Birkenwuchs bedroht Heidelandschaft

Werner Horstmann fordert Entkusselung oder Beweidung des Wunderburger Moores

Die Birken breiten sich auf der Heidefläche immer weiter aus.
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Die Birken breiten sich auf der Heidefläche immer weiter aus.

Harpstedt – Stark wachsende Birkenbüsche führen zur negativen Veränderung des Naturschutzgebietes (NSG) Wunderburger Moor, befürchtet Werner Horstmann aus Harpstedt. Als Beweis fügt der Naturfreund dem Schreiben an die Kreiszeitung einige Fotos der zurzeit herrlich blühenden Heide an, und mahnt den Landkreis zur Pflege des NSG.

Horstmann, der als Radwanderer die landschaftlich schöne Samtgemeinde Harpstedt gut kennt, gibt den Hinweis, dass seit mehreren Jahren die Kamerun-Schafherde der Eheleute Hennes aus Sandhatten die Heidefläche beweidete. Die Schafe verbissen die Jungtriebe der Birken und sorgten damit dafür, dass die Büsche keine Überhand nahmen: „So war noch im vergangenen Jahr eine wunderschöne Heidefläche anzusehen.“

Schafherde nach Wolfsrissen abgezogen

In diesem Frühjahr war auch die Schafherde von Hennes wieder auf der Fläche, bis durch Wölfe mehre Tiere gerissen wurden, und Hennes daraufhin die Herde abgezogen hat. Horstmann beklagt: „Neben diesem traurigen Umstand ist nun leider festzustellen, dass die Birken sich auf der Heidefläche völlig ausbreiten und mittelfristig das gesamte NSG verändern. Der Landkreis müsste tätig werden und die Flächen entkusseln.“ Da das sehr arbeitsintensiv sei, zweifelt er daran und wünscht sich neue Vereinbarungen mit dem Schafzüchter, dass zukünftig dort wieder Schafe weiden.

Leider sei die Situation mit den Wölfen sehr unbefriedigend, wenn diese sich weiterhin stark vermehren und keine Lösungen zur Beschränkung der Population gefunden werden, meint Horstmann und begrüßt den Vorschlag von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) zur Bejagung bei zunehmenden Wolfsrissen. Auch der Niedersächsische Umweltminister Olaf Lies (SPD) sei diesbezüglich offen.

In zehn oder zwanzig Jahren nur noch auf dem Papier zu finden

„Wenn der Landkreis Oldenburg im NSG nicht kurzfristig tätig wird, ist das Wunderburger Moor in zehn oder zwanzig Jahren nur noch auf dem Papier oder alten Landkarten zu finden. Bleibt zu hoffen, dass sich die politischen Parteien und Gruppierungen engagieren und vor der Wahl ,Flagge’ zeigen, damit das Wunderburger Moor noch als Moor und Heidefläche gerettet wird“, warnt Horstmann weiter.

Seine Bedenken um die negative Entwicklung des Wunderburger Moores hat Horstmann in Kopie auch an Hermann Bokelmann gesandt, der sich in den vergangenen Jahrzehnten maßgeblich für das Moor einsetzte. Darum hat die Kreiszeitung auch den früheren Landrat um seine Meinung gefragt. Der 92-Jährige teilt nicht nur die Feststellung von Horstmann, sondern hat zur Unterstützung dessen Hinweise und Anregungen an das zuständige Dezernat in der Kreisverwaltung in Wildeshausen weitergeleitet. Damit das wertvolle Stück Natur erhalten bleibt, möge der Landkreis für Entfernung des Birkenbewuchses sorgen und sich für weitere Beweidung der Heideflächen einsetzen. Immerhin lautet die Bewertung des „NSG WE 123“ durch den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz: „Das 34 Hektar große Schutzgebiet beherbergt eines der best entwickelten Kleinmoore. Es ist geprägt durch ein Mosaik von offenem Wasser, Moorheiden, Röhrichten, Kleinseggen-Zwischenmooren und Birkenbruchwäldern“.

Seit über 50 Jahren Naturschutzgebiet

„Das etwas abseits, versteckt liegende Kleinod Wunderburger Moor darf nicht weniger gepflegt werden, als die an der Landesstraße in Wildeshausen liegende Heidefläche des Pestruper Gräberfeldes“, betont Bokelmann und verweist darauf, dass er schon 1967 vor über 50 Jahren als Kreistagsabgeordneter im alten Landkreis Grafschaft Hoya mit beschloss, dass das Wunderburger Moor Naturschutzgebiet wurde.

Damals gehörten die Flächen einer großen Zahl Harpstedter Ackerbürger, die dort früher Torf stachen, damit sie Brennmaterial für die kalten Wintertage hatten. Später waren die Eigentümer bemüht, die Grünlandflächen trocken zu legen. Da die umliegenden Bereiche in das Moor hinein entwässerten, veränderten sie sogar den Zulauf. Sie durchbrachen die Wasserscheide zwischen Delme und Hunte, damit das Wasser aus dem Moor über den Wohldbach zur Hunte fließen konnte. Die Grafschaft Hoya begann schon mit dem Ankauf der einzelnen Parzellen. Nach der Kreisreform 1977 setzte der Landkreis Oldenburg dieses konsequent fort. Heute ist das NSG im Eigentum des Landkreises. Der hat auch den Abflussgraben aus dem Moor heraus verfüllt, sodass die Moorflächen wieder im Sinne des Klimaschutzes wachsen können.

Da Bokelmann den Niedersächsischen Umweltminister Olaf Lies persönlich gut kennt, bat er auch dort um Unterstützung zur Erhaltung des NSG und um Verstärkung des Schutzes der so wichtigen Schafherden gegen Wölfe.

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