Früher Anzeigenberater, jetzt Autor

Kleine Lebensweisheiten kleidet Adolf Knapp in Reime

Mit „Humor und Co.“ will Buchautor Adolf Knapp Interesse wecken.
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Mit „Humor und Co.“ will Buchautor Adolf Knapp Interesse wecken.

Harpstedt – „Schreib ein Buch! Ich würd’s dir sofort abkaufen.“ Diesen schon oft gehörten Ratschlag hat Adolf Knapp im Ruhestand beherzigt. Das Ergebnis trägt den augenzwinkernden Titel „Da haben wir den Salat!“. Gut 60 Seiten „Humor und Co.“ verspricht der Harpstedter den Buchkäufern. Dankbar sei er Lothar Liesmann für die „zum Text passenden, unverwechselbaren Zeichnungen“ und Verleger Edgar Fischer mit seinem Team vom Printhaus Syke „für die angenehme Zusammenarbeit“.

Knapps „Salat“ kommt bunt und gemischt daher, wenngleich zumeist in Paarreimen. In viel Alltagslyrik und einen Hauch Prosa kleidet der mittlerweile 81-Jährige seine Liebe zu Niedersachsen genauso wie seine Kärntner Wurzeln. Er sinniert über die Landwirtschaft und Mais-Monokulturen, das Selbstgespräch und das Wartezimmer, den in die Jahre gekommenen Werder-Fan, Jugend und Alter, Natur und Umweltverschmutzung, Egoismus und Besserwisserei, Gott und die Welt. Kalauer und Sinnsprüche würzen das „Salatdressing“.

Ob früher als Anzeigenberater oder heute in der „Rentnerbänd“, die sich ehrenamtlich um Pflege und Erhalt des Koems-Scheunenviertels in Harpstedt kümmert – Spaßvogel Knapp wusste schon immer mit spontan aus dem Ärmel geschüttelten Versen und Strophen zu amüsieren.

Sein Buch wolle dazu beitragen, „unseren Alltag farbiger und fröhlicher zu leben“; es könne auch „zur eigenen Aufheiterung in einsamen Stunden ein kleiner Tröster sein“, wünscht sich der 81-Jährige.

Demutsvoll und zufrieden im Alter

Er schaue den Menschen gern ins Herz, um mit ihnen freudvolle  oder schmerzhafte Empfindungen zu teilen. Über sich selbst sagt Knapp, er sei glücklich, bescheiden dankbar und demutsvoll. Mit Genugtuung reflektiert er sein eigenes Leben: „Je älter ich werde, umso zufriedener bin ich.“ Sowohl privat als auch beruflich habe er Spuren hinterlassen, „die man heute noch sieht“ und an die er sich gern erinnere.

Die Kreiszeitung war 25 Jahre lang die berufliche Heimat des Anzeigenberaters.

Dazu gehörte ein Vierteljahrhundert lang sein Wirken bei der Kreiszeitung – als Teil der Ippen-Gruppe von Verleger Dr. Dirk Ippen. Auch dessen Buch „Mein Leben mit Zeitungen“ hat Knapp nach eigenem Bekunden ermutigt, selbst als Autor in Erscheinung zu treten.

Ich war wohl der einzige Anzeigenberater weltweit, der im Sommer in kurzen Hosen die gewerblichen Kunden betreuen durfte.“

Adolf Knapp

„Mein erster Tag bei der Kreiszeitung Syke war der 7. November 1977, und mein Arbeitsverhältnis endete ganz unbürokratisch – bei Bockwurst mit Kartoffelsalat und Getränken für alle im Haus – im Sommer 2002“, so der Ruheständler. Als er mit null Kenntnis vom Anzeigengeschäft anfing, habe er nicht geahnt, welches berufliche Abenteuer ihn erwarten sollte: „In einem sehr netten Kollegenkreis mit weltoffenen Vorgesetzten fühlte ich mich gut aufgehoben. Ich war wohl der einzige Anzeigenberater weltweit, der im Sommer in kurzen Hosen die gewerblichen Kunden betreuen durfte“, mutmaßt Knapp.

Seine Arbeitsweise: analog, aber effizient

Sein Hauptarbeitsgerät, den Bleistift, trug er für gewöhnlich hinterm Ohr. So mancher in der großen „Tippen für Ippen“-Familie bewunderte seine „analoge“, fast schon anachronistisch wirkende, aber höchst effiziente Arbeitsweise. Erst die Anschaffung eines Laptops im Ruhestand eröffnete ihm so richtig Zugang zu den digitalen Medien.

Als Anzeigenberater habe sich sein Betätigungsfeld „bedarfsweise von Nienburg bis Großenkneten“ erstreckt. Hunderte Gewerbetreibende habe er betreut – und dabei gelernt, Menschen einzuschätzen, zu schätzen und anzunehmen. Die Kreativität sei mit den Aufgaben gewachsen.

Und heute? „Meine Ansprüche sind klein. Die ,Rentnerbänd’ ist donnerstags mein Hobby – und Sprücheklopfen meine Lieblingsbeschäftigung“, sagt Adolf Knapp und lacht.

Wie Bittersalz schmeckt...

Seine Wurzeln in Kärnten, wo er am 14. Juni 1939 im Bezirk Sankt Veit an der Glan zur Welt kam, verleugnet der 81-Jährige nicht. Aus seinen jungen Jahren wisse er noch heute, „wie Bittersalz schmeckt, dass 96-prozentiger Alkohol dir die Luft nimmt und ein Sägemehlofen nur mit ganz wenig Steinkohle für länger anhaltende Wärme ,präpariert’ werden darf“.

Eine kaufmännische Lehre in einem – damals großen – Gemischtwarenladen in Wieting sollte sich als solides Fundament für den beruflichen Werdegang erweisen. Bergbauern und Arbeiter hätten oft anschreiben lassen, und einmal im Monat „bei ein paar Schnäpsen bar bezahlt“. Knapp: „Vertrauen war damals viel mehr wert als eine Million Schillinge.“

Tastfunkerausbildung in Graz beim österreichischen Heer mit einem Kriegsveteranen als direktem Vorgesetzten, Disponent in einer Nährmittelfabrik in Dornbirn, Job in einer Kühlmöbelfabrik in Oftersheim, rund 15 Jahre Verkäufer, Revisor und Verkaufsförderer für einen großen Bremer Filialbetrieb („Hermann F. Jäger“) – der Weg war lang, bis Knapp seine Berufung bei der Kreiszeitung fand.

Kontinuität im Privaten

Sein Privatleben zeugt indes von Kontinuität: Mit seiner Frau Alice praktiziere er schon seit 1962 „Krieg und Frieden“, scherzt der Ruheständler und ergänzt: „Ich wünsche mir noch viele Jährchen dazu.“ Harpstedt empfindet er längst als Heimat – als Ort, „wo man Mensch sein kann, eine angenehme Nachbarschaft genießt und kein namenloser Kunde ist“.

Findet Adolf Knapp mit seinem Buch das erhoffte Echo, hätte er genügend Lesestoff, um einen zweiten oder gar dritten „Salat“ kredenzen zu können.

Zu haben ist sein gebundenes Erstlingswerk zum Preis von 12,80 Euro in Harpstedt bei Schreibwaren Beuke, im „Schnäppchen“ und in der „Hörstube“. Wer per Mail an buecher@kreiszeitung.de oder unter Telefon 04242/58 227 vorbestellt, bekommt das Buch auf Rechnung zugeschickt (zuzüglich Versandkosten von 3,90 Euro).

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