Altenpension: 49 positiv Getestete

Durchweg milde Krankheitsverläufe

Erstmals seit Beginn der Pandemie von einem Corona-Ausbruch betroffen: die Klosterseelter Altenpension.
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Erstmals seit Beginn der Pandemie von einem Corona-Ausbruch betroffen: die Klosterseelter Altenpension.

Klosterseelte – 18 von 51 Mitarbeitenden und 31 von 54 Bewohnern der Klosterseelter Altenpension sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das ist der Stand von Mittwochmittag. Die gute Nachricht: Schwere Krankheitsverläufe gibt es nicht, und die Betroffenen erholen sich zu einem guten Teil schon wieder. Zur Wahrheit gehört indes auch, dass sich zwar infizierte, aber symptomfreie Mitarbeitende um die Pflege infizierter Bewohner kümmern. Das sei in der gegenwärtigen Situation gar nicht anders zu machen und selbstverständlich mit dem Gesundheitsamt abgestimmt, erläutert Geschäftsführerin Anja Westermann.

Die Ansteckungen mit dem Coronavirus in der Belegschaft beträfen bislang ausschließlich die Pflege. Die Testergebnisse sämtlicher hauswirtschaftlicher Kräfte seien negativ.

Nach Angaben der Geschäftsführerin ist das Virus durch eine Mitarbeiterin in das Pflegeheim eingetragen worden. Deren Sohn habe es wiederum aus der Schule „mitgebracht“ (aus einer Schule außerhalb der Samtgemeinde Harpstedt). Nach einem Abstrich habe die Frau am 21. Dezember ein positives PCR-Testergebnis erhalten.

Betroffene Bewohner konnten teils nicht mehr richtig stehen. Sie gingen unsicher, waren etwas wackelig auf den Beinen und legten sich daraufhin ins Bett – müde und appetitlos. Dieser Zustand währt erfahrungsgemäß zwei bis zweieinhalb Tage.“

Anja Westermann

Mit Hospitalisierungen rechnet Anja Westermann nicht. Zu den unter den Erkrankten aufgetretenen Symptomen gehörten Kopf- und Gliederschmerzen. „Betroffene Bewohner konnten teils nicht mehr richtig stehen. Sie gingen unsicher, waren etwas wackelig auf den Beinen und legten sich daraufhin ins Bett – müde und appetitlos. Dieser Zustand währt erfahrungsgemäß zwei bis zweieinhalb Tage“, hat Westermann beobachtet. Aber bei lediglich vier der 31 positiv getesteten Bewohnerinnen und Bewohner seien die Symptome einschließlich Bettlägerigkeit geballt aufgetreten. „Alle anderen haben nur mal über leichte Kopfschmerzen, mal über schwere Beine oder mal über mangelnden Appetit geklagt“, erläutert Westermann.

Unzuverlässige Schnelltests

Die durchweg milden Verläufe könnten auf die Omikron-Virusvariante hindeuten; insbesondere Appetitlosigkeit gilt als typisch für diesen sich explosionsartig ausbreitenden Erreger.

Die Hygiene- und Vorsichtsmaßnahmen in der Altenpension seien fortwährend eingehalten worden: „Wir haben durchgängig Schnelltests durchgeführt, stets FFP2-Maske getragen und immer Buch geführt, wer sich wann wo im Hause aufhält. Da gab es nirgends Erleichterungen oder Lockerungen“, versichert Anja Westermann.

Drei von vier ungeimpften Bewohnern infiziert

Nur drei der am 21., 22. und 23. Dezember erfolgten Schnelltests seien, was die Bewohner angehe, positiv gewesen. Kein weiteres positives Ergebnis habe es innerhalb der Heimbelegschaft gegeben. Das böse Erwachen kam mit den umfänglichen PCR-Tests vom 23. Dezember. Die ergaben, dass sich bis dato 15 Bewohner und acht Mitarbeitende infiziert hatten. Daraus kann Westermann nur schlussfolgern, dass selbst Schnelltests, denen eine gute Qualität bescheinigt wird, oft zu spät anschlagen.

Wir haben durchgängig Schnelltests durchgeführt, stets FFP2-Maske getragen und immer Buch geführt, wer sich wann wo im Hause aufhält. Da gab es nirgends Erleichterungen oder Lockerungen.“

Anja Westermann

96 Prozent der Mitarbeitenden im Heim seien sowohl geimpft als auch schon geboostert. Bei vier Bewohnern bestehe kein Impfschutz; alle anderen hätten auch bereits die Boosterung erhalten. Der aktuelle Corona-Ausbruch sei seit Beginn der Pandemie der erste in der Altenpension. Auch drei der ungeimpften Bewohner seien dieser Tage positiv getestet worden, aber nach derzeitiger Lage der Dinge „raus aus dem Gefahrenpotenzial“; es gehe ihnen „so weit gut“.

„Rekrutierung“ in Arbeitsquarantäne

„Die Mitarbeitenden mit positiven PCR-Testergebnissen sind natürlich heimgeschickt worden und mit ihren Angehörigen in Quarantäne gegangen. Die Erkrankten, die unter Symptomen leiden, bleiben zu Hause. Die positiv Getesteten, die symptomfrei sind, haben wir nun sozusagen für die Pflege der infizierten Bewohner wieder in die Arbeitsquarantäne rekrutiert. Sie dürfen zur Arbeit kommen und nach dem Dienst wieder nach Hause fahren“, so Westermann.

Das Weihnachtsfest hat in der Klosterseelter Altenpension erheblich unter dem Corona-Ausbruch gelitten, und für Silvester sind die Aussichten kaum besser. Eine Wertschätzung des Durchhaltevermögens der Bewohner und Mitarbeitenden soll im neuen Jahr nachgeholt werden.

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