Verfahren am Amtsgericht eingestellt

Goldketten-Diebin kommt ohne Strafe davon

Wildeshausen/Harpstedt - Eine 24-Jährige hatte ihrem damaligen Lebensgefährten im Mai 2016 in Harpstedt eine Goldkette im Wert von 1000 Euro gestohlen und verpfändet. Dafür musste sie sich am Montag wegen Diebstahls und Betrugs vor dem Amtsgericht Wildeshausen verantworten. Sie wollte mit dem Geld ihre fünf Kinder versorgen, sagte sie aus. Richterin und Staatsanwaltschaft entschieden sich auch deswegen dafür, das Verfahren gegen die Wiedergutmachung des Schadens einzustellen. Das heißt, die Angeklagte kommt ohne Strafe davon.

Die junge Frau lebte mit ihrem Partner in einer gemeinsamen Wohnung in Harpstedt. „Er war immer nur arbeiten und hat sich kaum um die Kinder gekümmert“, so die Angeklagte. „Ende Mai vergangenen Jahres erlitt ich eine Fehlgeburt, und es war eine sehr schwere Zeit für mich.“ Die 24-Jährige erklärte, die Goldkette aus der Not heraus entwendet zu haben, um Essen für die gemeinsamen Kinder kaufen zu können. Ihr Freund habe ihr nicht genug Geld gegeben, obwohl er welches gehabt habe. Er habe gedroht sie zu schlagen, wenn sie für Sozialleistungen zum Amt gehe.

„Ich habe die Kette genommen und meine Mutter gebeten, sie zum Pfandhaus in Bremen zu bringen. Sie sagte dem Verkäufer, es sei ihre“, erklärte die Angeklagte. „Insgesamt habe ich 1 000 Euro bekommen und konnte meine Kinder drei Monate lang von dem Geld ernähren.“

Danach verkaufte die 24-Jährige auch eine Spiegelreflexkamera ihres Partners für 85 Euro. Als er dies bemerkte, beichtete die Frau den Diebstahl seiner Kette, woraufhin ein Streit ausbrach. Die Beziehung ging in der Folge in die Brüche, und die junge Mutter zog erst ins Frauenhaus und dann nach Bremerhaven. Nach der Trennung habe ihr Ex keinen Unterhalt für die Kinder gezahlt, so die Angeklagte.

Die 24-Jährige muss nun 1 000 Euro in monatlichen Raten von 200 Euro an das Pfandhaus zahlen. Der Ex-Freund soll seine Kette zurückbekommen. Wenn das Geld in den nächsten fünf Monaten überwiesen wird, wird das Verfahren eingestellt. „Wenn nicht, gibt es eine Verurteilung. Und das wollen Sie nicht“, sagte die Richterin zu der erleichterten Frau. 

ln

Rubriklistenbild: © Mediengruppe Kreiszeitung

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