„Bringen seit 125 Jahren Frieden in Suchtfamilien“

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Dietmar Klahn (4.v.l.) und Frank Lindemann (r.) wurden von Uwe Cordes, Heinz und Elisabeth Remme, Arnold Rath, Helga und Hans-Hermann Höger sowie Wolfgang Schmidt (v.l.) am „Alten Forsthaus“ an der Amtsfreiheit, Ecke Tielingskamp, in Harpstedt willkommen geheißen.

Harpstedt - „Wir bringen seit 125 Jahren Frieden in Suchtfamilien“, begründete Frank Lindemann am Dienstag nach seiner Ankunft per pedales am „Alten Forsthaus“ in Harpstedt, warum er seine 3.500 Kilometer lange Etappen-Radtour durch die Republik von Flensburg, dem Gründungsort des 125 Jahre alten Deutschen Guttempler-Ordens, zum Schauplatz des Jubiläumskongresses in Hofheim bei Frankfurt (wir berichteten) „Friedensfahrt“ nennt.

Alkoholismus sei beileibe nicht nur ein Jugend-, sondern vor allem ein Erwachsenenproblem, räumte der Schweriner mit einem häufig zu hörenden Vorurteil auf. Er machte dies an einer Zahl fest: Rund 80 Prozent der Menschen, die Alkoholvergiftungen erleiden, seien über 25 Jahre alt. In seiner Heimat Schwerin gebe es nur eine Guttempler-Gemeinschaft – die einzige in ganz Mecklenburg-Vorpommern, verriet Lindemann. In Ostdeutschland existierten viele freie Selbsthilfegruppen. Die Guttempler würden indes dort immer noch skeptisch beäugt; in der öffentlichen Wahrnehmung hafte ihnen in der ehemaligen DDR etwas von einer Sekte an, bedauerte Lindemann.

Sicher gebe es in dem Orden Regeln und Rituale, erwiderte Samtgemeindebürgermeister Uwe Cordes, „aber als Sekte habe ich die Guttempler nun wirklich noch nie empfunden“. Lindemann wird auf seiner Friedenstour, bei der er auf die Not von Kindern in Suchtfamilien hinweist, etappenweise von Sympathisanten begleitet. „Auf einem Abschnitt waren sogar 21 Radler dabei“, sagte er in Harpstedt. Dort kam er zusammen mit dem stellvertretenden Landesvorsitzenden der Guttempler, Dietmar Klahn, an, der ihn von Celle bis Bielefeld auf dem „Drahtesel“ begleitet. Zum Empfangskomitee zählte neben Uwe Cordes und dem Vorsitzenden der Guttempler-Gemeinschaft, „Altes Forsthaus“, Heinz Remme, unter anderem auch der frühere Landesvorsitzende Arnold Rath.

Lindemann, der während seiner 3 500-Kilometer-Tour in Privatfamilien, Guttempler-Häusern, Pensionen oder auch Jugendherbergen übernachtet, hatte ein Fahrtenbuch im Gepäck. Er bat darum, darin einen Gruß an das nächste Etappenziel zu schicken.

Von Harpstedt aus machten sich die beiden „Friedensfahrer“ dann auf den Weg in Richtung Bassum, wo sie gleich zwei Guttempler-Gemeinschaften erwarteten. · boh

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