Böse Überraschung in der Mietwohnung

Harpstedter Vermieter Rudolf Meier entdeckt Müllberge bei „getürmter“ Bewohnerin

Ein Zimmer unter dem Dach, welches mit Müll vollgestopft ist.
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Bis unter das Dach stapelt sich der Müll: Seit mehr als 25 Jahren wohnte die Mieterin in diesem Haus. Seit etwa zehn Jahren war Rudolf Meier nicht mehr in der Wohnung.

Es war ein Schock, als er die Wohnung das erste Mal betrat. Müll auf dem Boden verteilt, Mäusekot in den Ecken und Essensreste sowie Schimmel auf den wenigen verbliebenen freien Flächen. Der 79-jährige Harpstedter Rudolf Meier vermietet mehrere Wohnungen und Häuser, „aber so etwas habe ich auch noch nicht erlebt“, erzählt er. In seinem Zweifamilienhaus an der Straße „Am Langen Acker“ in Harpstedt sei eine Mieterin „getürmt“ und habe ihm ein Chaos hinterlassen.

Harpstedt – „Etwa 25 Jahre haben sie dort gewohnt“, berichtet Meier. Die Frau habe zwei Kinder, der Sohn habe bis zu ihrem Auszug bei ihr gewohnt. Da die Miete immer pünktlich kam, habe er nie groß Kontakt zu der Familie gehabt. „Aber komisch war das schon: Immer, wenn ich mit Handwerkern in die Wohnung wollte, hat sie gesagt, sie sei krank. Oder sie hat sich andere Ausreden ausgedacht“, schildert Meier. So kam es, dass er seit knapp zehn Jahren die 60-Quadratmeter-Wohnung nicht mehr betreten hatte. „Aber da es ja keine Probleme gab, habe ich mir gedacht, dass schon alles in Ordnung sein wird.“

Die Bewohner des Erdgeschosses, die ebenfalls Meiers Mieter sind, machten ihn zuerst auf die Missstände aufmerksam. „Die haben mir erzählt, dass sie komische Geräusche hören. Dass von oben ein ,Krabbeln’ käme und dass es Tiere sein müssen, die dort umherlaufen.“

Zeigt, was im Kühlschrank übrig geblieben ist: Rudolf Meier in der Wohnung seiner Mieterin.

Letztlich habe er einen Zettel in seinem Briefkasten gefunden. „Handschriftlich und ohne eine Unterschrift hat sie am 19. März auf drei Zeilen eine Kündigung geschrieben“, schildert Meier kopfschüttelnd. Diese sei so jedoch nicht rechtskräftig. Auf Telefonanrufe habe sie kaum reagiert, den Kontakt nahezu komplett abgebrochen. „Einmal hatte ich ein Gespräch mit ihr. Da sagte sie, sie lasse mich nicht in die Wohnung, so lange sie noch Miete zahlt.“ Kürzlich habe sie ihm dann auf demselben Wege ihren Haustürschlüssel zukommen lassen – per Einwurf in den Briefkasten.

Als ich dann den Zustand der Wohnung sah, war ich geschockt.

Rudolf Meier, Vermieter

„Als ich dann den Zustand der Wohnung sah, war ich geschockt“, gesteht der 79-Jährige. „Ich konnte die Mieterin nach etlichen Versuchen noch einmal ans Telefon kriegen. Da hat sie mir gesagt, dass ihr die Wohnung egal ist. Ich soll zusehen, wie ich die Zimmer leer bekomme.“ Meier erzählt, dass er mit der Samtgemeindeverwaltung Harpstedts in Kontakt getreten sei. Diese bestätigte ihm, dass die Frau noch immer in Harpstedt gemeldet sei. Auch habe er Hilfe beim Sozialamt gesucht, da dieses Leistungen an die Mieterin zahle. „Die haben mir gesagt, dass das eine Zivilsache sei. Ich könne sie ja verklagen. Aber so lange sie irgendwo gemeldet ist, bekommt sie weiterhin ihr Wohngeld.“

Hohe Kosten sind zu erwarten

Der 79-Jährige hat sich nun anwaltlichen Beistand gesucht – auch weil noch eine Miete ausstünde. Das Recht sei aber nicht sehr vermieterfreundlich. Eigentümer könnten nicht viel tun, um Mieter aus der Wohnung zu bekommen, sagt Meier. „Den Vermietern sind in solchen Fällen die Hände gebunden.“ Auf den Kosten der Sanierungsarbeiten werde er deshalb sehr wahrscheinlich sitzen bleiben. „Ich muss alles entkernen, alles muss raus. Natürlich wäre es deshalb schön, wenn ich noch etwas von der ausstehenden Miete sehen würde, aber es geht mir nicht mal so sehr um das Geld. Ich will das einfach nicht so durchgehen lassen.“ Die Ausgaben für Sanierung und Entsorgung der Hinterlassenschaften könnten nach Meiers Schätzung etwa 10 000 Euro betragen.

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