Colnrader Fischereiverein plant die Renaturierung des Beckstedter Baches

Arbeiten statt angeln

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Freuten sich über Urkunden und Pokale: Jugendkönig Lukas Karl, König Holger Baranczek, Vereinsmeisterin Jutta Reineke, Ehrenmitglied Peter Höfemann sowie Johannes Vormschlag, Herbert Sommerfeld, Siegfried Meentzen, Hans Roshop und Gerold Lindemann (von links).

Colnrade - Das Angeln ist ihre Leidenschaft – doch die Colnrader Fischer sind längst nicht damit zufrieden, nur mit der Angelrute am Teich zu sitzen und auf einen guten Fang zu warten. Vielmehr kümmern sie sich seit vielen Jahren – allen voran der langjährige Vorsitzende Dieter Klirsch – um die Renaturierung der Colnrader Gewässer von der Hunte über deren Altarme bis hin zu den Bächen. Nun wollen sie ein neues Projekt angehen.

Nachdem das letzte Vorhaben im Oktober abgeschlossen wurde (wir berichteten), legte Klirsch während der Jahreshauptversammlung des Fischereievereins am Sonnabend im Colnrader Dorfgemeinschaftshaus das nächste auf den Tisch: Er will den Beckstedter Bach dieses Jahr ebenfalls naturnah umgestalten.

So soll der begradigte Bach wieder in natürlichen Schlingen fließen. Wie bereits am von den Fischern renaturierten Holtorfer Bach sollen Sekundärauen entstehen. Dadurch würde sich ein Biotop bilden, das die Wiederansiedlung von einigen Tier- und Pflanzenarten ermöglicht.

In das große Projekt des vergangenen Jahres, den neuen naturnahen Hunte-Altarm, flossen 40000 Euro und die tatkräftige ehrenamtlichen Mithilfe der Vereinsmitglieder. Der Altarm wäre nun eine perfekte Kinderstube für Lachse und Meerforellen, „wenn die Fische auf dem Weg zu uns nicht vom Wehr in Wildeshausen gestoppt würden“, so der Colnrader Gewässerwart Reiner Aschenmoor. Dort werde seit langem eine Lösung geplant, aber nicht umgesetzt.

Klirsch berichtete aber auch, dass die Fischer im Sommer einen „Totalschaden“ am Forellenteich hinnehmen mussten. Im März hatten sie 1200 Forellen eingesetzt. Im August begann ein mysteriöses Sterben der Fische. „Die Lufttemperaturen waren zu hoch. Außerdem konnte kein Frischwasser aus dem Bach mehr zulaufen, da der Ablauf defekt war“, so Klirsch. Auch das Einblasen von Sauerstoff brachte keine Rettung mehr für die Forellen. Der Ablauf sei inzwischen erneuert. Dennoch sollen in diesem Frühjahr Sauerstoffpumpe und Skinner am Teich montiert werden, um notfalls schnell eingreifen zu können.

Die 61 anwesenden Mitglieder wählten den Vorsitzenden genau wie Schriftführer Gerold Lindemann für eine weitere Amtsperiode. Der bisherige zweite Vorsitzende, der das Amt neun Jahre lang ausgeübt hatte, erhielt eine Ehren-Urkunde und trat aus beruflichen Gründen nicht wieder an. Dieter Reineke rückte nach. Als Jugendwart wurde Stefan Sommerfeld gewonnen.

Mit Spannung verfolgten die Fischer die Proklamation der Könige und Vereinsmeister. Mehr als überrascht war Holger Baranczek, als er die Königswürde verliehen bekam. Vize ist Horst Hacke. Den amtierenden 15-jährigen Jugendkönig Lukas Karl vermochte niemand vom Thron zu stoßen. Er erhielt mit Arne Senkstarke aber einen neuen Vize. Auch bei den Vereinsmeistern vermeldete Klirsch eine Überraschung: „Zum ersten Mal ist bei uns eine Dame ganz vorne“, verkündete er und rief Jutta Reineke vor Olaf Klirsch und dem dritten Vorsitzenden Rainer Blome auf.

Klirsch ernannte Peter Höfemann zum Ehrenmitglied. Geehrt wurden außerdem Schriftführer Lindemann für 25-jährige, Hans Roshop und Siegfried Meentzen für 35-jährige sowie Herbert Sommerfeld und Johannes Vormschlag für 45-jährige Mitgliedschaft.

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