Butschern begeistert

Vom Osternest bis zum Waldabenteuer: Insa Isern hat viele Ideen für „ButscherWerk“-Aktionen. Foto: backhaus

Der Weg zum „ButscherWerk“ ist sehr grün. Eine schmale Straße führt nach Spradau, wo Insa Isern mit ihrer Familie lebt. Seit Kurzem bietet die 40-Jährige Veranstaltungen für Kinder an, bei denen sie Wald und Tiere entdecken sowie ihre Fantasie erproben können. Damit hat sie einen Nerv getroffen.

VON KATIA BACKHAUS

Spradau – Das Aprilprogramm ist bereits ausgebucht: Insa Isern bietet seit Januar Wald- und Naturaktionen für Kinder an. Das Interesse am „ButscherWerk“ war von Anfang an groß. Zur Probeveranstaltung am 23. Dezember lud die Spradauerin noch persönlich Bekannte ein, dann sprach sich das Angebot schnell herum. „Ich war erstmal überrascht, dass es überhaupt so gut angenommen wird“, sagt die 40-Jährige. Inzwischen plant sie bis zu sieben Veranstaltungen im Monat. Mitmachen dürfen alle Kinder, die schon laufen können, ab vier Jahren dann auch ohne Elternbegleitung.

„ Hast du mir auf den Kopf gemacht?“, „Bootstour am Bach“ oder „Weißt du eigentlich, wie lieb ich dich hab?“, heißen die Aktionen, die Isern anbietet. Immer geht es darum, draußen unterwegs zu sein, Tiere und Pflanzen zu entdecken und spielerisch etwas über die Natur zu lernen. Der Name „ButscherWerk“ kommt vom plattdeutschen butschern – im Matsch spielen. Im Winter war die Spradauerin viel im Wald unterwegs. Sie spaziert aber auch mit den Kindern über den Hof und sucht nach Tierkötteln. So lernen die Kleinen, wo die Spatzen gern sitzen und Tauben nisten – und dass am Waldrand das Damwild seine Spuren hinterlässt. Aber auch Boote bauen, auf Bäume klettern oder Toben im Wald gehören zum Programm.

Auf dem landwirtschaftlichen Schweinemastbetrieb der Familie Isern ist viel Platz für neue Ideen. Für das „ButscherWerk“ steht dort seit Mitte März ein Raum zur Verfügung. Bei schlechtem Wetter ist dort Platz zum Basteln, außerdem gibt es einen Sanitärbereich. Davor soll bald eine Blühwiese gesät werden, Isern will mit den Kindern außerdem Hochbeete anlegen. So sollen auch die Bereiche auf dem Hof getrennt werden: Der große Garten bleibt – ebenso wie der Schweinestall – der Familie vorbehalten. Ihren drei Töchtern, vier, sieben und neun Jahre alt, stellt die Spradauerin frei, ob sie bei den Aktionen mitmachen.

Die Idee für das „ButscherWerk“ trug Isern schon länger mit sich herum. Im November begann die Ernährungswissenschaftlerin eine Weiterbildung im Bereich Bauernhofpädagogik, ein Angebot der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Im März hat sie ihr Zertifikat erhalten. Für die 40-Jährige ist das „ButscherWerk“ Teil der Öffentlichkeitsarbeit des Betriebs. Anstelle eines klassischen Stallrundgangs setzt sie auf kreative Aktionen. „Landwirtschaft ist viel mehr, das Landleben gehört dazu, die Landschaft und die Landart, das Künstlerische“, findet die Spradauerin. „Ich möchte, dass die Menschen positiv vom Hof gehen.“

Für diesen guten Eindruck arbeitet Isern bis zu 15 Stunden in der Woche. Wichtel im Wald verstecken, ausprobieren, wie sich ein Osternest am besten bauen lässt oder die Internetseite pflegen – es gibt einiges zu tun beim „ButscherWerk“. Neue Ideen hält die 40-Jährige in einem Buch fest, bisher hat sie kaum ein Angebot wiederholt. Derzeit plant die Spradauerin ihr Programm zwei Monate im Voraus, es gibt aber auch bereits zusätzliche Anfragen von Gruppen oder Kindergärten.

Infos online

Auf der Internetseite www.butscherwerk.de gibt es weitere Informationen zum Angebot. Die Aktionen kosten zwischen 14 und 30 Euro, je nach Materialaufwand. Eine Anmeldung ist notwendig.

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