Bibliotheksleiterin verabschiedet

Mit großer Dankbarkeit tritt Elke Lischkowitz ihren Ruhestand an

Die besten Wünsche für den Ruhestand gaben Maren Jehlicka und Woldemar Schilberg, Yves Nagel und Hilke Harms am Dienstagvormittag Elke Lischkowitz (von links, von oben) mit auf den Weg.
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Die besten Wünsche für den Ruhestand gaben Maren Jehlicka und Woldemar Schilberg, Yves Nagel und Hilke Harms am Dienstagvormittag Elke Lischkowitz (von links, von oben) mit auf den Weg.

Harpstedt – Als Elke Lischkowitz aus Holtorf am Dienstag anlässlich ihrer Verabschiedung als Leiterin der Bücherei in Harpstedt durch Samtgemeindebürgermeister Yves Nagel nicht nur Blumen, sondern auch einen Gutschein für die „Auszeit“ überreicht bekam, deutete ihre langjährige Kollegin Hilke Harms im Scherz an, wie gern sie davon profitieren würde: „Ich hätte da eine Anregung: Wir haben doch immer alles zusammen gemacht...“

Den Gedanken an ihre eigene Verrentung hatte Lischkowitz lange verdrängt. Die Aufgaben in der Bücherei, das kollegiale Verhältnis zu Hilke Harms und das angenehme Klientel ließen sie stets gern zur Arbeit gehen. Obwohl die 65-Jährige wegen der Anerkennung von Erziehungszeiten schon im Februar in den Ruhestand hätte eintreten können, blieb sie der Samtgemeindebücherei noch über Monate erhalten. Am 30. November endet ihr Arbeitsverhältnis aber nun definitiv. Begonnen hatte es am 1. Januar 2000 mit der Übernahme der Büchereileitung als Nachfolgerin von Christa Harnisch.

Am liebsten wäre ich Hebamme geworden. Das mache ich vielleicht im nächsten Leben.“

Elke Lischkowitz

Im September 2002 quartierte sich die bis dahin über der alten Grundschulturnhalle angesiedelte Bibliothek vorübergehend in der Delmeschule ein, ehe sie nach Abriss und Neubau im Mai 2004 ihr neues Domizil unterhalb des seinerzeit neu geschaffenen Schulmusikraums bezog.

Den Draht zur Bücherei kurz halten – daran lag stets auch der benachbarten Grundschule im Interesse der Leseförderung. Elke Lischkowitz kennt noch heute viele Kinder mit Namen. In Phasen coronabedingter Beschränkungen konnten die Klassensprecher Kisten mit Büchern abholen.

In „normalen“ Zeiten genossen die Klassen besonders die Lesenächte. Noch lange danach war in der Bücherei immer wieder zu vernehmen: „An der Stelle dort habe ich schon mal geschlafen.“

Die beiden von langer Hand geplanten LeseCircus-Veranstaltungen aus den Jahren 2004 und 2007, wiederum mit Schuleinbindung, bleiben Elke Lischkowitz als „fantastische“ Events im Gedächtnis. So renommierte Autoren wie Paul Maar und Cornelia Funke gaben sich in Harpstedt die Ehre, ebenso der Schauspieler und Stimm-Coach Rainer Rudloff.

Auf einer Wellenlänge mit der Kollegin

Den Ken-Follett-Roman „Die Säulen der Erde“ hat die langjährige Büchereileiterin verschlungen und geliebt. Heute mag sie das Genre Familiensaga. Den abebbenden Faible ihrer Kollegin Hilke Harms für Krimis, möglichst mit der ersten Leiche bis spätestens Seite drei, teilte sie nicht. Ansonsten lagen die Arbeitskolleginnen aber voll auf einer Wellenlänge. Auch halten beide Cornelia Geerken aus Dünsen als künftige Büchereileiterin für die Idealbesetzung. Hilke Harms wollte die Leitungsaufgabe nicht übernehmen.

Mit Kindern hatte Elke Lischkowitz wegen der engen Verflechtung zwischen Bücherei und Schule in ihrem Berufsalltag viel zu tun. Das war immer ihr Wunsch gewesen. Ursprünglich wollte die fünffache Mutter allerdings Hebamme werden. „Das mach ich vielleicht im nächsten Leben“, sagte sie schmunzelnd im Verlauf ihrer Verabschiedung im Amtshof. Dort überreichte ihr zusätzlich für den Personalrat Maren Jehlicka Blumen sowie – im Namen der Kolleginnen und Kollegen – einen in Pink blühenden Weihnachtsstern.

Für die Grundschule Harpstedt, von der sich Elke Lischkowitz schon intern verabschiedet hatte, wohnte Konrektor Woldemar Schilberg der Feierstunde bei.

Ihrem Berufswunsch Hebamme war die angehende Ruheständlerin in der Vergangenheit schon mal etwas näher gekommen. Im Elisabeth-Kinderkrankenhaus Oldenburg lernte sie von 1974 bis 1977 Kinderkrankenschwester und arbeitete dann auch in diesem Beruf. Eine 1979 im Krankenhaus Bassum mit Geburtsstation angetretene Stelle fand sie toll. Der Tod ihres Schwiegervaters aber zwang sie, den Job aufzugeben, weil ihre Hilfe zu Hause in der Landwirtschaft dringend benötigt wurde.

Pläne für die Zukunft? „Vielleicht fange ich an zu malen“

Auch auf eine Beschäftigung als Arzthelferin Anfang der 1990er-Jahre in der damaligen Colnrader Praxis Kühne-vo Van stieß Yves Nagel beim Durchlesen ihres Lebenslaufes. 1992 übernahm Elke Lischkowitz ehrenamtlich die Betreuung der kleinen Bücherei im Colnrader Dorfgemeinschaftshaus, die bis Ende 2013 bestand – zuletzt übrigens unter der Leitung von Hilke Harms.

Mit tiefer Dankbarkeit erfüllt es die 65-Jährige aus Holtorf nach wie vor, dass ihr die Samtgemeinde die Chance gab, über mehr als 20 Jahre hinweg eine Arbeit zu verrichten, an der immer ihr Herz hing.

Ihre Pläne für den Ruhestand? Etwas Sport treiben und den Enkeln Zeit schenken; vielleicht fange sie ja auch an zu malen. Darauf Woldemar Schilberg, offenbar bereits auf einen „echten Lischkowitz“ schielend: „An den Wänden in meinem Büro wäre genug Platz.“

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