Überraschend hohe Nachfrage nach Kindergartenplätzen zwingt Samtgemeinde zum Handeln

Container der „Waldburg“ wird „reaktiviert“

Im „Waldburg“-Container soll Platz für die zusätzlich benötigte Gruppe geschaffen werden. Foto: Rottmann

Harpstedt - Die Samtgemeinde Harpstedt hat auf etwaige Schwierigkeiten bei der Deckung des Bedarfs an Kindergartenplätzen schnell reagieren müssen. Insbesondere im Flecken hatte sich ein Engpass abgezeichnet. Die für das Betreuungsjahr 2019/2020 zutage getretene Nachfrage nach Plätzen für Mädchen und Jungen im Alter von drei bis sechs Jahren sei größer als bislang angenommen, lässt Verwaltungschef Herwig Wöbse in einer Pressemitteilung durchblicken.

Das Thema beschäftigte kürzlich den nichtöffentlichen Samtgemeindeausschuss, der auch bereits eine Entscheidung traf: Danach wird am Standort der Harpstedter Kita „Waldburg“ eine weitere Kindergartengruppe eingerichtet - und der dort angesiedelte Container (Mobilbau) „reaktiviert“ sowie bedarfsgerecht eingerichtet.

Doch damit nicht genug: Weil sich zusätzlich ein wachsender Bedarf an Integrationsplätzen abzeichnet, soll die Kita „Kasperburg“ in Kirchseelte wieder ein Kindergarten mit Integrationsgruppe (I-Gruppe) werden. Die dafür nötige Beantragung beim Landesjugendamt wird bereits vorbereitet.

„Kasperburg“: Von 20 zurück auf 18 Plätze

Aktuell stehen in der „Kasperburg“ 19 Regelplätze und ein weiterer Platz für ein einzelnes Integrationskind mit besonderem Betreuungsbedarf zur Verfügung. Diese Zahl wird im Zuge der Umsetzung der jetzigen Pläne auf insgesamt 18 zurückgehen. Denn: In einer I-Gruppe dürfen maximal 14 Regel- und bis zu vier Integrationskinder betreut werden.

Da die neue Beschlusslage zusätzliches Personal erfordert, bedarf es einer Stellenausschreibung. Die sei bereits „angelaufen“, teilt Herwig Wöbse mit. Zwei zusätzliche Betreuungskräfte für die „Waldburg“ und eine weitere für die „Kasperburg“ würden plus Vertretungsreserve benötigt, so der Samtgemeindebürgermeister auf Nachfrage unserer Zeitung. Der Fachkräftemangel bereite den Kommunen derzeit generell Probleme, offene Stellen zu besetzen. „Das wird nicht einfach werden“, glaubt der Verwaltungschef. Auf die Samtgemeinde Harpstedt komme im Übrigen ein um jährlich zwischen 130 000 und 150 000 Euro erhöhter Zuschussbedarf zu, hat er ausgerechnet. Ohne die Schaffung neuer Plätze blieben zehn bis zwölf Kinder mit dem Start des neuen Kindergartenjahres „unversorgt“, beschreibt er die Misere. Hinzu komme: „Bis zu 15“ weitere Mädchen und Jungen, die erst später drei Jahre alt werden, „könnten im Jahresverlauf nicht als Nachrücker aufgenommen werden“. Angesichts relativ konstanter Jahrgangsstärken sei diese Entwicklung „so nicht vorherzusehen“ gewesen. Als wahrscheinlichste Ursache vermutet Wöbse „ein verändertes Anmeldeverhalten der Eltern aufgrund der vom Land Niedersachsen eingeführten Gebührenfreiheit“.

Freie Plätze in nennenswerter Zahl gebe es aktuell nur in der Kita „Lummerland“ in Colnrade. Um für alle angemeldeten Mädchen und Jungen im Vorschulalter den elterlichen Rechtsanspruch auf Betreuung erfüllen zu können, sei die Einrichtung einer zusätzlichen Gruppe erforderlich geworden. Mit dem Nachrücken von Krippenkindern in den Kindergarten könnten wiederum „weitere Kinder einen Krippenplatz bekommen“.

I-Gruppen seien derzeit in der Kita „Rappelkiste“ in Beckeln sowie in der „Waldburg“ in Harpstedt vorhanden. Hinzu komme der Platz für das einzelne Integrationskind in der „Kasperburg“.

Anfang Januar hatten die Eltern eine Woche lang Gelegenheit gehabt, ihre Kinder für die Kitas anzumelden. Aus den Ergebnissen der nachfolgenden Auswertung der Anmeldebögen im zuständigen Fachamt resultiert die neue Sachlage.  boh

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