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Diamantene Hochzeit im Hause Seelhoff: „Kleine Maus“ wird die Frau fürs Leben

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Von: Jürgen Bohlken

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Seit 60 Jahren verheiratet: Erika und Bernhard Seelhoff aus Harpstedt.
Seit 60 Jahren verheiratet: Erika und Bernhard Seelhoff aus Harpstedt. © Bohlken

Harpstedt – „Die ganze Nacht vor unserer Hochzeit habe ich seinen Rücken mit Buttermilch gekühlt, damit er es aushalten kann, ein Oberhemd zu tragen“, erinnert sich Erika Seelhoff, geb. Stabenow. Ihr „Herzbube“ Bernhard hatte sich beim Unkrautjäten einen fiesen Sonnenbrand kurz vor dem Jawort zugezogen. „Am Tag unserer Heirat war es so heiß wie jetzt, 60 Jahre später, zu unserer Diamanthochzeit“, erzählt das Paar, das seit 1978 an der Nordstraße in Harpstedt wohnt und fast 29 Jahre lang ein Taxiunternehmen betrieb.

Die „grüne“ Hochzeitsfeier ging am 23. Juni 1962 im Garten des Hauses der Brautmutter in Winkelsett unter freiem Himmel über die Bühne. In eben diesem Doppelhaus wohnte schon 1960 auch Bernhard Seelhoffs Bruder Dietrich.

„Ich bin damals beim Bund gewesen und mit dem Motorrad heimgefahren. Meine Mutter sagte mir, Dietrich sei nach Winkelsett umgezogen. Ich habe mich auf meiner 500er-BMW auf den Weg dorthin gemacht. Die Maschine stellte ich dann an einem Baum ab, weil ich mit meinen vielleicht 50 Kilogramm Körpergewicht nicht imstande war, sie aufzubocken“, entsinnt sich Bernhard Seelhoff. In der Wohnung seines Bruders und seiner Schwägerin Gerda galt sein Interesse sofort einem Mädel, das sich gerade dort aufhielt und das er nur zweieinhalb Jahre später ehelichte. „Was ist das denn für ‘ne kleine Maus?“, fragte er Dietrich. „Die Tochter von Frieda nebenan“, bekam er zur Antwort.

Vereinskollegen vom AC Harpstedt stehen Spalier

„Das war am ersten Weihnachtstag 1960. Abends sind wir zum Weihnachtsball im Gasthaus Beuke nach Harpstedt gefahren“, entsinnt sich Erika Seelhoff. „Bernhard saß unten in der Kneipe. Oben war Danz op de Deel. Mit mir tanzte ein ziemlich alter Mann. Ich wollte da weg und bin mit meinen hochhackigen Schuhen runtergelaufen. Bernhard hat mich unten regelrecht aufgefangen und in den Arm genommen“, erzählt die Ehejubilarin. Zu Dieter Beuke soll er gleich gesagt haben: „Das wird meine Frau.“

Mit dem Sohn des Gastronomen Dirk Beuke verband ihn die Zugehörigkeit zum AC Harpstedt. Vollmundig kündigte Bernhard Seelhoff an: „Du, Dieter, kannst unseren Vorstand schon mal darüber in Kenntnis setzen, dass ihr vom Motorclub nächstes Jahr Spalier stehen müsst.“ So kam es dann tatsächlich auch. Allerdings dauerte es bis zur Trauung durch den Standesbeamten Dirk Heile und Pastor Heinrich Dauskardt etwas länger als „angekündigt“. Die Vereinskollegen vom AC ließen sich nicht lumpen; sie bildeten tatsächlich ein Spalier.

Für den Verlobungsring pumpte er sich Geld vom Bruder

Eine Verlobung war dem Jawort vorausgegangen. „Das war schon irgendwie romantisch“, findet Erika Seelhoff. „Bernhard hat mir mitten auf der Kreuzung in Winkelsett, wo’s nach Hackfeld geht, den Verlobungsring an den Finger gesteckt. Um ihn bezahlen zu können, hatte er sich Geld von seinem Bruder leihen müssen“, plaudert sie aus dem Nähkästchen.

Ihre Diamanthochzeit wollen die Ehejubilare, auch vierfache Groß- und zweifache Urgroßeltern, nicht feiern, aber einen Restaurantbesuch im engsten Familienkreis soll es schon geben. Traute Evans, Meike Siegenthaler und Detlef Seelhoff, die Kinder, wollen das seltene Ehejubiläum nicht völlig sang- und klanglos verstreichen lassen.  

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