Experte erklärt, was wichtig ist

E-Bike statt Flieger-Urlaub in der Corona-Zeit - egal, ob gekauft oder geleast

Sie sind auch selbst begeisterte E-Biker: Elke Michl und ihr Sohn Jens.
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Sie sind auch selbst begeisterte E-Biker: Elke Michl und ihr Sohn Jens.
  • Jürgen Bohlken
    vonJürgen Bohlken
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Harpstedt – Fahrradhändler gelten als Gewinner der Corona-Krise. Vor allem die Nachfrage nach E-Bikes, die das Radeln mit Muskelkraft durch einen akkubetriebenen E-Motor erleichtern, ist nach oben geschnellt. Macht sich die neue Lust am Radeln auch in Harpstedt bemerkbar? Unsere Zeitung hat bei Elke Michl (Profile Michl/„Der Fahrradspezialist“) nachgefragt.

Frau Michl, es heißt, die Händler, die E-Bikes anbieten, würden gerade regelrecht von Kunden überrannt. Spüren auch Sie diesen Trend?

Es ist zumindest absehbar, dass wir einen Umsatzzuwachs gegenüber 2019 verzeichnen werden. Vor allem aber haben sich die Umsätze nach hinten verschoben, weil wir als Folge von Corona ja eine Zeit lang nichts verkaufen konnten. Als wir wieder geöffnet hatten, war die Nachfrage nach E-Bikes in der Tat da. Zum Glück hatten wir frühzeitig Ware geordert, und wir haben jetzt schon wieder für 2021 bestellt. Es stimmt: Die Leute wollen einfach radfahren. Das merken wir übrigens auch an den Reparaturaufträgen. In diesem Bereich werden wir zumindest bis in den September hinein richtig gut zu tun haben. Das ist bereits absehbar.

Viele Leute, die wegen der Corona-Pandemie nicht verreisen konnten, hätten das eigentlich für ihre Urlaubsreise angesparte Geld in E-Bikes investiert, heißt es. Können Sie das bestätigen?

Ja, das hören wir durchaus immer wieder mal von Kunden. Und die E-Bikes werden nicht nur angeschafft, sondern auch tatsächlich viel genutzt. Kürzlich kam ein Kunde nur eine Woche nach dem Kauf zur ersten Inspektion, die kostenfrei ist, und hatte bereits gut 700 Kilometer auf dem Tacho.

Sind Fahrräder ohne Elektroantrieb inzwischen fast schon Ladenhüter?

Nein, keineswegs. Sie werden weiterhin gekauft. Aber die meisten Kunden entscheiden sich tatsächlich inzwischen für die elektrounterstützte Variante. Und auch das Leasen von E-Bikes nimmt merklich zu.

Mountain-, Trekking- oder City-Bikes? Worauf haben es die Kunden besonders abgesehen?

Das hängt von den persönlichen Vorlieben ab. Die komplette Palette findet großes Interesse. Auch Easy-Bikes, also Kompakt-E-Bikes, sind ausgesprochen beliebt.

Was können Kunden beim Kauf falsch machen?

Der erste und größte Fehler wäre es sicherlich, auf eine vernünftige Beratung zu verzichten. Ich kann nur für uns sprechen, aber wir erleben es nur selten bis gar nicht, dass die Leute ihr E-Bike zurückbringen, weil sie nicht damit klarkommen und es umtauschen wollen.

Die Investition ist ja nicht unerheblich. Wer glaubt, günstig zu kaufen, kauft am Ende womöglich teuer. Markenfahrräder halten für gewöhnlich länger. Das ist zumindest unsere Erfahrung. Wer gut 2000 Euro anzulegen bereit ist, bekommt schon etwas Ordentliches.

Sind E-Bikes mit Mittelmotor die geläufigsten?

Ja, aber das tut sich nicht viel. Wir verkaufen von den Bikes mit Front- oder Heckmotor jedenfalls nicht wirklich nennenswert weniger.

Radeln Sie selbst mit E-Motor-Unterstützung?

Ja, schon lange. Seitdem es E-Bikes gibt, kann man fast sagen. Mein Mann, mein Sohn und ich haben allerdings unterschiedliche Räder. Unsere Schwiegertochter fährt ebenfalls E-Bike, oft sogar mit Kinder-Anhänger.

Auf welche Weise finden die Leute reizvolle Routen zum Radeln?

Die meisten informieren sich im Internet. Die Radwanderkarten sind leider oft nicht auf dem neuesten Stand. So mancher hat inzwischen sogar ein Navi für sein E-Bike.

Apropos Zubehör: Was wird da nachgefragt?

Die Bandbreite reicht von einer Kette am Schloss als zusätzliche Sicherung gegen Diebstahl über Packtaschen und Fahrradkörbe bis hin zu Federsattelstützen und Klickfix-Lenkeradaptern. Durchaus gern genommen werden auch wasserdichte Handytaschen, die sich am Fahrrad befestigen lassen. Sie haben eine durchsichtige Folie. Das Display bleibt auf diese Weise während des Radelns sichtbar – und die Smartphone-Touchscreenfunktion natürlich gewahrt.

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