Denkverbote soll es nicht geben: Auch eine etwaige Opferung der Grundschule wird in Sitzung thematisiert

Krippe nach Dünsen? Rat diskutiert ergebnisoffen mit Bürgern

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Die Schule für eine Krippe aufgeben? Der Rat will sich auch zu dieser Frage ein Meinungsbild verschaffen.

Dünsen - Sollte die Samtgemeinde in Dünsen eine neue Kinderkrippe errichten? Und sollte Dünsen anbieten, ein geeignetes Grundstück zur Verfügung zu stellen – oder gar dafür die örtliche Grundschule „geopfert“ werden? Diese Fragen möchte der Rat der Gemeinde Dünsen mit Bürgern ergebnisoffen in einer öffentlichen Sitzung diskutieren, die am Freitag, 30. Oktober, um 19 Uhr in der Zufluchtskirche (Gemeindezentrum) beginnt.

Den Termin hat Bürgermeister Hartmut Post bewusst auf das beginnende Wochenende gelegt, um möglichst vielen Einwohnern die Chance zur Teilnahme zu geben. Die Sitzung werde im Verlauf des Abends für längere Zeit unterbrochen, damit die Bürger hinreichend Gelegenheit bekämen, ihre Meinung zu äußern. Die Entscheidung über den Standort einer neuen Krippe fällt in die Zuständigkeit der Samtgemeinde Harpstedt. Daher hat Hartmut Post auch Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse über die Gemeinderatssitzung in Kenntnis gesetzt.

Im Sozialausschuss klang kürzlich an, dass sich eine Krippengruppe allein mit Kindern aus den Gemeinden Dünsen, Kirchseelte und Groß Ippener „füllen“ ließe. Vor diesem Hintergrund werde in Dünsen inzwischen „ganz laut“ darüber nachgedacht, eine solche Betreuungseinrichtung – und damit ein Stück Infrastruktur – vor Ort zu schaffen. Denn ginge die Grundschule Dünsen über kurz oder lang verloren und käme die neue Krippe in den Flecken Harpstedt, „hätten wir hier gar nichts mehr“, zitiert Post Stimmen von Bürgern, die er häufig hört. Er verschweigt nicht, dass er sich von der kommenden Diskussion mit den Einwohnern „auf breiter Basis“ auch selbst eine Orientierungshilfe verspricht. Denn momentan sei ihm nicht klar, für welche Option zur Schaffung neuer Krippenplätze er im Samtgemeinderat stimmen solle.

Für eine etwaige Krippe hätte Dünsen zwei Grundstücke in der Hinterhand; eins liege, so Post, im Umfeld der Kirche, das andere im Baugebiet Ahornring. Beide seien noch auf ihre Eignung zu überprüfen.

Aus Sicht der Samtgemeinde interessanter wäre allerdings die Alternative, in der Grundschule Dünsen neue Krippenplätze zu schaffen und den Schulstandort aufzugeben, zumal dann bauliche Investitionen in die Schule eingespart werden könnten. Daher wird diese Möglichkeit in der Gemeinderatssitzung nicht von vornherein ausgeschlossen. Die Bürger sollen Farbe bekennen, ob sie sich selbst damit anfreunden könnten – oder nicht.

Keine Zustimmung seitens der Samtgemeinderats-CDU findet indes der SPD-Antrag, wonach der Flecken eine Krippe in Harpstedt bauen und an die Samtgemeinde vermieten soll. „Das lehnen wir ab. Wir möchten, dass die Samtgemeinde die Baumaßnahme in eigener Regie finanziert“, unterstreicht Post in seiner Funktion als Fraktionsvorsitzender. Ein Kredit wäre irgendwann getilgt, und dann, so Post, „gehört das Gebäude der Samtgemeinde“. Miete aber wäre immer weiter zu bezahlen und würde den Haushalt auf ewig belasten.

In Nachhinein findet Hartmut Post, dass auch bereits die Entscheidung, den Flecken die Harpstedter Kita „Zwergnase“ bauen zu lassen und die Immobilie seitens der Samtgemeinde anzumieten, ein Fehler gewesen ist.

boh

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