„Umspannwerk Prinzhöfte“ hätte eigentlich längst fertiggestellt sein sollen

Das Betriebsgebäude steht inzwischen

Links das Betriebsgebäude für das neue „Umspannwerk Prinzhöfte“. Rechts die imposanten Spannungswandler.
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Links das Betriebsgebäude für das neue „Umspannwerk Prinzhöfte“. Rechts die imposanten Spannungswandler.

Simmerhausen – Das Betriebsgebäude für die 20-kV-Mittelspannungsschaltanlage steht. Spannungswandler von beeindruckender Größe fallen ins Auge. Fotovoltaikzellen liefern den auf der Baustelle benötigten Strom. Es geht nun doch sichtlich voran mit der Realisierung des „Umspannwerks Prinzhöfte“, wenngleich viel langsamer als von der Avacon Netz GmbH prognostiziert. Über Monate hinweg tat sich auf dem eingezäunten Areal unweit der Kreisstraße 9 in Simmerhausen sehr wenig.

Eigentlich hätte das Umspannwerk schon im Mai vergangenen Jahres zumindest bautechnisch vollendet sein sollen. Bereits im August 2019 sollte der Bauantrag eingereicht werden. Zu der Zeit hatte die Avacon Netz GmbH das Vorhaben der interessierten Öffentlichkeit in der Horstedter Schützenhalle vorgestellt – und dabei den Zeitrahmen abgesteckt. Für das vierte Quartal 2020 war nach damaligem Stand die Inbetriebnahme ins Auge gefasst. Die eingetretenen Verzögerungen sollen auch ein Ergebnis von Problemen im Zusammenhang mit der Erteilung der Baugenehmigung gewesen sein. Eine Baustellenbegehung mit Pressevertretern gab es bislang nicht. Mit der Inbetriebnahme ist nun in diesem Jahr, wohl im Herbst, zu rechnen.

„Das neue Umspannwerk dient in erster Linie einer höheren Versorgungssicherheit“, hatte Projektentwickler Jens Bringmann aus der Avacon-Technikzentrale Salzgitter 2019 während der Info-Veranstaltung erläutert. Es ergänze zwei bestehende Einspeisepunkte im Nordkreis Diepholz für das verhältnismäßig große Regionalnetz. Die Technik werde sowohl Strom von 110 auf 20 Kilovolt (kV) runter- als auch von 20 auf 110 kV hochtransformieren. Sie solle das Netz noch besser gegen etwaige Störungen absichern. Zugleich sei sie als Teil der Infrastruktur erforderlich, die für die Einspeisung und den Transport von Strom aus regenerativen Quellen benötigt werde. Obendrein erwarte die Avacon Netz langfristig einen höheren Strombedarf als Folge zunehmender Elektromobilität. Das Umspannwerk werde an die vorhandene 110-kV-Leitung Ganderkesee–Wildeshausen angeschlossen.

Die Gesamtkosten hatte der Netzbetreiber auf rund elf Millionen Euro veranschlagt. Die Einbindung der Anlage in das Mittelspannungsnetz machte und macht großräumigen 20-kV-Leitungsbau erforderlich. Darauf entfällt allein etwa die Hälfte des gesamten Investitionsvolumens. Den Baugrund am Ende der Straße „Stolzbruch“ hat die Bauherrin erworben. Die Fläche misst 6 900 Quadratmeter (qm). Etwa 1 000 qm wird schon die beabsichtigte Eingrünung vereinnahmen. Mit fortschreitendem Wachstum der zu pflanzenden Bäume und Sträucher soll die Anlage (mit Ausnahme der höchsten Bauteile) zunehmend optisch hinter dem Bewuchs verschwinden. Mit Beschwerden über Lärm ist nicht zu rechnen. Innerhalb eines 900-Meter-Umkreises befindet sich kein einziges Wohnhaus. Baulärm wird indes schon erzeugt, aber zu einem guten Teil von den Verkehrgeräuschen auf der A1 übertönt.

Das zu verlegende Mittelspannungskabel, insgesamt immerhin 30 bis 40 Kilometer lang, kommt komplett in die Erde.

Von Jürgen Bohlken

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