Chansonnier zollt Udo Jürgens Tribut

Karl Neukauf offenbart eine weitere Facette

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Outet sich als Bewunderer von Udo Jürgens: Karl Neukauf.

Harpstedt - Er hat innerhalb der Reihe „Kultur am Donnerstag“ wohl so oft in Harpstedt gastiert wie kein anderer Künstler und sein Publikum stets prächtig unterhalten: Der Wahl-Berliner Karl Neukauf, Sänger, Songschreiber und Pianist, schafft mühelos den Spagat zwischen klassischem Chanson, skurrilem Schlager und einer Prise Jazz. Am Donnerstag, 30. Juli, 20 Uhr, erlebt das Publikum bei freiem Eintritt eine weitere seiner vielen Facetten im „Liberty‘s“ (vormals „Le Bistro“). Dann zollt Neukauf zusammen mit einer Begleitband dem 2014 kurz vor Weihnachten verstorbenen Sänger, Komponisten, Pianisten und Entertainer Udo Jürgens musikalisch Tribut. Eine „ganz persönliche Hommage“ auf dessen Schaffen verspricht er dem Publikum.

Gassenhauer wie „Immer wieder geht die Sonne auf“, „Griechischer Wein“, „Mit 66 Jahren“ oder „Ich war noch niemals in New York“ wird der Chansonnier – neu und eigenwillig arrangiert – zu Gehör bringen. Aber auch mit weniger bekannten Titeln wie „Lieb Vaterland“, „Die Leute“ oder „Wenn der letzte Vorhang fällt“ will er die Zuhörer überraschen und berühren. Seine Arrangements heben sich dabei wohltuend ab von humorigem Bigband- und süßlichem Streichensemble-Sound.

Gleichwohl outet sich Neukauf als großer Bewunderer von Udo Jürgens. Zu Unrecht sei der gebürtige Österreicher „nur dem Schlagerfach verortet“ worden, findet er. Neukauf sieht in Udo Jürgens vielmehr einen „Altmeister des Chansons“, auch den „feinen Gesellschaftskritiker, wachen Zeitgenosssn und behutsam Mahnenden“, der nie als plumper Moralapostel aufgetreten sei.

Der Chansonnier aus Berlin, der ursprünglich aus Kassel stammt, will das Programm indes zusätzlich mit Titeln aus eigener Feder bereichern. Gerade macht sein aktuelles Album „Papperlapapp“ Furore. Titel daraus spielt vor allem der Deutschlandfunk vergleichsweise häufig. Der Tonträger ist für den Preis der Deutschen Schallplattenkritik nominiert. Auch Feuilletonisten sind voll des Lobes: „So wenig flüssig wie uns Kassel über die Lippen kommt, ist Neukaufs Musik. Extrovertiert? Introvertiert? Nichts davon. Der hat eben seinen Kopf, seine Musik. Und dass man sie – so wie auf ,Papperlapapp‘ – nicht beschreiben kann, mag oder will, das ist doch ein prima Zeichen, dass es sich um tolle Musik handelt. ,Paternoster‘, der Einstieg ins Album: Zäh, beißend, grotesk. Aber tiefgehend. Oder ,Flaschenpost‘. Oder ,Bevor die letzten Züge gehen“: Grandiose Alltagsgeschichten und Beobachtungen“, urteilt etwa die „Neue Musikzeitung“.

boh

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