Gemeindedirektor informiert im Rat über VA-Beschlüsse

„Biologisch abbaubare Beutel für Hundekot gibt es nicht“

Harpstedt – Der Bebauungsplan „Barrierefreies Wohnen am Steinbachweg“ soll überarbeitet und teils geändert werden, damit die RDK Grundstücks- und Erschließungs-GmbH & Co. KG das nunmehr dort angestrebte Bauvorhaben umsetzen kann. Die Einleitung eines B-Plan-Änderungsverfahrens hat kürzlich der Verwaltungsausschuss (VA) des Fleckens befürwortet. Die RDK will, wie berichtet, barrierefreie Eigentumswohnungen am Steinbachweg in Harpstedt schaffen – unter anderem auch in einem Sechsfamilienhaus (mit Aufzug).

Einer anderen Empfehlung des Umwelt- und Planungsausschusses sei der VA hingegen „einstimmig nicht gefolgt“, teilte Gemeindedirektor Ingo Fichter am Montagabend im Fleckenrat mit. Diese Entscheidung betraf die „Hundetoiletten“. Der Fachausschuss hatte die Umstellung der Tütenspender auf biologisch abbaubare Beutel empfohlen. Die Verwaltung forschte daraufhin nach. Ergebnis der Recherchen laut Fichter: „Solche Beutel gibt es nicht.“

Verwaltungsseitig vorgestellte Flächen und Maßnahmen zwecks Fortschreibung des Kompensationsflächenpools hat der Verwaltungsausschuss zugestimmt. Eine weitere – nur mehrheitlich gefällte – VA-Entscheidung sieht vor, dass die von den Grünen beantragten freiwilligen Ausgleichsmaßnahmen im Zusammenhang mit Eingriffen in Natur und Landschaft, die der vierte Bauabschnitt des Harpstedter Wohngebietes „Am Großen Wege“ mit sich bringt, nicht umgesetzt werden sollen. Die Grünen hatten mit im Wohngebietsabschnitt liegenden Ackerflächen argumentiert, die in Bauland umgewandelt werden; am Verbauen wertvollen Ackerlandes habe das Landvolk berechtigte Kritik geübt. Im Interesse dieses Interessenverbandes lägen freiwillige Kompensationsmaßnahmen trotzdem wohl nicht, hielt die Verwaltung dagegen; denn dafür würden häufig in größerem Umfang landwirtschaftlich genutzte Areale naturschutzfachlich aufgewertet, was wiederum eine weitere Verschärfung der Flächenknappheit zur Folge hätte, hieß es in der Beratungsvorlage für die Politik.

Die Ausbauplanung für den dritten Abschnitt des Wohngebiets „Am Großen Wege“ (Uelzener Weg/Hannoversche Straße) hat indes auch im VA Zustimmung gefunden. Der nächste Schritt ist nun die Durchführung der Anliegerinformation. Die Entscheidung über die Einleitung eines Bauleitverfahrens zur Ausweisung eines Sondergebietes für den Einzelhandel an der Wildeshauser Straße (für die Inkoop- und Aldi-Umsiedelung) gab der VA an den Rat weiter. Ratsherr Horst Bokelmann begrüßte das jetzt im Fleckenrat. Zugleich wunderte er sich ein wenig. Den Haushalt muss zwingend der Rat beschließen, aber über die Einleitung eines Bauleitverfahrens, das für Jahrzehnte wichtige Weichenstellungen in der Ortsentwicklung vorsieht, hätte der VA abschließend befinden können? Für Bokelmann passte das nicht so richtig zusammen.

Der Ratsherr hinterfragte vor dem Hintergrund einer kürzlich in der Jahreshauptversammlung der Aktiven Werbegemeinschaft geführten Diskussion auch, ob der Flecken sich weiterhin an der Harpstedter Weihnachtsbeleuchtung finanziell beteilige und welche Summe die Gemeinde für die Umstellung auf energiesparende Leuchtmittel gegeben habe. Für die Umrüstung habe der Flecken 2012 knapp 7 000 Euro gewährt, erwiderte Ingo Fichter. Und ein jährlicher Obolus der Gemeinde für die Weihnachtsbeleuchtung fließe weiterhin; die Zuschusshöhe betrage 550 Euro.  boh

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