Vereinbarung vor Gericht kommt nicht zustande

Cannabisplantage: Angeklagter will keine Mittäter nennen

Cannabisplantage in Groß Köhren: Die Pflanzen sollen einen Wert von einer Million Éuro haben.
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Cannabisplantage in Groß Köhren: Die Pflanzen sollen einen Wert von einer Million Éuro haben.

Harpstedt/Oldenburg – Im Prozess vor dem Oldenburger Landgericht gegen den mutmaßlichen Betreiber einer riesigen Drogenplantage in Groß Köhren kommt eine angedachte Vereinbarung unter den Prozessbeteiligten nicht zustande.

Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung hatten sich zu einem internen Rechtsgespräch zurückgezogen. Es sollte ausgelotet werden, wie das Verfahren laufen soll und was der gebürtig aus den Niederlanden stammende 37-jährige Angeklagte an Strafe zu erwarten hat.

Zunächst hatten sich die Parteien geeinigt. Der Angeklagte sollte bei einem Geständnis mit einer Gefängnisstrafe zwischen dreieinhalb und viereinhalb Jahren davonkommen. Am Donnerstag stellte die Staatsanwaltschaft aber eine weitere Bedingung für das Zustandekommen des Handels. Der Angeklagte müsse nicht nur ein Geständnis ablegen, sondern auch die Mittäter namentlich benennen. Das aber will der 37-Jährige nicht tun. „Also keine Verständigung“, resümierte der Richter.

Nach anonymen Hinweis 2.000 Cannabispflanzen entdeckt

Wie berichtet, hatte die Polizei im Juni 2019 nach einem anonymen Hinweis die Drogenplantage in einer Halle in Groß Köhren mit 2.000 Cannabispflanzen und einem Wert von einer Million Euro entdeckt. Der Angeklagte soll der Betreiber der riesigen Plantage gewesen sein. Er konnte sich damals aber noch absetzen und untertauchen. Dann gelang der Polizei ein weiterer Schlag gegen internationale Drogenbanden. In Bremerhaven konnten 200 Kilogramm Kokain im Wert von 14 Millionen Euro beschlagnahmt werden.

Die mutmaßlichen Drogenschmuggler wurden festgenommen, darunter auch der jetzige Angeklagte. Bezüglich des Schmuggelns der 200 Kilogramm Kokain muss sich der Angeklagte ab dem 20. Dezember dieses Jahres parallel zum Prozess um die Drogenplantage in Groß Köhren in einem weiteren Verfahren vor dem Bremer Landgericht verantworten. Dort spiele dann ein psychiatrisches Gutachter eine große Rolle, sagte am Donnerstag der Verteidiger des Angeklagten. Es geht bei dem Gutachten um die Frage, ob der Angeklagte in einer geschlossenen Entziehungsanstalt untergebracht werden müsse.

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