„Nie ein schwerer Unfall, oft gutes Wetter“

DGH-Feier: Bitte um Gottes Segen findet Gehör

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Von einem Werbespot für die „butterweiche, streichzarte Kuhrama“ und einer Diva, die traditionelle Geschlechterrollen in der Reklame in Frage stellte, handelte der erste Sketch, den die Theatergruppe der Landjugend Heiligenrode aufführte.

Kirchseelte - Musikalisch unterhielten am Dienstagabend Sabine Heruth und Pavel Jankowski die geladenen Gäste während der Feierstunde zum 30. Geburtstag des Kirchseelter Dorfgemeinschaftshauses (DGH). Auf E-Piano und Violine intonierten sie Weisen aus Schottland, Irland und Skandinavien. Die Theatergruppe der Landjugend Heiligenrode animierte mit drei Sketchen zum Schmunzeln. Einer davon drehte sich – passend zum Anlass – um einen Geburtstag.

In einer 35-minütigen „Multimediaschau“ ließ Moderator Reinhard Rambusch Bau und Nutzung des DGH in vielen Bildern Revue passieren. Ursprünglich war in dem Gebäude die Freiwillige Feuerwehr Kirch- und Klosterseelte zu Hause gewesen, bis sie ihr eigenes Domizil bekam.

„Jung un Olt könnt sik hier dropen“

Rambusch erinnerte mit Schnappschüssen auch an Jugendbegegnungen der Folkloretänzer des Vereins „Dorf und Natur“ mit befreundeten Gruppen aus Ungarn, Tschechien und Rumänien. Bei der Auswahl dieser Bilder habe er sich „ein bisschen bremsen“ müssen, verriet der passionierte Volkstänzer gegenüber unserer Zeitung. Die „Zeitreise“ machte deutlich, dass einige frühere Nutzer des DGH, etwa die Tischtennis- oder die Bauchtanzgruppe von „Dorf und Natur“, nicht mehr existieren oder sich zwischenzeitlich ein anderes Domizil gesucht haben. Als prominentester Gast hatte einst der mittlerweile verstorbene Showmaster Rudi Carrell das Gemeindezentrum beehrt – seinerzeit aus Anlass des traditionellen Benefiz-Fußballspiels zwischen den „Klosterbachtalern“ und den „Alten Herren“ des SC Dünsen zugunsten eines „Elternvereins krebskranker Kinder“.

Inge Harrach, die frühere Landfrauenvereinsvorsitzende, bereicherte die Jubiläumsfeierstunde mit einem plattdeutschen Beitrag, den sie schon vor 30 Jahren bei der DGH-Einweihung zu Gehör gebracht hatte und der immer noch „passte“. „Dat Hus is för jeden ut de Gemeen und ümto open. Jung un Olt könnt sik hier dropen“, heißt es im Text. Harrach richtete auch einen Appell an die Anwesenden, das DGH weiterhin in Ehren zu halten.

„Sie, die Bürgerinnen und Bürger aus der Gemeinde Kirchseelte, haben eine besondere Verbundenheit zu diesem Ort und sind bereit, sich dafür einzusetzen. Und das im ehrenamtlichen Sinne“, würdigte der erste Kreisrat Christian Wolf die Dorfgemeinschaft und deren Domizil.

„Flachgeschenk“ an Bürgermeister Stark

Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse gestand, er wäre vielleicht etwas ruhigeren Gewissens gekommen, wenn er gewusst hätte, in welchem Maße die Samtgemeinde Harpstedt das DGH seinerzeit finanziell unterstützt hatte. „Gemeinde findet immer da statt, wo Gemeinsamkeit ist, wo sich Menschen begegnen können und zusammen was auf die Beine stellen“, sagte er. Allerdings habe ein DGH „gewisse Unterhaltungskosten“. Damit Kirchseelte diese Aufwendungen zumindest ein klein wenig leichter schultern kann, überreichte Wöbse ein „Flachgeschenk“ an Bürgermeister Klaus Stark – nicht nur namens der Samtgemeinde, sondern auch im Namen der beiden Kirchseelter Nachbarkommunen Dünsen und Groß Ippener. Die wiederum waren ebenfalls personell vertreten – mit Bürgermeister Hartmut Post (Dünsen) und dem stellvertretenden Bürgermeister Wolfgang Eichler (Ippener).

Schon bei der Einweihung am 9. Mai 1987 hatte Pastor Werner Richter aus Harpstedt um Gottes Segen für das DGH gebeten. Das hat offenkundig gewirkt. „Es gab hier jedenfalls nie einen schlimmen Unfall. Es hat eigentlich alles sehr gut geklappt. Und bei Veranstaltungen im Außenbereich hat sogar das Wetter hervorragend mitgespielt“, resümierte Moderator Reinhard Rambusch während der Jubiläumsfeierstunde. Da am kommenden Sonnabend die breite Öffentlichkeit den runden DGH-Geburtstag feiert, wandte er sich mit einem Anliegen an den Geistlichen: „Vielleicht bitten sie den lieben Gott auch heute um seinen Segen.“ Diesen Wunsch erfüllte Werner Richter gern. 

boh

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