2.025 Euro aus Soforthilfeprogramm investiert

Bücherei in Harpstedt: 13 „Bee-Bots“ als Lernhilfen mit Fun-Faktor

Beim Programmieren der „Bee-Bots“ hatten die Schülerinnen und Schüler schnell den Dreh raus.
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Beim Programmieren der „Bee-Bots“ hatten die Schülerinnen und Schüler schnell den Dreh raus.

Harpstedt – 13 Miniroboter („Bee-Bots“) mit den dazugehörigen Lernspielmatten und eine farbenfrohe Sitzgruppe verdankt die Bücherei in Harpstedt dem Soforthilfeprogramm „Vor Ort für Alle“. Die Fördersumme in Höhe von 2.025 Euro ist schon ausgegeben worden.

Ein Roboter ist im Prinzip dumm wie Brot. Erst wenn der Mensch ihm mit unmissverständlichen Kommandos vorgibt, was genau er zu tun hat, erledigt er die ihm aufgetragenen Aufgaben zuverlässig. Mit dieser Erkenntnis im Hinterkopf hat die 2d der Grundschule Harpstedt von Klassenlehrerin Julia Klammer am Montagmorgen in der Samtgemeindebibliothek kleine selbstfahrende Roboter in Bienenform durch eigenes Programmieren auf die Reise geschickt – auf einer Matte voller Felder mit Zahlen und Motiven mit Bezug zur Landwirtschaft.

Zunächst musste der Schüler dem „Bee-Bot“ durch Drücken von Tasten zu verstehen geben, wie viele Schritte das „mobile Insekt“ zu gehen und an welchen Stellen es 90-Grad-Drehungen nach links oder rechts zu vollführen hat. Dann brauste das fleißige Bienchen nach Betätigen des Start-Buttons eigenständig los – und kam im günstigen Fall auf dem Feld an, auf dem es ankommen sollte. Aber nur, wenn der Programmierer seinen „Job“ mit der nötigen Sorgfalt erledigt hatte.

Fleißige Bienen helfen Bauer Beck

Elke Lischkowitz, noch bis Ende November in der Bücherei tätig, strickte eine kleine Geschichte darum herum. Sie erzählte von Bauer Beck, der in einer bestimmten Reihenfolge Kühe melken, auf dem Feld arbeiten und andere Dinge erledigen muss, ehe er sich Erholung gönnen kann. Anhand der Story und der dazu passenden Motive auf dem „Lernspielfeld“ in Form einer Matte wussten die Kinder, welchen Weg der „Bee-Bot“ stellvertretend für den Landwirt einzuschlagen hatte, und programmierten ihn entsprechend.

Natürlich konnten nicht alle Schüler gleichzeitig den Umgang mit den Minirobotern üben. Ein Teil der aufgesplitteten Klasse malte in einer Sitzecke, ehe „gewechselt“ wurde. Dort fiel ein knallroter Tisch mit Stühlen in nicht minder kräftigen Farben ins Auge. Sowohl dieses Mobiliar als auch insgesamt 13 „Bee-Bots“ mit den dazugehörigen Lernspielmatten verdankt die Bücherei dem Soforthilfeprogramm „Vor Ort für Alle“, mit dem der Deutsche Bibliotheksverband bundesweit zeitgemäße Büchereikonzepte in Kommunen mit bis zu 20.000 Einwohnern fördert – primär mit dem Ziel der Modernisierung und digitalen Ausstattung. Möglich macht das eine Förderung durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien aus dem Topf „Kultur in ländlichen Räumen“, der sich wiederum aus Mitteln des Programms für „Ländliche Entwicklung“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft speist. Was kompliziert klingt, bescherte der Samtgemeindebibliothek im Ergebnis immerhin 2.025 Euro. Dass dieses Geld sinnvoll investiert worden ist, wollte Elke Lischkowitz an der Seite ihrer langjährigen Kollegin Hilke Harms deutlich machen, ehe die 65-Jährige aus Holtorf ihren Ruhestand antritt und Cornelia Geerken aus Dünsen endgültig das Ruder als neue Büchereileiterin übernimmt.

Lernspielmatten in doppelter Ausführung

Schulklassen können die „Bee-Bots“ ausleihen. Ebenso die dazugehörigen Lernspielmatten. Letztere hält die Bücherei übrigens nicht nur in der „Bauernhofvariante“ vor, sondern auch bespickt mit Buchstaben oder geometrischen Figuren. „Wir haben jede Matte in doppelter Ausführung angeschafft“, verriet Büchereikraft Hilke Harms. Größtmöglichen Raum für Kreativität lässt sozusagen eine Art „Freestyle“-Variante. Die besteht nur aus vielen kleinen transparenten Täschchen und kann mit eigens ausgedachten und realisierten Motiven „befüllt“ werden.

Aus den Sofortprogramm-Mitteln hat die Bücherei auch eine farbenfrohe Sitzgruppe angeschafft.

Die mittlerweile aus dem Bundestag ausgeschiedene Parlamentarierin Astrid Grotelüschen (CDU) hatte das Soforthilfeprogramm im Sommer in der Bücherei in Harpstedt propagiert und erläutert – in Verbindung mit der Förderzusage für die Samtgemeindebibliothek.

Stippvisite des Ersten Samtgemeinderats

Wofür die 2.025 Euro Verwendung gefunden haben, schaute sich am Montag der Erste Samtgemeinderat und Kämmerer Ingo Fichter im Rahmen einer Stippvisite an. Er sah zu, wie die ersten Mädchen und Jungen aus der 2d die programmierten „Bee-Bots“ von einer Station zur anderen schickten – mit dem Ziel, „Bauer Beck“ bei seiner Arbeit zu entlasten. Die Kleinen lernten ausgesprochen schnell und fanden großen Gefallen an den Minirobotern.

Dass Automatisierung und Digitalisierung auch eine unerfreuliche Kehrseite der Medaille offenbaren, werden die Kinder früh genug mitbekommen. Die Folgen der Rationalisierung in der Arbeitswelt begegnen ihnen als Thema sicher bereits in ihrer Schulausbildung – allerdings zu gegebener Zeit, versteht sich. Gegenwärtig dienen die „Bee-Bots“ den Mädchen und Jungen im Grundschulalter nicht zuletzt dazu, auf eine spielerische Art und Weise in die Welt der Buchstaben und Zahlen, Formen und Farben einzutauchen, die einfach Spaß macht.

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