft – mitsamt Stall?

Genau. Das Gesamtpaket. Danach gab es einiges für die Familie zu tun. Alle mussten mit ran – mein Schwiegervater, mein Vater, mein Sohn, mein Mann und ich. Zwei Wochen lang haben wir gewühlt, bis alles fertig war. Vor allem der Bau des Weidezauns, anderthalb Meter hoch, hat Arbeit gemacht. Ein Amtsveterinär schaute sich das Ganze an. Es stellte sich heraus, dass die Größe der Weide nicht für die artgerechte Haltung von drei Alpakas ausreicht. Also habe ich den Pächter gefragt, ob ich noch ein Stück von ihm dazu kriegen könne. Wir wurden uns einig. Der Zaun musste natürlich verlängert werden.

Alpakas gelten als recht genügsam.

Das sind sie. Sie fressen in erster Linie Gras. Zudem bekommen sie Heu. Und Mineralfutter in geringen Mengen; da reicht eine Handvoll für alle drei Tiere. Obendrein brauchen sie fließendes Wasser. Momentan schlafen sie draußen. Im Winter gehen sie dann wohl in den offenen Stall. Wegen ihres dicken Fells kann ihnen Kälte nicht sehr viel anhaben.

Und Hitze?

Wichtig ist es, die Alpakas im April oder Mai scheren zu lassen. Das muss unbedingt einmal im Jahr gemacht werden. Andernfalls könnten die Tiere an sehr heißen Tagen ersticken. Meine habe ich schon geschoren bekommen.

Wie haben sie sich an die neue Umgebung gewöhnt?

In der ersten Woche haben sie nur geweint. Die gewohnte Bezugsperson war ja plötzlich weg. Inzwischen fühlen sie sich ganz wohl hier.

Geweint? Wie klingt das?

Das kann man kaum beschreiben. Das ist ein unnachahmliches Jaulen und Summen.

Spucken Alpakas?

Ja. Sie spucken sogar die eigenen Artgenossen an. Wer sie ärgert, muss hinterher womöglich unter die Dusche, zumal der Speichel stinkt.

Nachwuchs wird Ihr „Trio“ nicht bekommen?

Nein, ich habe nur männliche kastrierte Tiere gekauft. Züchten will ich nicht.

Die Alpakas scheinen neugierig, aber zugleich etwas scheu zu sein.

Sie sind jedenfalls keine Schmusetiere. Wenn ich sie füttern gehe, kommen sie auf mich zu. Naldo kann ich inzwischen sogar streicheln. Er ist schon recht zahm.

Von Jürgen Bohlken

Mit etwas Futter gelingt es Ulrike Adam-Wülfers mühelos, die Aufmerksamkeit der Alpakas auf sich zu ziehen.

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