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Besorgte Bürger entdecken vermeintlichen Eichenprozessionsspinner vor Kindergarten in Dünsen

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Von: Leif Rullhusen

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Raupengespinste an der Bushaltestelle neben dem Kindergarten Spielinsel in Dünsen.
Raupengespinste an der Bushaltestelle neben dem Kindergarten Spielinsel in Dünsen. © Maren Hustedt

Ausgerechnet vor dem Kindergarten in Dünsen machten sich verdächtig aussehende Raupen an Bäumen zu schaffen. Es waren aber keine gefährlichen Eichenprozessionsspinner, sondern wohl Goldafterraupen.

Dünsen – Der Eichenprozessionsspinner breitet sich seit einigen Jahren in Deutschland immer weiter aus. Besonders gefährlich ist die Raupe des Schmetterlings. Deren feine, durch die Luft fliegenden Haare, sind giftig. Sie können starken Ausschlag, Juckreiz, entzündliche Hautreaktionen, Augenreizungen, Fieber und Schwindel auslösen. Das Einatmen der Haare kann zu Bronchitis, schmerzhaftem Husten und Asthma führen.

Entsprechend groß war die Sorge in Dünsen, als Bürger am Sonntag ausgerechnet an der Bushaltestelle vor dem Kindergarten Spielinsel vermeintliche Exemplare entdeckt hatten. Sofort machte die Entdeckung die Runde in den sozialen Medien.

Ein Fehlalarm – zumindest bezüglich der Gattung. „Es waren Goldafterraupen“, erklärt Harpstedts Samtgemeindebürgermeister Yves Nagel auf Nachfrage. Die seien zwar ekelig, aber nicht gefährlich. Dünsens Bürgermeister Hartmut Post hatte am Montagmorgen sofort den Baubetriebshof informiert. Der rückte umgehend aus, um sich der Sache anzunehmen, noch bevor die ersten Mädchen und Jungen im Kindergarten eintrafen.

Die Entwarnung kam schnell. „Es ist eine ähnlich aussehende Raupenart, die den Eindruck suggerieren kann“, erläutert Nagel. Zudem kämen die Raupen der Eichenprozessionsspinner nur in Eichen vor. Diese Bäume gebe es aber vor dem Kindergarten nicht. Um sich abzusichern und die in Dünsen entdeckten Raupen im Zweifelsfall zu entfernen, werde die Samtgemeinde zusätzlich noch eine Fachfirma engagieren.

Harmlose Hautreizungen und allergische Reaktionen können auch die Brennhaare der Goldafterraupe verursachen. Im Gegensatz zum Eichenprozessionsspinner lösen sich ihre Härchen allerdings nicht und können dementsprechend auch nicht eingeatmet werden.

Es wäre nicht der erste Fall von Eichenprozessionsspinnerraupen in der Samtgemeinde gewesen. Im vergangenen Jahr wurden in Prinzhöfte Exemplare entdeckt. „In diesem Jahr hatten wir zum Glück noch keine Meldungen, aber die Saison beginnt gerade erst“, sagt der Verwaltungschef. Aufgrund der Verbreitung dieser Gattung rechnet er auch für Harpstedt in den kommenden Jahren mit vermehrten Fällen. Wenn jemand verdächtig aussehende Exemplare entdeckt, sei es wichtig, umgehend die Samtgemeindeverwaltung zu informieren, rät Nagel. In einem solchen Fall müsse schnell gehandelt werden, bevor die Raupen zu Schmetterlingen werden und sich weiter vermehren. Für die Bekämpfung sei allerdings der jeweilige Besitzer des Ortes verantwortlich, an dem die Insekten auftauchen. Im öffentlichen Raum sei das die Kommune, im Wald in vielen Fällen die Landesforsten und auf Privatgrundstücken deren Eigentümer.

Von Leif Rullhusen

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