Rotmilan könnte zum Stolperstein für Windkraft werden

Ein dickes Haar schwimmt in der Suppe

Das Thema Windkraft wird den Samtgemeinderat abermals beschäftigen – am 27. Oktober. - Archivfoto: Bohlken

Harpstedt/Prinzhöfte - Inzwischen genehmigt hat der Landkreis Oldenburg die 16. Flächennutzungsplanänderung der Samtgemeinde Harpstedt, die eine Ausweisung neuer Sonderbauflächen für die Windenergienutzung zum Ziel hatte. Allerdings schwimmt ein dickes Haar in der Suppe

Die Genehmigung ist an eine Maßgabe geknüpft. Die wiederum bezieht sich auf die Potenzialflächen 16.2 (Klein Henstedter Heide) sowie 16.3 und 16.4 (südlich der A1 im Bereich Wunderburg/Schulenberg) in der Gemeinde Prinzhöfte. Sie betreffe aber nicht das F-Plan-Änderungsverfahren selbst, sondern nachgelagerte Bauleitplanungen der Gemeinde Prinzhöfte und BimschG-Genehmigungsverfahren, betonte Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse Donnerstag auf Nachfrage.

Die Maßgabe ist letztlich das Ergebnis eines vermuteten Rotmilan-Brutvorkommens. Der streng geschützte Greifvogel war allerdings erst gesichtet worden, als die Samtgemeinde die 16. F-Plan-Änderung dem Landkreis Oldenburg bereits zur Genehmigung vorgelegt hatte. Gleichwohl konnte die Kreisverwaltung die Möglichkeit, dass der Rotmilan im Umfeld möglicher künftiger Windradstandorte brütet, natürlich nicht ignorieren, zumal diese Art zu den häufigsten Schlagopfern zählt. Erhärtet sich der „Brutverdacht“, so zöge das nach Kenntnis von Landkreis-Pressesprecher Oliver Galeotti die Anordnung von Abschaltzeiten für Anlagenstandorte innerhalb eines 1,5 Kilometer großen Umkreises um den Horst nach sich. Die Maßgabe sehe die Festlegung eines Katalogs von Maßnahmen mit der Unteren Naturschutzbehörde vor, der auf die europarechtlich geschützte Vogelart abgestimmt sei. Auch sei im Nachgang zur bereits erfolgten Vogelkartierung eine weitere nötig. Die Windpark-Bauleitplanungen der Gemeinde Prinzhöfte könnten gleichwohl fortgeführt werden.

Die Maßgabe könnte im Ergebnis wohl zumindest die Errichtung von Windenergieanlagen hinauszögern. Die Samtgemeinde Harpstedt kann ihr entweder „beitreten“, das heißt, sie akzeptieren, oder Widerspruch dagegen einlegen. Darüber befindet der Samtgemeinderat am 27. Oktober.

Ihr eigenes leidvolles Lied über die Folgen einer Maßgabe kann die Gemeinde Beckeln singen. Der Windparkstandort „B1“ am Jungholz/Friedeholz war bereits 2002 damit belegt worden – wegen des Schwarzstorchs. Bis heute dreht sich auf der Fläche kein einziges Windrad.

boh

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