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Kooperative aus Colnradern und Rechterfeldern fürs Ahrtal: Hilfe immer noch nötig

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Von: Jürgen Bohlken

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Das Team „Lebensmittel und Haushaltswaren“ besteht aus Dietlind und Carsten Lüllmann, Jana und Ronny Eckstein sowie Manuela und Dieter Emke (v.l.). Es stellt gern auch den Kontakt zum Team „Baustoffe und Futtermittel“ her.
Das Team „Lebensmittel und Haushaltswaren“ besteht aus Dietlind und Carsten Lüllmann, Jana und Ronny Eckstein sowie Manuela und Dieter Emke (v.l.). Es stellt gern auch den Kontakt zum Team „Baustoffe und Futtermittel“ her. © -

Colnrade/Rechterfeld – Das Ahrtal gerate zunehmend in Vergessenheit, „auch weil die Medien nur noch sehr sporadisch über die Folgen der Mitte Juli 2021 passierten Hochwasserkatastrophe berichten“, sagt Carsten Lüllmann. „Die Lage ist bedrückend. Die Menschen dort fühlen sich von den Behörden im Stich gelassen und müssen sich größtenteils selbst mit dem Nötigsten versorgen“, urteilt der frühere Colnrader Ortsbrandmeister.

Nach wie vor bestehe ein hoher Bedarf an Hilfsgütern: „Von A wie Apfel bis Z wie Zement wird alles Mögliche benötigt.“

Teilweise werde im Katastrophengebiet sogar Wanddämmmaterial verheizt. Noch immer schliefen viele Menschen auf Feldbetten in kalten Räumen. „Zahlreiche Helfer und Betroffene, vor allem auch ältere Menschen, benötigen weiterhin Nahrungsmittel, um hinreichend verpflegt zu werden“, weiß Carsten Lüllmann.

Er mischt in einer Privatinitiative dreier Familien aus Colnrade und Rechterfeld mit, die Lebensmittel und Haushaltswaren für das Katastrophengebiet sammeln. „Wir haben am 5. Februar bereits einmal geliefert. Am 26. März fahren wir erneut ins Ahrtal, um dort Hilfsgüter abzugeben. Wir, das sind Jana Eckstein, Ronny Eckstein, Manuela Emke, Dieter Emke, meine Frau Dietlind und ich“, erläutert Lüllmann.

Zweites Team generiert Futtermittel und Baustoffe

Damit die Hilfe die Adressaten schnell erreicht, sei ein bedarfsgerechtes, aber auch koordiniertes und spezialisiertes Vorgehen unerlässlich, weiß er. Während sich das „Helferteam Rechterfeld“, dem Carsten Lüllmann angehört, gezielt um Lebensmittel und Haushaltswaren bemüht, generiert ein weiteres Team, das aus Michael Bert, Steffen Bert, Manuel Meyer und André Muhle besteht, Baustoffe und Futtermittel. Neben Sach- sind Geldspenden willkommen. „Alles, was gespendet wird, kommt eins zu eins direkt bei Betroffenen der Flutkatastrophe im Ahrtal an. Spendenquittungen dürfen wir als Privatinitiative allerdings nicht ausstellen“, bedauert Carsten Lüllmann.

„Etwas von der selbst erfahrenen Solidarität zurückgeben“

Für Manuela und Dieter Emke geht es vor allem darum, etwas zurückzugeben. Sie sind selbst schon auf die Mithilfe von Mitmenschen angewiesen gewesen und haben dabei große Solidarität erfahren. Am 7. Juli 2017 zog um 19 Uhr eine Windhose durch Rechterfeld und hinterließ schwere Schäden an ihrem Anwesen. „Sie entwurzelte den bis dahin schön anzuschauenden Baumbestand aus alten Eichen bis auf wenige Ausnahmen komplett und zerstörte alle vorhandenen Gebäude oder beschädigte sie massiv“, erinnern sich die Emkes.

Freunde, Nachbarn und Bekannte legten sich beim Aufräumen mächtig ins Zeug. Daran erinnerten sich Manuela und Dieter Emke, als die Hochwasserkatastrophe das Ahrtal verwüstete. Angesichts der verheerenden Auswirkungen sahen sie sich nun selbst in der Verantwortung, einen Beitrag zur Linderung des Leids der Betroffenen zu leisten. Schon im vergangenen Jahr fuhren sie zweimal ins Ahrtal, um bei der Beseitigung der Schäden zu helfen.

Wir haben im Ahrtal Kontaktpersonen. Von ihnen bekommen wir eine Bedarfsliste und versuchen dann über persönliche Kontakte und Gespräche mit Privatpersonen, aber auch mit Betrieben und großen Firmen diese Liste abzuarbeiten.

Carsten Lüllmann

Inzwischen hat der Wiederaufbau begonnen. Dafür braucht es nicht mehr in dem Maße wie zuvor reine „Manpower“; vor allem wird Sachverstand in baulichen Dingen benötigt. Gleichwohl besteht weiterhin ein hoher Hilfebedarf. Die Emkes und die befreundeten Familien haben sich aus diesem Grund entschlossen, auf Hilfstransporte umzusteigen. „Wir haben im Ahrtal Kontaktpersonen. Von ihnen bekommen wir eine Bedarfsliste und versuchen dann über persönliche Kontakte und Gespräche mit Privatpersonen, aber auch mit Betrieben und großen Firmen diese Liste abzuarbeiten. Bislang erfahren wir eine gute Resonanz“, berichtet Carsten Lüllmann.

Die Hilfsgüter für den Transport am 26. März sind gleichwohl noch nicht „komplett“. Heißt: Es bedarf weiterer Spenden. Wer das Helferteam unterstützen will, kann sich an Manuela Emke (Telefon 0171/62 099 76, E-Mail: manu-martens@hotmail.de), Dieter Emke (Telefon 0152/229 077 49, Mail: emkedieter@gmail.com) oder Carsten Lüllmann (Telefon 0173/615 3979 oder E-Mail: carsten.luellmann@email.de) wenden. Sie stellen gern auch den Kontakt zum Team „Baustoffe und Futtermittel“ her.

Auf Facebook wird derweil fortlaufend der aktuelle Stand der Sammelaktion kommuniziert.

Weitere Infos unter: facebook.com/groups/506983100817807/

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