INTERVIEW Markus Pieper nutzt ehemaliges Einsatzfahrzeug für sein Motocross-Hobby

Das feuerrote Transportmobil

Stolze 36 Jahre hat dieser von Markus Pieper ersteigerte Feuerwehr-Oldtimer schon auf dem Buckel.
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Stolze 36 Jahre hat dieser von Markus Pieper ersteigerte Feuerwehr-Oldtimer schon auf dem Buckel.

Klein Köhren – Einmal im Jahr, wenn es auf Weihnachten zugeht, fährt Markus Pieper aus Klein Köhren mit seinem Feuerwehr-Oldtimer  vor der Hörstube in Harpstedt vor, um zusammen mit seiner Kollegin Annelen Voß als Gabenbringer zu fungieren. Die beiden Jugendpfleger verladen dann von Mitbürgern gespendete Präsente, um sie schnellstmöglich im Rahmen der „Wunschbaum“-Aktion ausgewählten Kindern aus weniger gut situierten Familien zukommen zu lassen (wir berichteten). Dabei leistet das frühere Einsatzfahrzeug wertvolle Dienste. Angeschafft hat sich Pieper das feuerrote Vehikel aber natürlich aus einem anderen Grund, verrät er im Gespräch mit unserer Zeitung.

Herr Pieper, wofür brauchen Sie als Jugendpfleger ein ausgemustertes Feuerwehrfahrzeug?

Das hat nichts mit meinem Beruf zu tun, sondern mit meinem Motocross-Hobby. Ich nutze den Wagen als Zugmaschine für einen Pferdeanhänger, in dem wiederum Motocrossmaschinen transportiert werden.

Sie fahren Motocross?

Ja, und zwar in Aumühle.

Als aktives Mitglied des MCC Wildeshausen?

Ja, ich wollte dieses Jahr eigentlich sogar noch aktiver werden, aber das war wegen Corona nicht möglich. Auf der Motocrossbahn herrschte pandemiebedingt wenig Betrieb. Zudem lag eine schwerere Verletzung hinter mir.

Feuerwehrfahrzeuge werden zumeist nach 30 Jahren außer Dienst gestellt, manchmal etwas früher. Das heißt, wenn es die Chance gibt, da über eine Versteigerung ranzukommen, sind sie schon Oldtimer. Wie alt ist ihr „Schätzchen“?

1984 erbaut. Ein 608er-Mercedes. Ich habe ihn online ersteigert. Das Fahrzeug war früher mal bei der Feuerwehr Bovenden* im Einsatz. Das kann man an dem ziemlich verblassten Schriftzug gerade noch erkennen.

Wie lange haben Sie den Wagen schon?

Seit 2014. Er hatte damals nicht viele Kilometer auf dem Tacho, wie das bei Einsatzfahrzeugen der Feuerwehr ja ganz oft der Fall ist. Die geringe Laufleistung war letztlich ausschlaggebend für die Kaufentscheidung.

Blaulicht hat der Wagen wegen der privaten Nutzung im öffentlichen Straßenverkehr nicht?

Ja, so ist es. Dafür hat er ein paar Extras. Da ist eine Solaranlage drauf und eine Markise dran. Wenn wir mit dem Auto irgendwo stehen, sind wir komplett autark.

Nutzen Sie den Wagen ausschließlich zum Transport von Motocrossmaschinen?

Auch für Urlaubsfahrten.

*Bovenden liegt am Solling-Harz-Querweg – vor den Toren Göttingens.

Von Jürgen Bohlken

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