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Bokelmann: Sozialamt muss in Harpstedt bleiben

Bleibt ein kritischer Beobachter der Kommunalpolitik: Hermann Bokelmann.
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Bleibt ein kritischer Beobachter der Kommunalpolitik: Hermann Bokelmann.

Harpstedt – Das Sozialamt an den Landkreis zurückzugeben, wäre nach Ansicht des früheren Kommunalpolitikers Hermann Bokelmann die „falsche Entscheidung“, zudem „unverständlich und nachteilig“ für die Bürgerinnen und Bürger.

„42 Jahre war ich in der Kommunalpolitik tätig, davon 32 als Fleckenbürgermeister. In der Zeit haben etliche Frauen und Männer mir ihre Sorgen und Nöte geklagt. Daher weiß ich, wie wichtig ein Sozialamt vor Ort ist“, äußert sich der Harpstedter.

„Geht zu Günter Osmer!“

Da die Bearbeitung der Sozialhilfe nicht Sache der Politik, sondern der Verwaltung ist und eine gründliche Kenntnis der Sozialgesetze erfordert, habe er, Bokelmann, früher Betroffenen den Rat gegeben: „Geht zu Günter Osmer im Amtshof! Der ist Leiter des Sozialamtes und kennt sich aus. Wenn euch Hilfe zusteht, hilft er euch auch beim Ausfüllen der Anträge.“ Obwohl „die Sozialhilfe von der Landkreisverwaltung entschieden und gezahlt wurde“, habe Osmer vielen Menschen geholfen und sich für die Genehmigung beim Landkreis eingesetzt, „weil er die Antragsteller und deren Familienstruktur kannte“. Das sei Sozialpolitik vor Ort gewesen.

Zweifel an angeblicher Ersparnis

Bokelmann versteht nicht, warum die Samtgemeindeverwaltung nun den Menschen den Weg zum Kreishaus aufbürden und „Hilfe vor Ort“ versagen wolle. Auch bezweifle er, dass die Samtgemeinde durch die „Rückübertragung“ wirklich bis zu 200 000 Euro jährlich einsparen kann. In der auf harpstedt.de einsehbaren Sitzungsvorlage für den jüngsten Sozialausschuss sei die „Einsparung“ nicht deutlich gemacht. Seien die Berechnungen zutreffend, müssten die Verwaltungen der anderen sieben Landkreisgemeinden doch ebenfalls bestrebt sein, die „Aufgabe Sozialamt“ zurückzugeben, so Bokelmann. Seine Forderung an den Amtshof: „Mit dem Kreis nachverhandeln!“ Das soll laut Verwaltungschef Herwig Wöbse aber schon geschehen sein. Ergebnis: Der Landkreis habe Entgegenkommen gezeigt, aber lange nicht in dem Maße, dass eine Kostendeckung durch die Erstattungen gewährleistet wäre.

Es fehlt nur noch, dass beim Amtshof die Zugbrücke wieder hochgezogen wird.“

Hermann Bokelmann

Irritiert haben Bokelmann die Abstimmungsergebnisse im Sozialausschuss. Belegt ist: In Sachen Krippengebühren stimmten die Hinzugewählten für den Schulausschuss ungerechtfertigterweise mit ab. Es gab 14 Ja-Stimmen für die (einstimmig empfohlene) Weiterleitung des Themas; elf hätten es nur sein dürfen. Für Bokelmann hat sich die Zusammenlegung von Sozial- und Schulausschuss als unpraktisch erwiesen.

Rat beschließt am 25. März

Die Empfehlung zur Rückübertragung der Sozialamtsaufgaben trugen vier CDU- und zwei HBL-Vertreter sowie eine Grüne mit –  bei drei Gegenstimmen (zwei von der SPD, eine von den Grünen) und einer Enthaltung (SPD).
Bokelmann hofft, dass der Rat am 25. März anders entscheidet – im Interesse von Bürgernähe. Das Sozialamt muss nach seiner Meinung in Harpstedt bleiben. „Es fehlt nur noch, dass beim Amtshof die Zugbrücke wieder hochgezogen wird“, kann er sich eine „Spitze“ nicht verkneifen.

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