Zusätzliches Angebot ohne Aufpreis

Bücherei eröffnet den Zugang zu fast 20.000 eMedien

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Herwig Wöbse sowie die Büchereikräfte Hilke Harms und Elke Lischkowitz (v.l.) versprechen sich vieleneue Büchereinutzer durch den zusätzlichen Zugang zu fast 20 000 eMedien.

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken. Zusätzlich zu ihren 11.000 physischen Medien bietet die Samtgemeindebibliothek an der Schulstraße in Harpstedt nun Zugang zum Download von eBooks, elektronischen Hörbüchern, Zeitungen, Zeitschriften und Magazinen sowie in sehr eingeschränktem Maße auch Filmen. Der derzeitige Bestand umfasst nahezu 20.000 eMedien.

Die Nummer des Bücherei-Nutzerausweises und das eigene Geburtsdatum als voreingestelltes, aber individuell änderbares Passwort sind sozusagen der Schlüssel zum Portal www.nbib24.de – und damit zur Einrichtung eines eigenen Benutzerkontos.

Auf dieser Website empfiehlt sich zunächst ein Blick in die Rubrik „Service“ und hier wiederum auf „Hilfe“ als Einstieg in die Download-Modalitäten.

Am heimischen PC, via Tablet, Smartphone oder auch über webfähige E-Book-Reader sind eBooks für zwei, vier, sieben, 14 oder 21 Tage entleihbar, Tageszeitungen nur für zwei Stunden und Magazine für zwei Tage. Diverse Suchoptionen erleichtern das Finden der gewünschten Titel.

Auch eBooks können „weg“ sein

„Ist ein eBook ausgeliehen, dann ist es gewissermaßen genauso ,weg’ wie ein Buch, das jemand bei uns aus dem Regal genommen hat“, erläutert Bibliotheksleiterin Elke Lischkowitz. Bei online entliehenen Titeln wird angezeigt, ab wann sie voraussichtlich für eine neue Ausleihe zur Verfügung stehen. Vorbestellungen sind – analog zu physischen Medien – möglich. Mahngebühren entfallen. Für den Zugang zu den eMedien zahlt der Büchereikunde keinen Aufpreis, sondern nur die ohnehin anfallende jährliche Büchereinutzungsgebühr von zehn Euro.

Ist die maximale Entleihdauer verstrichen, ein eBook aber noch nicht ausgelesen, muss der Nutzer online eine neue Entleihe oder Vorbestellung veranlassen und wie beim Buch in Papierform gegebenenfalls eine Zeit lang warten, ehe er das Medium wieder nutzen kann.

Auch ältere Menschen wüssten in zunehmendem Maße eBooks zu schätzen, zumal sie die Schriftgröße individuell ihrer Sehkraft anpassen können, weiß Elke Lischkowitz. Was die Reader angehe, so hätten die Nutzer nach eigenem Bekunden mit Geräten des Herstellers „tolino“ gute Erfahrungen gemacht.

Um einem Abwandern von Kunden zu anderen Büchereien entgegenzuwirken, blieb der Samtgemeinde gar nichts anderes übrig, als ebenfalls auf den eMedien-Zug aufzuspringen. „Wir haben uns für 3000 Euro in den großen NBib24-Pool eingekauft“, erläutert Lischkowitz. Damit sei die Samtgemeindebibliothek dem Beispiel von rund 100 anderen Büchereien gefolgt. NBib24 stehe für „Niedersächsische Bibliotheken – 24 Stunden geöffnet“.

Sieben Prozent vom Budget für eBooks

Der Einkauf der Nutzungslizenzen für die einzelnen eMedien laufe über die Firma DiViBib. Die führe auch die Verhandlungen mit den Autoren. Die Träger der in den besagten „Pool“ eingebundenen Büchereien bezahlen die Lizenzen – wobei die Summen sich an den Etats der Bibliotheken bemessen. „Bei uns macht das 2017 sieben Prozent unseres Anschaffungsbudgets aus. Das steigert sich aber noch in den nächsten Jahren auf bis zu zehn Prozent“, erklärt Lischkowitz.

Im Anschluss an eine Aufrüstung der Bibliothekssoftware und eine Einarbeitungsphase war das neue Angebot Anfang Mai in Harpstedt gestartet. Innerhalb der ersten vier Wochen gab es zwölf eMedien-Entleiher. Es sollen natürlich deutlich mehr werden. Ziel sei es, über die eMedien viele neue Büchereinutzer zu gewinnen, verschweigt Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse nicht.

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