Brandstiftung auf dem Koems-Gelände wirkt in Jahreshauptversammlung nach

„Das hat richtig weh getan“

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Der Vorstand der Fördergemeinschaft Koems: Bernd Fassauer, der erste stellvertretende Vorsitzende, Vorsitzender Klaus-Dieter Westphal, die erste Schriftführerin Hanna Hegeler, ihre Stellvertreterin Martina Ganswindt, Kassenführer Klaus Corleis, der zweite stellvertretende Vorsitzende Olaf Hering und der stellvertretende Kassenführer Wolfgang Krössing (von links).

Harpstedt - Das Feuer, das am 16. Juni 2015 als Folge von Brandstiftung den Holzlagerunterstand im Harpstedter Scheunenviertel vernichtet hatte, kommentierte Harro Hartmann am Mittwoch während der Jahreshauptversammlung der Fördergemeinschaft Koems im Lämmerkoven mit Galgenhumor.

„Heizen mit Holz wurde missverstanden“, lautete eine Textzeile im Wortlaut, die während seines beamergestützten Foto-Rückblicks auf 2015 ein Bild des brennenden „Schuppens“ unterlegte. Es habe richtig weh getan, die Früchte ehrenamtlicher Arbeit in Flammen aufgehen zu sehen, verhehlte Bernhard Wöbse, Sprecher der „Rentnerbänd“, nicht. Seine Truppe hat den Holzlager-Unterstand gleichwohl bereits in der zurückliegenden Saison wieder aufgebaut und am 15. Oktober gerichtet.

Wöbse erwähnte auch eine von der „Rentnerbänd“ neu geschaffene Sitzgruppe auf dem Koems-Gelände, die Aufarbeitung von Info-Tafeln für den Verkehrs- und Verschönerungsverein, die Vor- und Abbrucharbeiten, die der Erneuerung des Zauns am Schießstand (durch eine Firma) vorausgegangen waren, sowie diverse Pflegearbeiten an Gebäuden und Grünanlagen. 2 124 ehrenamtliche Stunden habe die Seniorengruppe an 26 Arbeitstagen mit im Schnitt jeweils 20,4 beteiligten Helfern geleistet. Das sei der bislang zweithöchste Wert für eine Saison, so Wöbse. In den 18 Jahren ihres Bestehens komme die „Rentnerbänd“ auf insgesamt 29 082 Stunden.

Mit beeindruckenden Zahlen wartete auch der – ebenso wie Schriftführerin Hanna Hegeler – für weitere drei Jahre wiedergewählte Vorsitzende der Fördergemeinschaft, Klaus-Dieter Westphal, auf: 10 650 gezählte Besucher habe es 2015 auf dem Koems-Gelände gegeben. In den zurückliegenden 32 Jahren seien es 431 360 gewesen. Einschließlich jener Gäste, deren Zahl nicht genau quantifizierbar sei, sondern geschätzt ist, liege das Gesamtbesucheraufkommen für diese gut drei Jahrzehnte sogar bei etwa 712 500 Menschen.

Die Gelegenheit, Räumlichkeiten im Scheunenviertel für Feiern und andere Veranstaltungen zu mieten, wurde 2015 insgesamt 98-mal genutzt. 17 Vermietungen entfielen auf das Backhus, fünf auf die Rottscheune, elf auf die Saalstube, 37 auf Lämmerkoven, Offiziersraum sowie Schießhalle und 28 auf den Koems-Saal. Die Zahlen bewegten sich in etwa auf Vorjahresniveau, so Westphal. 2015 hätten an 15 Gästeführungen im Scheunenviertel 312 Menschen teilgenommen. Die Mitgliederzahl der Fördergemeinschaft Koems sei um sieben auf 295 gestiegen. Den Zuwachs erklärte Westphal mit dem Aktionstag „Verein(t) für Jung und Alt“. Der „höchstdotierte“ Neuzugang im Koems-Verein sei Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse gewesen, sagte er schmunzelnd.

Der Vorsitzende bedauerte, dass die Koems-Tombola Geschichte ist, zollte den Burg- und Koems-Frauen aber ein dickes Dankeschön für sage und schreibe insgesamt fast 45 000 Euro, die der Fördergemeinschaft als Folge der Losverkäufe zugute kamen. Trotz der nun fehlenden Tombola werde es an Himmelfahrt wieder ein Konzert der „Prager“ sowie ein begleitendes Angebot an Essen und Trinken geben. Das Blasorchester habe hier in Zusammenarbeit mit dem Imbissbetrieb Bode aus Twistringen „eine gute Lösung gefunden“, urteilte Westphal. Im Ausblick auf Termine wies er auf ein Novum hin: Am 1. Oktober steige auf dem Koems ein Oktoberfest mit einer Bayern-Band. „Da freuen wir uns drauf.“

Westphal bekundete nach seiner Wiederwahl, er wolle den Koems weiter voranbringen. „Das ist heute meine 13. Jahreshauptversammlung“, verriet er, sah darin aber keineswegs ein schlechtes Omen. Zusammen mit Schriftführerin Hanna Hegeler kümmere sich Harro Hartmann um die facebook-Seite der Fördergemeinschaft, merkte er an anderer Stelle an und fügte zur allgemeinen Erheiterung hinzu: „Ich wusste gar nicht, dass wir eine haben.“ Fleckenbürgermeister Werner Richter dankte in einem Grußwort „allen, die sich hier engagieren“. Bernhard Wöbse erwähnte, dass der größte Teil der Pfannen, mit denen die Scheunen auf dem Koems-Gelände eingedeckt sind, mindestens 120 Jahre alt seien, der davon noch vorhandene Vorrat aber nicht üppig sei. Am Kassenbericht von Klaus Corleis hatten die Revisoren Jens Fleischmann und Johann Lakewand nichts zu beanstanden. Letzterer prüft 2017 mit Claus Grote die Kasse.

boh

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