Astrid Grotelüschen spricht mit Hospizverein / Bedarf an zusätzlichen – vor allem männlichen – Sterbebegleitern

„Coronabedingter Verlust von Nähe erfordert neue Antworten“

Gedankenaustausch: Die Bundestagsabgeordnete Astrid Grotelüschen (vorn links) sprach mit Mitgliedern des Hospizvereins Samtgemeinde Harpstedt.
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Gedankenaustausch: Die Bundestagsabgeordnete Astrid Grotelüschen (vorn links) sprach mit Mitgliedern des Hospizvereins Samtgemeinde Harpstedt.

Harpstedt – Schutzmaske, Handschuhe, Vorsichtsmaßnahmen... Wenn die Mitglieder des Hospizvereins Samtgemeinde Harpstedt ihre Besuche machen, fällt ihnen das in Zeiten der Pandemie beileibe nicht immer leicht, gibt es doch so vieles zu bedenken und zu beachten. Im Vergleich damit mutete ein lange geplanter Plausch mit der CDU-Bundestagsabgeordneten Astrid Grotelüschen, der coronabedingt dieser Tage nachgeholt wurde, geradezu „easy“ an.

Der 2007 gegründete Verein kümmert sich komplett ehrenamtlich um schwerkranke, sterbende Menschen sowie ihre Angehörigen. Er hat in 13 Jahren ein gutes Netzwerk aufgebaut. „Grundsätzlich kann jeder unsere Unterstützung in Anspruch nehmen. Die meisten Besuche machen wir jedoch in unseren Pflegeheimen. Dort gelten wegen der Pandemie derzeit strenge Vorschriften. Das ist natürlich verständlich, baut aber in unserer Arbeit eine Barriere auf“, verschwieg die erste Vorsitzende Elke Kopmann-Cordes nicht. „Speziell mit Blick auf die Hospizarbeit bedarf es anderer Antworten, denn aktuell geht genau die Nähe verloren, die sterbende Menschen von den Begleitern des Hospizvereins bräuchten“, merkte Astrid Grotelüschen an.

Abseits von Corona gab es weitere Themen, die der Verein mit seinen 34 Mitgliedern, von denen derzeit zehn Besuchsdienste übernehmen, mit der Abgeordneten erörterte. So etwa die Trauerbegleitung der Angehörigen im Rahmen des Harpstedter Trauercafés. Im Gegensatz zur Sterbebegleitung können Hospizdienste hierfür keine Zuschüsse beantragen. Daraus ergibt sich bei wachsender Nachfrage nicht nur für den Harpstedter Verein absehbar eine Herausforderung. „Der Trauerbegleitung kommt in Zeiten veränderter Familienstrukturen und zunehmender Einsamkeit eine immer größer werdende Bedeutung zu. Sie ist nicht nebenbei zu leisten. Deshalb gilt es hier politisch am Ball zu bleiben. Eine Antwort braucht das Thema nicht nur in Ganderkesee und Delmenhorst, wo ich mit der Patientenbeauftragten Prof. Claudia Schmidtke im vergangenen Jahr zu Besuch war, sondern bundesweit“, bekräftigte die Parlamentarierin – und sicherte weiterhin ihre Unterstützung zu.

Hinsichtlich einer anderen „Baustelle“ konnte die Abgeordnete nicht direkt helfen. Sie könne allerdings gern die Werbetrommel rühren, indem sie das Anliegen des Vereins in die Öffentlichkeit trage: „Wir haben überwiegend weibliche Mitglieder. Ein ausgewogeneres Verhältnis wäre toll. Männer wünschen sich oft einen männlichen Begleiter“, sagte die zweite Vorsitzende Änne Mennebäck-Meyer. Aber auch zusätzliche weibliche Unterstützung sei willkommen. „Es ist sicher keine leichte Aufgabe. Deshalb werden unsere Hospizbegleiter ausgebildet und unterliegen der Supervision. Wir erhalten von unseren Betreuten und den Angehörigen sehr viel Dankbarkeit und Zuspruch. Das macht dieses Ehrenamt so erfüllend“, betonte Elke Kopmann-Cordes. Zeit sei dabei der wichtigste Faktor. Damit davon bei steigender Nachfrage künftig genug übrig bleibt, will Astrid Grotelüschen in Berlin weiterhin für die Hospizvereine werben.

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