Samtgemeindebücherei empfiehlt Urlaubslektüre

Klostertrip und die Kanzlerin als Kriminologin

Empfehlenswerte Urlaubslektüre aus der Bücherei? Nichts leichter als das! Elke Lischkowitz, Herwig Wöbse und Hilke Harms (von links) machen im Nu jede Menge gut lesbare „Schmöker“ für unterschiedlichste Geschmäcker ausfindig.
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Empfehlenswerte Urlaubslektüre aus der Bücherei? Nichts leichter als das! Elke Lischkowitz, Herwig Wöbse und Hilke Harms (von links) machen im Nu jede Menge gut lesbare „Schmöker“ für unterschiedlichste Geschmäcker ausfindig.

Harpstedt – Die Bundeskanzlerin in den Fußstapfen von Miss Marple, ein Heimweg voller Schrecken, ein Jude bei der Gestapo „unter Wölfen“ und große Familienepen: Die Leiterin der Samtgemeindebücherei in Harpstedt, Elke Lischkowitz, und ihre Kollegin Hilke Harms wissen, welche Urlaubslektüre bei den Bibliotheksnutzern gut ankommt, und geben Buchtipps.

Die Sommerferien nahen. Zeit, sich mit Lektüre für den Urlaub zu Hause oder auf Reisen einzudecken. In der Samtgemeindebücherei in Harpstedt besteht dazu letztmalig am 12. August Gelegenheit. Erster Ausleihtag nach Ferienende ist der 7. September.

Da geht es um einen witzigen Quatschkopf, der immer kämpfen will.“ 

Noel Krieger (10) über die „Arazhul“-Reihe.

Dass sich Schüler um Neuerscheinungen scharen, gehört für Elke Lischkowitz und Hilke Harms zum beruflichen Alltag. Noel Krieger schielt auf einen Band aus der „Arazhul“-Comic-Adventure-Reihe: „Da geht es um einen witzigen Quatschkopf, der immer kämpfen will. Sein Freund heißt Doktor Auge, und mit Professor Nase kommt ein weiterer hinzu“, erzählt der Zehnjährige.

Inhalt „gräsig“, aber beliebt bei Jungen

„Diese Bücher aus der Feder des Youtubers Paluten sind ganz große Renner“, deutet Hilke Harms auf das „Donnerwetter am Mount Schmeverest“, einen stark nachgefragten Roman aus der „Welt von Minecraft Freedom“, und fügt hinzu: „Den Band hätte ich heute schon mindestens zweimal rausgeben können.“ Den Inhalt findet sie persönlich „gräsig“. Die Jungen aber seien ganz verrückt „nach den Abenteuern komischer Würfelfiguren“. Weniger verwunderlich: Bei den Mädchen stehen weiterhin Pferdebücher aus der Schleich-Horse-Club- und der Haferhorde-Reihe sehr hoch im Kurs.

Gesundheitsförderlicher Optimismus

Die Wahl von Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse fällt bei einem Büchereibesuch auf „Kopfsache Gesund“. Die Botschaft der Ärztin und Autorin Dr. Katharina Schmid, wonach Optimismus der Gesundheit zuträglich ist, sagt dem Amtshof-Chef zu.

Ich gehe heute ganz bestimmt nicht mehr in einen dunklen Raum!“

Reaktion von Hilke Harms auf Fitzeks „Der Heimweg“.

Hilke Harms rät, sich „Der Heimweg“ von Bestsellerautor Sebastian Fitzek nicht entgehen zu lassen, warnt aber, die Handlung sei wirklich so unheimlich, wie der düstere Einband andeute: Die junge Klara glaubt, von jenem Mann verfolgt zu werden, der sie schon einmal überfallen und mit Blut das Datum ihres angeblichen Todestages auf ihre Schlafzimmerwand geschmiert hat. Bei Hilke Harms wirkte das Gruseln nach: „Ich gehe heute ganz bestimmt nicht mehr in einen dunklen Raum!“, erwiderte sie, als ihr Mann sie darum bat, den brummenden Kompressor im Fahrradschuppen auszuschalten.

Eigentlich sei sie ja eher auf der „seichten Schiene“ unterwegs, erzählt Harms. Neulich aber habe sie zu einem sehr bewegenden Buch mit ernster Thematik gegriffen: „Unter Wölfen“ von Alex Beer. Der Roman kreist um den Juden Isaak Rubinstein, der sich 1942 in die Gestapo einschleusen lassen muss, um seine Familie zu retten.

Trend zum Familienepos

„Das Leben ein ewiger Traum“ von Helene Sommerfeld traf indes voll den Geschmack der Bibliotheksleiterin. „Das ist der Auftakt zu einer großen Berlin-Saga rund um die goldenen Zwanziger: Magda Fuchs hat ihren Mann verloren; er ist erschossen worden. Die Medizinerin geht nach Berlin und hat dort als Polizeiärztin ganz viel mit Kindern zu tun, die verkauft und zum Betteln angehalten werden. Sie versucht, die Opfer zu retten und die Taten zusammen mit einem Polizeibeamten aufzuklären“, umreißt Elke Lischkowitz den Plot.

Ein Trend geht nach ihrer Einschätzung zum Familienepos: Eva Völlers „Ruhrpott-Saga“ sei genauso angesagt wie Fenja Lüders’ „Speicherstadt-Saga“. „Die verschwundene Schwester“ aus der „Sieben Schwestern“-Reihe von Lucinda Riley wird nach Überzeugung von Lischkowitz sicher ebenfalls nicht lange im Regal liegen.

Kriminologie als willkommene Abwechslung

Im komischen Fach und in der Sparte „Selbsterfahrung“ kann die Harpstedter Bibliothek genauso mit Neuerscheinungen punkten. Hape Kerkelings soeben erschienene Katzen-Betrachtung mit dem Titel „Pfoten vom Tisch!“ haben Lischkowitz und Harms selbst noch nicht gelesen. Uneingeschränkt empfehlen können sie hingegen Horst Lichters Erfahrungsbericht „Ich bin dann mal still“, obgleich der Autor, seines Zeichens „Bares für Rares“-Moderator und Fernsehkoch, seiner Zeit im Schweigekloster eher wenig abgewinnen konnte.

Der Lesetipp der Büchereikräfte auf humoristischem Feld heißt „Miss Merkel – Mord in der Uckermark“. Autor David Safier lässt die Bundeskanzlerin, die in seinem Roman nicht mehr in Amt und Würden ist, in die Fußstapfen von Miss Marple treten: Als Freiherr Philip von Baugenwitz vergiftet in einem Schlossverlies gefunden wird, erwacht neues Leben in der (Un-)Ruheständlerin, die schon fürchtete, mit Mops und Mann in der Uckermark versauern zu müssen. „Ein ausgesprochen lustiger Krimi“, urteilt Hilke Harms.

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