Besucher vergeben durchweg gute Noten für die Anlage am Tielingskamp / Lob für Sauberkeit und Weitläufigkeit

„Wenn Freibad, dann Harpstedt“

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Das Blockheizkraftwerk auf dem Freibadgelände am Tielingskamp (im Hintergrund) sorgt für Wohlfühltemperaturen in den Becken. Abwärme, die bei der Verstromung von Biogas aus Frieder Eiskamps Anlage anfällt, nutzt die Samtgemeinde Harpstedt für Heizzwecke.

Harpstedt - Von Anja Rottmann. So viel ist sicher: Eine Rekordsaison erlebt das Harpstedter Rosenfreibad in diesem Jahr nicht. Spät kam die warme Jahreszeit in die Puschen. Und dann mogelten sich zu oft und zu lange regnerisch-kühle Phasen zwischen Hitzeperioden. In Kürze will Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse eine erste Besucherbilanz vorlegen. Ihm schwant, dass die Zahlen keinen Anlass zu überschwänglicher Freude geben. Was bleibt, ist die Hoffnung auf einen etwas länger anhaltenden „Endspurt“ des Sommers, der noch einmal einen ordentlichen Schub bringen könnte.

Zumindest die Aussichten für das Wochenende mit angesagten Temperaturen von um die 25 Grad dürften viele Freibadfans mobilisieren; die kommende Woche verheißt indes passables Wetter, allerdings beileibe keine brütende Hitze.

Wenn die Sonne brennt, kommen die Leute nach wie vor scharenweise – das bewahrheitete sich einmal mehr am Donnerstag vergangener Woche, als die Besucherzahl mal wieder in den vierstelligen Bereich ging. An solchen Tagen nehmen auch Bremer, Vechtaer, Delmenhorster oder Einwohner aus dem Kreis Diep-holz in der Hoffnung auf unbeschwerte Stunden im kühlen Nass sowie auf der Liegewiese gern längere Autofahrten nach Harpstedt in Kauf.

Marion und Hans-Dieter Splettstöße aus Brinkum kommen mit ihrer 20er-Karte einige Zeit hin. Etwa zwölfmal pro Saison zieht es sie ins Rosenfreibad. „Das warme Wasser gefällt uns sehr gut. Es ist alles sehr entspannt – und das Publikum sehr angenehm“, schwärmen sie. „Die tolle Aussicht und vor allem die sanitären Anlagen“ sagen ihnen ebenfalls zu.

Gisela Blaha aus Findorf besitzt eine Zehnerkarte, die – wie auch jede 20er- und 30er-Karte – in Folgejahren „aufgebraucht“ werden kann. Ihren vierten diesjährigen Besuch im Rosenfreibad genießt sie zusammen mit ihren Enkelkindern Emma und Max. Der Nachwuchs weiß die Tischtennisplatte zu schätzen. Emma hat es aber besonders die breite gelbe Rutsche angetan. Auch outet sie sich als Leckermäulchen: „Es gibt hier tolles Es-

„Selbst in den

Ferien nie überfüllt“

sen. Besonders gern mag ich Cola- und Weltmeister-Slush-Eis“, erzählt die Neunjährige. Ihrer Oma fallen viele Pluspunkte ein, die sie gern nach Harpstedt kommen lassen – bis hin zu den sauberen sanitären Anlagen und den Schließfächern. Im Unterschied zu manch an-derem Bad der Umgebung müssen sich die Gäste am Tielingskamp nicht wie die redensartlichen Sardinen in der Dose fühlen. „Selbst in den Ferien ist es hier nie überfüllt. Auch am Nachmittag gibt es immer noch freie Plätze, und die Außenanlage ist sehr gepflegt“, lobt Gisela Blaha. Ihr Gesamturteil fasst sie in vier Worten zusammen, die sie sich glatt als prägnanten Werbeslogan schützen lassen könnte: „Wenn Freibad, dann Harpstedt.“ Maike Wetjen aus Syke freut sich darüber, dass ihr ihre Jugendgruppenleiterkarte freien Eintritt beschert. Sie mag besonders den Baumbestand, die Sauberkeit und die Weitläufigkeit. „Hier können Berufstätige selbst am Nachmittag noch Schattenplätze ergattern. Die Besucher sind auf der riesigen Anlage gut verteilt – und die Becken so großzügig geschnitten, dass ich trotz der Leute, die vom Turm springen, noch gut meine Bahnen ziehen kann“, weiß sie. Jonas (6) und Lukas (10) „fliegen“ derweil von den Sprungbrettern und jagen in hohem Tempo die Rutsche hinunter.

Familie Buresch aus Bas-sum kann dem Naturbad in ihrer Heimatstadt nicht sehr viel abgewinnen. Das Wasser sei einfach zu kalt. In Harpstedt sorgt hingegen die bei der Biogasverstromung anfallende Abwärme aus dem Blockheizkraftwerk auf dem Freibad-Areal für Wohlfühltemperaturen in den Becken. Das kommt der Familie aus Bassum sehr gelegen – wie auch die zahlreichen freibadnahen Stellplätze, die es den Gästen für gewöhnlich leicht machen, ihren fahrbaren Untersatz zu parken.

Finja (11) und Saskia (14) finden die Rutschen und Sprungtürme toll. „Hier sind vor allem wenige Stechfliegen. Wir waren auch schon in Twistringen; dort gab es leider sehr viele davon“, erzählt Sascha Buresch. In vergangenen Jahren haben Badegäste allerdings auch in Harpstedt zahllose Bremsen als echte Plagegeister erlebt.

Nach vierjähriger „Abstinenz“ veranlasst ein Treffen mit Freunden die Brinkumerin Annette Loeffler, dem Rosenfreibad mal wieder einen Besuch abzustatten – sehr zur Freude ihres Sohnemanns Raik. „Die silberne Rutsche ist richtig schnell; die gelbe bin ich auf dem Bauch runtergerutscht“, sprudelt es aus dem Jungen heraus. Der Vierjährige, der vor den Ferien sein Bronze-Abzeichen

„Das beste Bad

weit und breit“

gemacht hat, überwindet sich und stürzt sich vom Dreimeterbrett. Mächtig stolz auf sich selbst wiederholt er den Sprung und verkündet dann voller Vorfreude: „Jetzt kann ich auch mein Silber-Abzeichen machen! Das Springen klappt ja schon.“

Am Kiosk herrscht Hochbetrieb. Kevin Müscher, der den „Laden“ an diesem Tag von 9 bis 15 Uhr allein „schmeißen“ muss, kommt mitunter in Schweiß. „Die Renner sind den ganzen Tag über Pommes und Slush-Eis, aber Süßigkeiten und Eis am Stiel werden natürlich auch immer gern genommen“, verrät er. Mit der Anlage am Tielingskamp kann er sich voll identifizieren. Weit und breit sei das Bad in Harpstedt das beste – vom Aufbau und vom Platzangebot her.

Gegen Abend machen sich die Besucher auf den Heimweg. Die Samtgemeinde hofft, dass viele bis zum Ende des Saison noch oft wiederkommen.

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