Colnrader Hökermarkt geht am Tag der Deutschen Einheit in Runde 17

Wo Anbieter schon Stammkundschaft haben

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Ohne Taschenlampe oder Grubenleuchte geht vor Sonnenaufgang – zu fast noch nächtlicher Stunde – auf der Hökermeile in Colnrade rein gar nichts. Archivfoto: Bohlken

Colnrade - Von Jürgen Bohlken. Nicht nur unter passionierten Schnäppchenjägern, sondern auch unter den Beschickern genießt der Colnrader Hökermarkt einen ausgezeichneten Ruf. „Wer hier nichts verkauft, der schafft‘s auch sonst nirgends“, wissen Händler, die regelmäßig dabei sind. Am Tag der Deutschen Einheit, 3. Oktober, geht der familienfreundliche Basar im Colnrader Ortskern schon in die siebzehnte „Runde“.

Aus zarten Anfängen hatte sich das von Detlef Kähne ins Leben gerufene Event schnell zu einem unglaublichen Publikumsmagneten gemausert, das inzwischen Jahr für Jahr Besucher in fünfstelliger Anzahl aus nah und fern mobilisiert. Die Organisatoren aus den Reihen des Feuerwehr-Fördervereins und des Sportclubs (SC) Colnrade haben längst große Routine in der Abwicklung – und für gewöhnlich alles im Griff. Der Standaufbau, der diesmal um 5 Uhr beginnt, gestaltet sich für gewöhnlich aus Sicht der Anbieter völlig unaufgeregt und stressfrei. Wenn die Beschicker am frühen Morgen zu fast noch nächtlicher Stunde anrollen, weisen die Einweiser ihnen professionell den Weg – bis hin zu ihren Standplätzen. Sich verfahren? Das sei eigentlich unmöglich, weiß Ortsbrandmeister Carsten Lüllmann. Das Publikum ist so bunt

gemischt wie der Trödel,

Publikum so gemischt wie das Angebot

um den Händler und Kunden feilschen. Professionelle Antiquitätenjäger machen sich ebenso auf den Weg nach Colnrade wie nicht von vornherein auf bestimmte Schnäppchen fixierte Besucher, die einfach nur stöbern wollen.

Als Geheimtipp gilt der Hökermarkt unter anderem bei Erzieherinnen: Das Event bietet ihnen die Chance, das Kontingent an Spielen in Kindergärten preisgünstig aufzustocken. „Hier muss ich meine Sachen nicht verschenken. Ich werde sie zu fairen Preisen los“, äußerte sich 2014 eine Händlerin, die jedes Jahr wieder kommt und sogar Stammkundschaft hat.

Kostenloses Parken gilt als weiterer großer Pluspunkt. Stellflächen stehen in ausreichender Zahl zur Verfügung, so etwa am Kieselhorster Weg, wo die Familie Pauley ein gut sieben Hektar großes Areal zur Verfügung stellt. Bei der Firma Stöver in Aldrup wird zwar momentan gebaut, aber trotzdem bleibt der „Park&Ride“-Service mit zahlreichen Stellplätzen dort erhalten. Obendrein verkehren Shuttle-Busse, die Besucher aus Richtung Harpstedt und Wildeshausen zur Hökermeile und zurück befördern. Auf die Fahrpläne kommt unsere Zeitung zurück.

Offiziell wird der Markt von 9 bis 17 Uhr geöffnet haben. Tatsächlich herrscht dort an jedem 3. Oktober schon Stunden früher Hochbetrieb. Waschechte „Hökerer“ nehmen erfahrungsgemäß frühes Aufstehen am Feiertag gern in Kauf, um die „Sahne“ unter den Schnäppchen abzuschöpfen. Manche belauern die Anbieter bereits, wenn diese noch damit beschäftigt sind, ihre Stände aufzubauen. Für den „Höker-Profi“ gehört die Taschenlampe oder Grubenleuchte zur Grundausstattung; die bes-

Samba-Truppe verbreitet

Summer-Feeling

ten Geschäfte machen sie für gewöhnlich vor Sonnenaufgang. Seit Juni sind alle der immerhin insgesamt rund 400 Standplätze vergeben. Wer an strategisch günstiger Stelle verkaufen will, tut gut daran, sich früh im Jahr anzumelden.

Das Rahmenprogramm hat sich bewährt. Dazu gehören unter anderem ein Mini-Karussell, das Ralf Dunger aus Barnstorf mit Muskelkraft antreibt, während er begleitend dazu musiziert, ein herkömmliches Kinderkarussell sowie ein Spider-Bungee-Trampolin. Schwindelfreie Zeitgenossen verschaffen sich gegen kleines Geld einen atemberaubenden Überblick auf das Marktgeschehen – aus einer Gondel, die ein Kran in luftige Höhen hievt. Für südamerikanisches Summer-Feeling im Frühherbst und heiße Rhythmen sorgt diesmal zusätzlich die Wildeshauser Samba-Truppe „Acompasso“ mit einigen Auftritten an wechselnden Orten. In kulinarischer Hinsicht ist von „herzhaft“ bis „süß“ alles vertreten. Das Angebot umfasst unter anderem Knipp, Kartoffelpuffer und Backschinken. Die Petrijünger preisen Fischspezialitäten an. Die Brandschützer locken mit Bratwurst und Steaks. Obendrein besteht bereits zu früher Stunde die Möglichkeit, sich im Feuerwehrhaus ein Frühstück zu gönnen.

Um eine Cafeteria mit großem Kuchen- und Tortenbuffet im Dorfgemeinschaftshaus kümmert sich der SC Colnrade.

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