Rat plant 40.000 Euro als Zuschuss ein

Feuerwehrhaus: Colnrade will Weichen in Richtung Neubau gestellt haben

Colnrade - Hinter einem Posten von 40.000 Euro verbirgt sich die einzige echte Investition im Haushalt 2017 der Gemeinde Colnrade, den der Rat am Montag einstimmig im Dorfgemeinschaftshaus verabschiedet hat. Mit dieser Summe will die Kommune den Grunderwerb für ein neues Feuerwehrhaus bezuschussen. Dafür bedürfte es einer etwa 4 000 Quadratmeter großen Fläche.

Die Entscheidung darüber, ob die räumliche Enge im jetzigen Colnrader Feuerwehrhaus mit einem An- oder Neubau gelöst wird, trifft allerdings nicht Colnrade, sondern die Samtgemeinde Harpstedt. In deren Zuständigkeit fällt der Feuerschutz. Vor diesem Hintergrund sind die 40.000 Euro für Grunderwerb als Signal zu werten, wohin „die Reise“ aus Colnrader Sicht gehen soll – nämlich in Richtung Neubau.

Das sieht im Übrigen auch Ortsbrandmeister Carsten Lüllmann so. Mit einem Anbau könnten die Anforderungen nach seiner Überzeugung „nicht erfüllt“ werden, äußerte er sich in der zweiten Einwohnerfragestunde. Zugleich dankte er der Gemeinde Colnrade für die eingeplanten Haushaltsmittel. Der Zuschuss für den Grunderwerb sei für die Mitgliedskommune der Samtgemeinde eine freiwillige Leistung – und lasse Wertschätzung gegenüber der Feuerwehr erkennen.

Samtgemeindekämmerer Ingo Fichter erläuterte die einzelnen Haushaltsprodukte und das Zahlenwerk insgesamt. Im Ergebnisetat klafft ein Defizit in Höhe von 61.400 Euro. Der Block „Verwaltungstätigkeit“ schließt mit einem Fehl von 42 700 Euro; hinzu kommt im Finanzetat die 40.000-Euro-Investition. Aus Haushaltsresten vergangener Jahre und den „liquiden Mitteln“ ist eine Deckung ohne Kredite möglich. Die Gemeinde bleibt schuldenfrei – und „dreht“ auch nicht an den Steuerhebesätzen. Die an die Samtgemeinde abzuführende Umlage erhöht sich gegenüber 2016 um 47.400 auf 297.400 Euro. Für den recht kräftigen Anstieg gibt es gleich zwei Gründe: Zum einen verlangt die Samtgemeinde Harpstedt ihren acht „Kindern“ nun insgesamt 5,6 Millionen Euro ab – 500.000 Euro mehr als 2016. Zum anderen hat die Gemeinde Colnrade im Verhältnis zu den anderen Mitgliedskommunen an Steuerkraft zugelegt; daher ist ihr Anteil an der Umlage von 4,73 auf 5,31 Prozent gestiegen. Die an den Landkreis abzuführende Summe wächst ebenfalls, aber weniger stark – um 15  700 auf 185 700 Euro. Die zu zahlende Gewerbesteuerumlage legt um 11.500 auf 30.000 Euro zu. In der Summe muss Colnrade 513.100 Euro an übergeordnete Gebietskörperschaften abführen. Aus Steuern hofft die Gemeinde 538.500 Euro einzunehmen. Hinzu kommen 23. 000 Euro aus Konzessionsabgaben von Versorgungsunternehmen. Die auf Festgeldkonten angelegten „liquiden Mittel“ werfen indes null Zinsen ab, bringen also keine Einnahmen.

Bei der Gewerbesteuer erhofft sich Ingo Fichter einen Zuwachs um 50.000 Euro gegenüber der Vorjahresplanzahl; insgesamt kalkuliert er hier für 2017 mit Einnahmen in Höhe von 150.000 Euro. Die Ansätze für die Grundsteuer A und B sind mit 39.000 und 62.000 Euro unverändert geblieben. Gleiches gilt für die Hundesteuer (4 000 Euro). Bei den Anteilen aus der Einkommensteuer, insgesamt 270.000 Euro im Ansatz, erwartet der Kämmerer ein Plus von 20.000 Euro im Vergleich zur Planzahl 2016 – und bei den Umsatzsteueranteilen einen Zuwachs um 1.500 auf 13.500 Euro.

20.000 Euro stehen der Gemeinde für die Wegeunterhaltung zur Verfügung; 25.500 Euro sind für die Unterhaltung und Bewirtschaftung des Dorfgemeinschaftshauses eingeplant. 

boh

Rubriklistenbild: © dpa

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