Paula Wöbse (17) will selbst Erste-Hilfe-Kurse leiten

Corona legt Ausbilderausbildung auf Eis

Brennt für die Erste Hilfe: Paula Wöbse.
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Brennt für die Erste Hilfe: Paula Wöbse.

Harpstedt – Die Erste Hilfe steht bei vielen Jugendlichen nicht unbedingt oben auf der Liste persönlicher Interessen. Bei Paula Wöbse schon. Die Schülerin (17), die das Gymnasium Wildeshausen besucht und der Malteser-Ortsgliederung Harpstedt angehört, will selbst Ersthelfer in spe schulen. Die Befähigung dazu bekommt sie in einer Ausbilderausbildung vermittelt. Im nachfolgenden Interview begründet die junge Anwärterin ihre eigene Motivation..

Frage: Paula, warum hast du dich zu dieser Ausbildung entschieden? Was hat dich dazu ermutigt, Erste-Hilfe-Ausbilderin zu werden? Aber der Reihe nach: Wie bist du zu den Maltesern gekommen?

Paula Wöbse: Im Januar absolvierte ich ein zweiwöchiges Praktikum beim Rettungsdienst der Malteser in Harpstedt. Dort sprach mich Maximilian Oebker an, ob ich nicht Lust hätte, ehrenamtlich als Ausbilderin tätig zu werden. Das konnte ich mir gut vorstellen, zumal ich schon als Schulsanitäterin immer wieder an Erste-Hilfe-Kursen teilgenommen hatte.

Frage: Wie läuft die Ausbilderausbildung ab? Und an welchem Punkt befindest du dich da gerade?

Paula Wöbse: Die Ausbildung teilt sich in mehrere Schritte auf: Gestartet wird mit der medizinischen Fachausbildung und der Hospitation bei einem Erste-Hilfe-Kurs. Danach folgen die Ausbilder-Blöcke A und B, dann eine Assistenz, im Anschluss der Block C und zum Schluss die Durchführung eines begleiteten Kurses. Ich bin dabei, die medizinische Fachausbildung zu beenden.

Frage: Welche Hürden gibt es aktuell? Wie beeinflusst Corona deinen Werdegang?

Ich kann mir gut vorstellen, nach meinem Abitur eine Ausbildung zur Notfallsanitäterin zu machen.“

Paula Wöbse

Paula Wöbse: Wegen der Corona-Maßnahmen konnten seit November leider keine Kurse mehr stattfinden. Ich musste deshalb mit meiner Ausbildung erst einmal pausieren. Voraussichtlich ab Juni werde ich weitermachen können.

Frage: Wer begleitet dich in deiner Ausbildung?

Paula Wöbse: Maximilian Oebker als Praxisanleiter. Bei Fragen oder Problemen kann ich mich immer an ihn wenden. Er hat ein offenes Ohr für alles. Ich fühle mich dort sehr gut aufgehoben.

Frage: Was bedeutet Erste Hilfe für dich?

Paula Wöbse: Dass man Menschen hilft, die sich in einer Notsituation befinden – unabhängig von Geschlecht, Alter und Herkunft. Schließlich hofft ja jeder, dass ihm auch selbst im Ernstfall schnell geholfen wird.

Frage: Und zwar unabhängig davon, ob gerade eine Pandemie die Welt im Griff hat oder nicht?

Paula Wöbse: Ja. Erste Hilfe bleibt wichtig. Was sich mit Corona ändert, sind die Bedingungen, unter denen man hilft. Jeder sollte als Teilnehmer einen Kurs besuchen, um Erste Hilfe leisten zu können. Situationen, in denen das nötig ist, können immer und plötzlich eintreten. Etwa nach einem Unfall im Straßenverkehr oder im Haushalt. Es ist wichtig zu wissen, wie man im Notfall richtig handelt – und sehr zu empfehlen, von Zeit zu Zeit einen Auffrischungskurs zu absolvieren, damit das Erlernte nicht in Vergessenheit gerät und man immer auf den neuesten Stand kommt.

Frage: Wie bewerten deine Familie und deine Freunde dein Ehrenamt und deine Absicht, sogar selbst auszubilden?

Das Echo ist ausgesprochen gut. Meine Familie unterstützt mich und ist stolz darauf, dass ich mich so begeistert in diesem Bereich engagiere. Auch von meinen Freunden erhalte ich ein sehr positives Feedback.

Frage: Übernimmst du in der Malteser-Gliederung noch andere Aufgaben?

Paula Wöbse: Aktuell nicht. Es ist jedoch in Planung, dass ich bei der Pressearbeit mitwirke. In Zukunft würde ich gern noch den Einsatzsanitäter machen und auch weiter aktiv im Ehrenamt tätig bleiben. Ich kann mir gut vorstellen, nach meinem Abitur eine Ausbildung zur Notfallsanitäterin zu machen.

Frage: Es gibt ja auch ein Leben abseits der Malteser. Wofür begeisterst du dich sonst noch?

Paula Wöbse: Ich spiele seit mehreren Jahren Klavier und Querflöte, fotografiere und bin auch kreativ. Ich mache Sport und treffe mich, sofern es Corona zulässt, natürlich auch gern mit Freunden. Außerdem wirke ich in der katholischen Kirche in Harpstedt im Team der Messdienerleitung mit.

Hintergrund: Malteser bieten nach Lockerungen wieder Erste-Hilfe-Kurse an

Herz-Lungen-Wiederbelebung, Seitenlage, Druckverband: Gehört hat jeder, der mal eine Erste-Hilfe-Ausbildung absolviert hat, solche Begriffe schon. In Harpstedt bietet die Ortsgliederung der Malteser, auch zuständig für die Aus- und Fortbildung der Schulsanitäter der Oberschule, solche Kurse an (das schließt Kindernotfalltrainings ein). Sehr häufig nehmen Führerscheinanwärter oder Mitarbeiter von Betrieben teil. In mehr als 30 Jahren haben die Malteser Kurse und Kursprogramm immer wieder geändert und angepasst. In der Pandemie, da eine Reduzierung der Kontakte zwingend geboten ist, geht in diesem Bereich nur noch wenig – und aktuell, im harten Lockdown, gar nichts mehr. Greifen Lockerungen, werden die Malteser Erste-Hilfe-Kurse so rasch wie möglich unter Einhaltung der Bestimmungen wieder durchführen. Aktuell erhalten sie dazu viele Anfragen, bemühen sich um schnelle Antworten und werben um Verständnis dafür, wenn die erhoffte Auskunft doch mal etwas auf sich warten lässt. Wer eine Frage hat, sollte einfach eine E-Mail an ausbildung.harpstedt@malteser.org schicken.

Noch neu: die Rettungswache und Dienststelle der Malteser an der oberen Freistraße.

Für die Malteser bleibt die Erste Hilfe ein wichtiges Anliegen – auch und gerade in Zeiten der Pandemie. Aktuell sind in Harpstedt zwei Ausbilder in diesem Bereich aktiv, davon einer als Praxisanleiter; außerdem stehen zwei Ausbilderanwärterinnen in den Startlöchern. Diesen Personenkreis lässt unsere Zeitung von heute an in einer Interviewreihe zu Wort kommen.

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