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Auf dem Harpstedter Bauhof putzt Elke Petersen sogar im Ruhestand

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Von: Jürgen Bohlken

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Alles Gute für die Zukunft wünschten Maren Jehlicka, Carsten Kröcher, Yves Nagel (v.l.) sowie Bärbel Beckmeyer (nicht im Bild) der angehenden Rentnerin Elke Petersen.
Alles Gute für die Zukunft wünschten Maren Jehlicka, Carsten Kröcher, Yves Nagel (v.l.) sowie Bärbel Beckmeyer (nicht im Bild) der angehenden Rentnerin Elke Petersen. © boh

Harpstedt – „Meine Männer vom Bauhof lasse ich nicht im Stich“, sagt Elke Petersen. Am Montag tritt die 64-Jährige nach der Arbeit ihren verdienten Ruhestand an. Aber nicht mit letzter Konsequenz. Als Rentnerin wird sie zwei Stunden in der Woche auf dem Bauhof in Harpstedt putzen: Toilette, Küche, Büro, Umkleide- und Duschbereich. Eben alles, was dazugehört.

Bislang hat sie dort stets sonnabends gereinigt. Sie wollte es selbst so. Morgens nach dem Frühstück zur Arbeit, zum Mittagessen wieder zurück – das sagte ihr zu.

Ihr Hauptrevier als Raumpflegerin der Samtgemeinde ist die Oberschule gewesen, aber auch  Schmutz in kommunalen Kitas hat sie häufig – am späten Nachmittag – den Garaus gemacht. So viel Flexibilität „war wertvoll für uns“, sagte Samtgemeindebürgermeister Yves Nagel, als er die angehende Ruheständlerin am Freitag bei Schnittchen im Amtshof-Trauzimmer verabschiedete – mit Blumen und einem Restaurantgutschein. „Ich bin ganz gerührt. Das muss ich erst verarbeiten“, sagte Elke Petersen – sonst so gar nicht um Worte verlegen. 2014 hatte sie kurz aushilfsweise für die Samtgemeinde geputzt, ab 2018 dann fest – 20 Wochenstunden oder auch ein paar mehr.

Auf Steuerkarte zu arbeiten, ist ihr immer wichtig gewesen. „Deine Bewerbung war damals vorbildlich“, bescheinigte ihr Bärbel Beckmeyer aus dem Personalamt. Blumen zum Abschied ließen neben dem Bürgermeister auch Maren Jehlicka (für den Personalrat) und Hausmeister Carsten Kröcher (für die Oberschule) sprechen.

Ich bin ganz gerührt. Das muss ich erst verarbeiten. 

Elke Petersen

Ihr Mann Eckhard habe gar nicht immer gewusst, wo sie gerade geputzt habe, verriet die zweifache Mutter und dreifache Oma. Hinter ihr liegt ein Arbeitsleben mit vielen Stationen. Manche Firma, die sie beschäftigte, existiert nicht mehr. Pudenz taucht ebenso in ihrem Lebenslauf auf wie Elektro Schriever, die „Harpstedter Fleischwaren“ und „Milch Dechant“. Bei Inkoop war Elke Petersen sozusagen „Mädchen für alles“ – und für „Schlecker“ mehr als 16 Jahre tätig, bis die Insolvenz der Drogeriekette auch unter dieses Kapitel einen Schlussstrich zog. Für „Sommer und Backhaus“ in der ehemaligen Munitionsanstalt (Muna) sortierte die Harpstedterin Gemüsekisten.

Reinigungskräfte verdienten Wertschätzung; sie verrichteten eine wichtige Arbeit, betonte Yves Nagel. Zumal die (Un-)Ruheständlerin der Samtgemeinde weiterhin erhalten bleibt, wenn auch nur zwei Stunden die Woche, ist ihr eine Einladung zum nächsten Betriebsausflug schon jetzt ganz sicher.  

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