NACHRUF Klosterbachtaler und Spielmannszug Kirch- und Klosterseelte trauern um ihren Mitbegründer Erich Nolte

Der Klangteppich als „Lieblingsplatz“: Ein Leben für die Musik

80-jährig verstorben ist Erich Nolte.
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80-jährig verstorben ist Erich Nolte.

Kirchseelte/Harpstedt – Ohne ihn hätte es das Blasorchester Klosterbachtaler und den Spielmannszug Kirch- und Klosterseelte nie gegeben. Seine herausragenden Verdienste um das Musikwesen brachten ihm vor neun Jahren das Bundesverdienstkreuz ein. Nun ist er aus dem Leben geschieden – schon im vergangenen Monat: Am 26. Juni verstarb Erich Nolte nach schwerer Krankheit 80-jährig.

„Er hat es geschafft, zahlreiche Menschen für die Musik zu begeistern und sich darüber hinaus zu engagieren. Zum Beispiel initiierte er mit den damaligen Vorstandsmitgliedern das Fußball-Benefizspiel zwischen den Klosterbachtalern und den Alten Herren des SC Dünsen zugunsten der Bremer Professor-Hess-Kinderklinik, das beide Seiten immer im Wechsel ausrichteten. Geleitet wurden die Partien zumeist von Spielern des SV Werder Bremen – wie Jonny Otten. Man hatte ja Vereinswirt Hans Mathé auf dem Fuchsberg in Kirchseelte sowie in dessen Nachbarschaft Werder-Präsident Dr. Franz Böhmert wohnen“, erinnert sich Ralf Meyer von den Klosterbachtalern.

Tatsächlich flossen aus den Benefiz-Fußballspielen über viele Jahre erhebliche Beträge in die Kinderkrebshilfe. Die Spenden nahmen jeweils Repräsentanten des „Elternvereins leukämie- und tumorkranker Kinder“ entgegen. Auch Showmaster Rudi Carrell und Wrestler Eddy Steinblock zählten zu den prominenten Mitwirkenden. Das Rahmenprogramm wuchs mit der Zeit immer mehr, bis die Benefizspiele einschliefen. Nach einem Kommentar in dieser Zeitung, aus dem seinerzeit tiefes Bedauern über die plötzlich versiegenden Spenden für die Kinderkrebshilfe sprach, sprang der – inzwischen ebenfalls verstorbene – Rechtsanwalt Jens-Peter Gieschen, damals wie Erich Nolte in Harpstedt wohnhaft, ein und organisierte mehrere Audi-TT-Treffen in Kombination mit amerikanischen Versteigerungen. Als Folge davon flossen weitere große Beträge an den Elternverein, ehe auch diese Events nicht mehr zustande kamen.

Doch zurück zu Erich Nolte: Gelernt hatte er Landwirt. Seine Talente und seine Bestimmung lagen aber im pädagogisch-didaktischen Bereich: Er entschloss sich zu einem Lehramtsstudium. Sein Referendariat absolvierte er in Harpstedt, wo er zunächst an der Grundschule unterrichtete. Bis zu seiner Pensionierung folgten weitere Stationen an Schulen in Bassum und Barnstorf.

„Sie haben Musik im Blut. Vermutlich war Ihnen dieses Talent schon in die Wiege gelegt. Vielleicht sind Sie auch als kleines Kind auf einem Klangteppich groß geworden. Das Ergebnis ist jedenfalls ein Mann, der für die Musik lebt“, sagte im Januar 2011 anlässlich der Bundesverdienstkreuzverleihung im Harpstedter Hotel „Zur Wasserburg“ der damalige Landrat Frank Eger in seiner Laudatio auf Nolte. Der Geehrte nickte zustimmend: Er habe schon als Junge im Radio gespielte Lieder mitgesungen, verriet er.

1958 hob Erich Nolte den Spielmannszug des Schützenvereins Kirch- und Klosterseelte mit aus der Taufe, widmete sich dort zunächst der Ausbildung der Trommler und fungierte ab 1965 für drei Jahre als stellvertretender Tambourmajor. 1968 wählten ihn die Kirch- und Klosterseelter Schützen in den Vereinsvorstand. Von da an schwang er auch selbst den Tambourstab – 32 Jahre lang. Den Schwerpunkt seiner musikalischen Arbeit legte er auf die Ausbildung von Jugendlichen und Erwachsenen an Instrumenten. 1970 setzte er im Spielmannszug das Spielen nach Noten durch.

1974 zählte er zu den Mitbegründern der Klosterbachtaler. Dort kümmerte er sich unter anderem um die Ausbildung der Blechbläser. Auch in leitender Funktion drückte er dem Blasorchester seinen Stempel auf.

Nolte galt als umgänglicher Vertreter. „Seine angenehme, liebevolle, aber auch bestimmte Art werden uns sehr fehlen. Er wird durch die Musik immer ein Teil von uns bleiben. Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner hinterbliebenen Tochter und den weiteren Angehörigen“, unterstreicht Ralf Meyer, Pressewart der Schützenvereinsabteilung Klosterbachtaler und Spielmannszug.  boh

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