Dr. Wulf Carius nun wieder Betriebsleiter

BUND-Hof lässt Apfelernte in Lutten zu Saft verarbeiten

Um den Apfel dreht sich am Sonnabend, 15. Oktober, wieder alles auf dem BUND-Hof „To’n Wendbüdel“ in Klein Henstedt.

Klein Henstedt - Von Jürgen Bohlken. Zwei Jahre lang lag die Betriebsleitung auf dem BUND-Hof „To’n Wendbüdel“ in Klein Henstedt in den Händen von Zita O’Halloran. Seit dem 1. Oktober hat dort nun wieder Dr. Wulf Carius die redensartlichen Zügel in der Hand.

„Die Familie O’Halloran ist ausgestiegen“, bedauert er. Aus privaten Gründen. Auch Konfliktpotenzial zwischen Naturschutz und Landwirtschaft habe in diesem Zusammenhang eine Rolle gespielt, so der 66-Jährige.

Auf dem Anwesen hat sich so einiges getan. Demnächst will der BUND-Hof Äpfel aus eigener Ernte, in diesem Jahr immerhin geschätzte zwei Tonnen, zu Saft pressen und in 0,7-Liter-Flaschen abfüllen lassen. Hierbei kooperiert der Betrieb mit der in Lutten ansässigen Mosterei Hagena. „Wir bringen die Äpfel hin und holen die Flaschen wieder ab. Das Pressen übernimmt die Mosterei“, so Wulf Carius. „Wir haben derzeit mehr als 50 hochstämmige Apfel- und Birnbäume auf dem Hof“, erläutert er.

Sorten-Mix zur Geschmacksabrundung

Die anfallende Obstmenge wird mit fortschreitendem Baumwachstum noch zunehmen. Eine Abfüllung in umweltschädigende oder nur sehr begrenzt recyclingfähige Verpackungen kommt für den BUND-Hof natürlich nicht in Betracht. „Apfelsaft gehört in Glasflaschen“, betont der Betriebsleiter. Das Erhitzen lasse sich aber nicht vermeiden, um ein Vakuum im Gefäß zwecks Unterbindung der Gärung zu erzeugen. Der Saft, den der Hof direktvermarkten wird, „ist dann aber auch zwei Jahre haltbar“, so Carius. 

Fionn, Mike, Sean, Zita und Philip O’Halloran (v.l.) haben dem BUND-Hof den Rücken gekehrt. Die Betriebsleitung obliegt nun wieder Dr. Wulf Carius (rechts). - Archivfoto: Bornholt

Zur Abrundung des Geschmacks sei es von Vorteil, wenn die Mosterei verschiedene Sorten mische, weiß er. Daher bittet er Besucher des „Apfelfestes“, das am Sonnabend, 15. Oktober, von 11 bis 17 Uhr auf dem BUND-Hof am Grenzweg 8 in Klein Henstedt stattfindet, Äpfel aus eigenen Hausgärten mitzubringen. Für drei Kilogramm erhält der Spender einen Verzehrbon im Wert von einem Euro. 

Wie üblich können die Besucher zudem eigene alte Apfel- und Birnensorten von dem Syker BUND-Pomologen Henning Greve kostenlos bestimmen lassen. Und wie gewohnt trägt das kulinarische Angebot dem Thema des Fests Rechnung: Der BUND-Hof wartet mit Apfelkuchen auf sowie – neben Tee und Kaffee – mit frisch gepresstem Apfelsaft. Das Pressen übernehmen übrigens der BUND-Waldkindergarten und die BUND-Kinderforschungsgruppe. 

Letztere ist neu ins Leben gerufen worden. Sie trifft sich alle 14 Tage donnerstags von 16 bis 18 Uhr auf dem Wendbüdel-Hof, um Flora und Fauna zu beobachten, Kleintiere zu bestimmen oder generell Naturphänomenen auf den Grund zu gehen. Im Winter werden die jungen Entdecker beispielsweise Tierspuren im Schnee „lesen“ und verendete Insekten unter dem Binokular betrachten. Als Co-Betreuerin steht Dr. Wulf Carius die 14-jährige Sarah Michalzik aus Ganderkesee zur Seite.

„Über die Kinder an die Erwachsenen ran“

Das Mitmachen beim „Forschernachwuchs“ ist kostenlos. „Letzlich möchten wir über die Kinder an die Eltern ran – in der Hoffnung, vielleicht das eine oder andere BUND-Neumitglied zu gewinnen“, verschweigt Wulf Carius nicht. Ein weiterer Hintergedanke sei gewesen, dass die Mädchen und Jungen, die vom BUND-Waldkindergarten Harpstedt in die Schule wechseln, keinen so alltäglichen Bezug zur Natur mehr hätten. Diese Lücke will die neue Kinderforschungsgruppe für wissbegierige Mädchen und Jungen im Alter von sechs bis zwölf Jahren ein Stück weit schließen.

Dazu gibt es übrigens sogar ein Äquivalent für Erwachsene: Die „Wildbienen- und Wespengruppe“ trifft sich im 14-tägigen Turnus sonntags, 15 Uhr, auf dem BUND-Hof. Wulf Carius obliegt bei den Zusammenkünften die Leitung. „Wir kümmern uns um die Wildbiene, für die das Überleben mittlerweile wegen des Einsatzes von Schädlingsbekämpfungsmitteln in der Landwirtschaft schwierig geworden ist“, sagt der 66-Jährige, der auf dem BUND-Hof wohnt. 

Er verweist auf eine bereits angelegte Hecke mit vielen Blühpflanzen als Nahrungshabitat und auf einen Wildbienenlehrpfad mit Erläuterungen auf Informationsschildern. Nistmöglichkeiten baue die Gruppe selbst. Die handelsüblichen Insektenhotels erfüllten leider nur sehr eingeschränkt ihren Zweck, so Carius.

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