Informationsabend für Eltern klärt über Gefahren und Lösungsansätze im Umgang mit Smartphones auf

Wie bringe ich meinem Kind das Internet bei?

Informierten die Eltern: Dr. Jenny Busch, Ute Hegen (Konrektorin der Oberschule), Karl-Heinz Book, Ufke Janssen (Rektor der Grundschule) und Martin Klinger. Foto: Rottmann

Harpstedt – „Das Internet ist kein Kinderspielplatz“, sagte Martin Klinger, beim Polizeikommissariat Wildeshausen für Fragen rund um Kriminalprävention und Jugendschutz zuständig, bei einem Infoabend in der Grundschule Harpstedt. Gemeinsam mit der schulpsychologischen Dezernentin Dr. Jenny Busch und Karl-Heinz Book, Dezernent der Landesschulbehörde, hatte die Schule ihn eingeladen, zur Nutzung digitaler Medien und Smartphones zu referieren.

Zahlreiche Erziehungsberechtigte nutzten die Gelegenheit, um mehr über die Gefahren zu hören und darüber, wie sie gegensteuern könnten. „Ich bin überwältigt von der Resonanz zu unserem Vortrag“, sagte Klinger. Bei dem Thema seien „Sensibilisierung, Hilfe und Aufklärung“ gefragt – Vorwürfe und Verteufelung seien dagegen fehl am Platz.

Medienerziehung ist auch Elternsache

Eltern sollten und müssten sich mit der Medienerziehung befassen und dürften diese nicht an die Schule abwälzen – dann könne guter Jugendmedienschutz funktionieren, erläuterte Klinger. Bestenfalls schafften die Erziehungsberechtigten es, gemeinsam mit ihren Kindern Regeln aufzustellen, damit die Smartphone-Nutzung nicht aus dem Ruder laufe. Sie könnten ihre Kinder nicht komplett vor den Gefahren des Medienalltags schützen, aber sie begleiten und ihnen hilfreich zur Seite stehen.

„Es ist nachgewiesen, dass Jugendliche im Alter von zwölf bis 19 Jahren täglich 220 Minuten das Internet nutzen“, klärte Dezernentin Jenny Busch die Eltern auf. Ihr Tipp: „Machen Sie das Smartphone zum Thema und sprechen Sie mögliche Vorfälle konkret an. Klare Regeln könnten in einem Mediennutzungsvertrag festgehalten werden.“ Gefahren auf kommunikativer Ebene, wie etwa ungewollte Kontakte oder Cybermobbing, seien weit verbreitete Probleme, für die bei Kindern ein Bewusstsein geschaffen werden müsse. Dafür müssten sie etwa reflektieren, wie Jugendlichen sprechen und schreiben.

Weitere Risiken, denen Mädchen und Jungen im Internet begegneten, beträfen potenzielle Kostenfallen. In vielen Onlinespielen lassen sich Fenster aufrufen, in denen bestimmte Errungenschaften und höhere Level erkauft werden müssen – gegen echtes, nicht virtuelles Geld.

Auch medizinische Aspekte blieben an dem Infoabend nicht unerwähnt: Der sogenannte Handynacken etwa könne entstehen, wenn die Jugendlichen permanent auf ihr Handy oder Tablet starr-ten. Zudem könnten Bewegungs- und Schlafmangel auftreten. Empfohlen wurde, Kindern ab der fünften Klasse ein Handy zu erlauben – allerdings nur, um damit telefonieren zu können. Smartphones seien erst ab der achten Klasse empfehlenswert.

Die Referenten wiesen auch auf den positiven Nutzen der Geräte hin: Die Funktionen im Unterricht reichten von Motivation und Präsentation bis hin zur Kommunikation und Kooperation. Book ergänzte: „Das Handy ist in der Schule inzwischen ein alltäglicher Nutzungsgegenstand geworden.“

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