CoKuMa“: Kunsthandwerk, Konzerte, Kinderprogramm und Kulinarisches

Ein Fest für alle fünf Sinne

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Sie stehen für fetzige Mucke und lustige Texte, die nicht nur Kinder ansprechen: „Die Blindfische“.

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken. „Kinder können mit mir Steine kloppen“, kündigt Harald Dahmen an. Was nach Sträflingsarbeit klingt, verspricht spannend zu werden: Der Colnrader Steinbildhauer will Mädchen und Jungen am Sonnabend und Sonntag, 18./19. Juli, während des fünften Colnrader Kulturmarktes (CoKuMa) an die Steinbildhauerei heranführen – kindgerecht mit Sandstein. Dahmen selbst arbeitet auch mit härterem Material, etwa Granit oder Mamor. „Ich bin sehr vielseitig“, sagt der 54-Jährige. Mal erinnern seine Skulpturen an den romanischen oder gotischen Stil; oft genug passen sie aber auch voll in die Moderne.

Einmal mehr verspricht der CoKuMa, den die Familie Dauskardt im und im direkten Umfeld des Ofenhauses Colnrade auf die Beine stellt, ein Fest für alle Sinne zu werden. Kunst und Kunsthandwerk erfreuen das Auge. Der Duft wohlriechender Seifen und Pflanzen steigt den Besuchern in ihre Nasen. Skulpturen aus Holz oder Stein laden zum Betasten und „Erfühlen“ ein. Live-Musik von fetzig bis verträumt, von nachgespielt bis selbst komponiert oder gar frei improvisiert, von soulig über rockig bis klassisch, schlängelt sich in die Gehörgänge. Und lukullische Freuden schmeicheln dem Gaumen.

Thomas Bannas aus Stuhr erinnert sich gern an den jüngsten – zwei Jahre zurückliegenden – Kulturmarkt zurück. Damals verkaufte er in Colnrade erstmals öffentlich sein Bier. Inzwischen produziert seine eigene Privatbrauerei in Lohmühle, und der Gerstensaft aus der Region findet immer mehr Freunde und Abnehmer, auch in der Gastronomie. Rund 200 Hektoliter setzte Bannas 2014 ab. Es habe sogar schon den einen oder anderen Lieferengpass gegeben, gesteht der Brauer ein. Sein Geschäft sei eben naturgemäß starken saisonalen Nachfrageschwankungen unterworfen. Für Bannas ist es Ehrensache, auch auf dem fünften CoKuMa wieder mit Bieren vertreten zu sein. Er kündigt zu diesem Anlass sogar ein „Überraschungsgetränk“ an.

Die Illustratorin Tessa Rath aus Harpstedt mischt ebenfalls nicht zum ersten Mal mit. Sie kommt mit liebevoll selbst gestalteten Grußkarten, Aufklebern und Tellern. Nicole Abeln aus Goldenstedt wartet unter anderem mit einer richtig pfiffigen Idee auf: Die gelernte Schneiderin, die an der Hauptstraße in ihrer Heimatgemeinde das Geschäft „Nicoles Nadelstiche“ betreibt, schneidert und bestickt Schultüten, die sich – und das ist der eigentliche

Als Kissen verwendbare

Schultüten aus Stoff

Clou – nach der Einschulung als Kopfkissen weiterverwenden lassen. Das passgenaue Innenleben für die Hülle aus Stoff liefert die 40-Jährige gleich mit. Ihr liegt es am Herzen, dass sich jede ihrer Schultüten von den anderen optisch zumindest ein bisschen unterscheidet. Denn sie weiß: Träfen zwei ABC-Schützen mit exakt identischen Mustern, Motiven und Farbgebungen aufeinander, dürfte das für Verdruss sorgen.

Kai Gröhlich freut sich indes auf das Konzert „seiner“ Gospelchöre in der Colnrader Kirche unter dem Motto „Let us sing!“. Zu den etwa 80 Mitwirkenden zählen auch die „St. Marien Gospel Voices“. „Einfach Wahnsinn für einen so kleinen Ort“, urteilt Gröhlich über die Entwicklung, die der Colnrader Chor mit inzwischen rund 50 Sangesfreunden genommen hat. Im kommenden Konzert mit vorwiegend englischsprachigen Modern-Gospel-Stücken wirken auch fünf ausschließlich deutschsprachig singende Solisten mit, darunter – mit Soul in der Stimme – Jennifer Grove, die Freundin des Chorleiters.

Den Kulturgarten des Ofenhauses richtig rocken wollen „Die Blindfische“. Zielgruppe des Oldenburger Trios sind vor allem Kinder, doch auch Erwachsene hätten sicher Freude an den lustigen Texten, sagt Björn Daukardt. Musikalisch sei die Combo „sehr breit aufgestellt“.

Ein alter Bekannter, seit eh und je verbunden mit dem Ofenhaus, bereichert den CoKuMa mit einer frischen Idee: Johannes Cernota aus Sandkrug entführt in die Zeit der Stummfilmstars und untermalt im „Kellerkino“ flimmernde Klassiker mit Charlie Chaplin, Buster Keaton sowie Laurel und Hardy („Dick und Doof“) auf dem E-Piano mit live improvisierter Musik. Für das cineastische Vergnügen werden im Untergeschoss des Ofenhauses, im Specksteinraum, Leinwand und Beamer aufgebaut.

Nachfolgend das Programm im Überblick.

Den Colnrader Kulturmarkt beschicken am 18. und 19. Juli von 11 bis 18 Uhr rund 40 Aussteller im und im Umfeld des Ofenhauses. Unter anderem im Angebot: Skulpturen, Gemälde, Scherenschnitte, geschneiderte und bestickte Schultüten, gestaltete Grußkarten und Aufkleber, Taschen, Kindermode, Gartendeko und -möbel, Stoffe, Holzprodukte, peppige Hüte, Wohnaccessoires, Ziegenkäse, Schmuck, PopUp-Karten, Liköre, Seifen, Lederschuhe sowie Papier-, Glas- und Filzkunst.

Das Rahmenprogramm am Sonnabend:

16 Uhr, Kulturgarten des Ofenhauses: Konzert des Oldenburger Trios „Die Blindfische“ mit Rock, HipHop und Co. für Kinder und jung gebliebene Erwachsene (Eintritt frei).

18.30 Uhr, Colnrader Kirche St. Marien: „Modern Gospel“-Konzert von drei Gospelchören und einem Kinderchor unter zusätzlicher Mitwirkung von fünf Solisten (Leitung: Kai Gröhlich; Eintritt frei, Spende erbeten).

Das Rahmenprogramm am Sonntag:

11 Uhr, Ofenhaus-Garten: Acoustic Pop mit Gesang und Gitarrenbegleitung, live serviert von

den Singer-Songwritern Doro Lichte und Axel Kruse aus Bremen (Eintritt frei, Spende erbeten).

17 Uhr, Untergeschoss des Ofenhauses: Johannes Cernota unterlegt Stummfilme mit frei improvisierter Musik (Eintritt frei).

An beiden Tagen ab 13 Uhr, Ofenhaus-Wintergarten:

Miriam Heinzl spielt klassische Musik auf dem Klavier.

Angebote für Kinder während der CoKuMarktzeiten:

• Kreatives Bauen mit Legosteinen (Paul Leder gibt Tipps),

• Steinbildhauern mit Harald Dahmen aus Colnrade,

• Streichelzoo mit Ponys und Hindernisparcourslauf in der Regie des Reinershofes (nur Sonntag).

• Filzen, Arbeiten in Serviettentechnik, Kinderschminken, muskelkraftbetriebenes Karussell (bekannt vom Hökermarkt).

Kulinarisches: regionale Grillbratwurst, asiatischer Lachs, Kaffee und Kuchen, Flammpizza, Bier aus der Region, Softdrinks und Wein.

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