Kontakt via Skype zu Pfarrer Josef Bocktenk

Christ-König-Gemeinde spendet diesmal für Chile

Während der Adventsfeier in der Harpstedter Begegnungsstätte konnte die katholische Gemeinde live via Skype mit Pfarrer Josef Bocktenk (links auf der Leinwand) kommunizieren.

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken. „Ein toller Mensch. Ein guter Hirte. Einer, der die Menschen begeistern und regelrecht mitreißen kann. Der den Glauben und das Christsein lebt. Seinetwegen gehen meine Kinder mittlerweile wieder an Weihnachten mit mir in die Kirche“, denkt eine Katholikin aus Harpstedt gern an Pfarrer Josef Bocktenk zurück, der eine Zeit lang auch die katholische Christ-König-Gemeinde seelsorgerisch mitbetreute.

Heute wirkt der Geistliche in Quilicura, einem sozialen Brennpunkt im Norden von Santiago de Chile. Die Pfarrei St. Anna und die Harpstedter haben ihn nicht vergessen und freuen sich auf ein Wiedersehen: Pfarrer Bocktenk will im September 2017 seine ehemalige Wirkungsstätte besuchen. Während ihrer Adventsfeier kommunizierte die Christ-König-Gemeinde am Sonntagnachmittag in der Begegnungsstätte an der Amtsfreiheit via Skype live mit dem Pastor. Die mit Hilfe eines Smartphones aufgebaute „Schalte“ projizierte ein Beamer auf eine Leinwand.

Die katholische Gemeinde überweist diesmal sogar den Erlös der Feier mal nicht an die Lettlandhilfe, sondern nach Chile, um die Arbeit von Pfarrer Bocktenk zu unterstützen. Knapp 300 Euro kamen zusammen – aus dem Verkauf von Kuchen, den Gemeindeglieder gespendet hatten, sowie aus der amerikanischen Versteigerung eines Weihnachtsbaumes.

1969 war Bocktenk als 22-Jähriger nach Chile ausgewandert. Eine abgebrochene Bäckerlehrer lag damals hinter ihm. Bei bajuwarischen Kapuzinern studierte er Theologie; 1975 erlebte er in Chile seine Priesterweihe. Spanisch lernte er an der katholischen Universität von Santiago, aber auch im alltäglichen Kontakt mit Muttersprachlern auf der Straße. 

Ab Oktober 2012 hinterließ er für zwei Jahre als „mitarbeitender Pastor“ im katholischen Gemeindeverbund Twistringen-Bassum-Harpstedt-Marhorst bleibende Eindrücke. Schnell aber sehnte er sich nach Chile zurück. Bocktenk, der lange auch auf Kuba seelsorgerisch tätig war, folgte im Herbst 2014 seiner inneren Stimme und seinem Herzen. In der ihm nun anvertrauten Pfarrei in Quilicura kommen zuhauf soziale Probleme zusammen: Kriminalität, Drogenkonsum, aber auch bittere Armut in den Slums. 

Der Geistliche erlebt Chile zudem als Einwanderungsland. Die meisten Migranten stammen aus Bolivien und Peru. In jüngster Zeit strömen indes vermehrt Geflüchtete aus Haiti auch in sein Pfarrgebiet. Die Pfarrkirche, in der Josef Bocktenk Messen hält, fasst 800 Menschen. Die Sonntagsgottesdienste werden aber oft von weniger als 300 Gläubigen besucht. Etwa zehn Prozent davon sind Farbige. Die Haitianer haben schon mehrfach Messen mit kreolischem Gesang begleitet.

Der Verein Christo Vive, der Pfarrei St. Anna bestens bekannt, unterhält heute drei Obdachlosenheime. Im Herbst gründete sich um Josef Bocktenk die Gruppe „Ayuda Fraterna“ (geschwisterliche Hilfe); sie kümmert sich inzwischen um notleidende Familien. Auch in Messen werden Lebensmittel für Bedürftige gesammelt.

Die Pfarrei in Quilicura muss sich zwingen, sich selbst zu unterhalten. In Chile wird eine freiwillige Kirchensteuer, ein Prozent vom Einkommen, erbeten. Nicht jeder leistet den Obolus; längst nicht jeder kann ihn sich leisten. Wer die Arbeit von Pastor Josef Bocktenk unterstützen möchte, darf gern eine Spende auf das Konto mit der IBAN DE46 4006 0265 0103 4616   00 (Darlehnskasse Münster) überweisen.

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