Personal fehlt

Das Sozialamt bleibt in Harpstedt: Landrat und Samtgemeindebürgermeister unterzeichnen Vereinbarung

Landrat Christian Pundt (r.) und Samtgemeindebürgermeister Yves Nagel haben am Mittwoch die neue Heranziehungsvereinbarung unterzeichnet.
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Landrat Christian Pundt (r.) und Samtgemeindebürgermeister Yves Nagel haben am Mittwoch die neue Heranziehungsvereinbarung unterzeichnet.

Das Hin und Her um das Sozialamt in Harpstedt hat ein Ende. Es bleibt nun doch in der Samtgemeinde. Allerdings fehlt der Verwaltung noch Personal.

Harpstedt/Wildeshausen – Das Sozialamt bleibt mit sämtlichen Leistungen in der Samtgemeinde Harpstedt. Eine entsprechende Heranziehungsvereinbarung unterzeichneten am Mittwoch Harpstedts Samtgemeindebürgermeister Yves Nagel und Landrat Christian Pundt in Wildeshausen. Am Abend zuvor hatte bereits der Kreistag grünes Licht gegeben. Damit wird eine Entscheidung des alten Harpstedter Rates revidiert.Dieser Beschluss stellt die Samtgemeinde allerdings vor ein bislang ungelöstes Problem. Im September hatte der Landkreis einige Sozialamtsleistungen von Harpstedt übernommen. „Um diese jetzt wieder zurückzunehmen, fehlt uns das Personal, aufgrund des längerfristigen Ausfalls mehrerer Bediensteter“, erklärt Nagel. Harpstedt sucht deshalb dringend ausgebildete Verwaltungsmitarbeiter, die direkt in die Sachbearbeitung einsteigen können. Schließlich fallen die vom Kreis übernommenen Bereiche schon zum Jahreswechsel wieder an die Samtgemeinde zurück.

Die Bearbeitung von Fällen gerate aufgrund dieses Engpasses aber nicht ins Stocken, versichert der Verwaltungschef. Kreis und Samtgemeinde haben einvernehmlich beschlossen, die Verwaltungstätigkeiten solange beim Kreis zu lassen, bis Harpstedt personell aufgestockt hat. Bereits zum zweiten Mal hat die Verwaltung deshalb am Wochenende eine Stellenanzeige geschaltet. Bislang erfolglos. „Geeignete Bewerber stehen leider nicht gerade Schlange“, weiß Nagel. „Wir hoffen, dass wir wenigsten einen finden, den wir auch kurzfristig einsetzen können.“

Kurios: Der Landkreis hatte im September eigens zwei Mitarbeiter eingestellt, um die zusätzlichen Aufgaben für Harpstedt zu übernehmen. Für die muss die Verwaltung in Wildeshausen nun neue Betätigungsfelder suchen, während Harpstedt händeringend zwei solche Fachkräfte benötigt. „Der Landkreis hat mir zugesichert, dass er die betreffenden Angestellten bezüglich eines Wechsels anspricht“, erklärt Nagel. „Es wäre ein Traum, wenn beide zu uns kämen.“ Kreis und Gemeinde seien aber unterschiedliche Arbeitgeber und die Mitarbeiter hätten Arbeitsverträge mit dem Kreis. Ein Wechsel ginge deshalb nur freiwillig.

Eine akute Raumnot, die einer Rückverlegung der Sozialamtsleistungen im Wege stehen würden, gebe es im Harpstedter Amtshof dagegen nicht, betont der Bürgermeister. „Die Arbeitsplätze der fehlenden Bediensteten stehen schließlich zur Verfügung.“

Die Personalnot war zuletzt das stärkste Argument der CDU-Fraktion gewesen, weiterhin am alten Beschluss zur Rückgabe der Sozialamtsaufgaben festzuhalten. Die ganze Diskussion um das Sozialamt war ursprünglich nach einem Antrag der SPD losgetreten worden, die Verwaltung möge eine „Streichliste“ zwecks Haushaltskonsolidierung erarbeiten. Im Zusammenhang damit offenbarte sich, dass der Landkreis Oldenburg die tatsächlichen Kosten der Fallbearbeitung im Sozialamt nicht vollständig erstattet. Von einer jährlichen Unterdeckung von bis zu 200 000 Euro hatte der damalige Amtshof-Chef Herwig Wöbse gesprochen. Zweifel an der Schlüssigkeit und Richtigkeit dieser Zahl kamen danach auf.

Dass die Unterdeckung keine Fiktion war, erkannten auch andere Kreisgemeinden. Der Landkreis legte bei der Kostenerstattung nach. Etwa 50 000 Euro mehr pro Jahr wären für die Samtgemeinde drin gewesen. Die aber hielt im Unterschied zu allen anderen kreisangehörigen Kommunen an der Rückgabe der „Aufgabe Sozialamt“ fest und machte sich damit unbeliebt.

Mit der Unterzeichnung der neuen Heranziehungsvereinbarung durch den Bürgermeister lenkt die Samtgemeinde Harpstedt nun ein.

Von Leif Rullhusen

Die Samtgemeindeverwaltung im Harpstedter Amtshof sucht händeringend Personal.

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