Pastorin: Colnrade braucht schnell einen Gemeinderaum

Beim Thema Kirchenumbau drückt Anke Orths aufs Tempo

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Sie trat Mitte Oktober 2017 als Nachfolgerin von Dr. Marikje Smid die Pfarrstelle in der evangelischen Kirchengemeinde Heiligenloh-Colnrade an: Pastorin Anke Orths.

Colnrade/Heiligenloh - Von Jürgen Bohlken. Sie fühlt sich mittlerweile schon ein bisschen heimisch in ihrem neuen Umfeld: Pastorin Anke Orths. Die evangelische Gemeinde Heiligenloh-Colnrade, in der sie Mitte Oktober die zwei Monate zuvor vakant gewordene Pfarrstelle antrat, sei sehr offen, interessiert, vielfältig und mit ihren verschiedenen Musikgruppen außerordentlich musikalisch, urteilt die Geistliche.

Nach nur „ein wenig“ Umzugsstress bezog die 52-Jährige in der Woche vor Weihnachten das Pfarrhaus in Heiligenloh. Es gefiel ihr auf Anhieb. Sie mag nach eigenem Bekunden das Gebäude mit den „tollen Bäumen drumherum“ und gesteht: „Ich lebe gern in alten, großen Häusern.“

Mehrere Sitzungen mit den Kirchenvorstehern liegen bereits hinter ihr; drei Amtsinhaber, darunter „altgediente“, wollen nach ihrer Kenntnis aufhören. „Im Moment sind wir dabei, Kandidaten für die Kirchenvorstandswahl am 11. März zu suchen“, erläutert die Pastorin.

Toiletten ins Gotteshaus

Ihr liegt daran, dass Colnrade nach dem längst vollzogenen Verkauf des Gemeinde- und des Pfarrhauses bald wieder einen Gemeinderaum bekommt. Der soll in die Kirche St. Marien integriert werden – und eine mobile Glaswand dabei als Abgrenzung zum Kirchenraum dienen. Die Pläne liegen schon länger in der Schublade. Sie lassen sich aber nicht so umsetzen, wie’s angedacht war. Der ursprünglich außerhalb der Kirche vorgesehene Sanitärkomplex stieß auf Anlieger-Widerstand. Daher müssen nun nenen einer Küche auch Toiletten irgendwie im Gotteshaus einen Platz finden.

Eine Überplanung der Planung wird somit nötig. Eine Schwierigkeit sei noch der angestrebte barrierefreie Zugang, weiß Anke Orths. Sie hat sich vor diesem Hintergrund ein durchaus „sportliches“ Ziel gesetzt: Sie sähe es gern, wenn der Umbau bis zum Advent 2018 erledigt wäre. „Das sollte doch zu schaffen sein, sofern alle Player mitspielen“, hofft die Geistliche.

Pendeln „unzumutbar“ für Vorkonfirmanden

Im Moment müssten sechs Vorkonfirmanden aus dem Bereich der früheren Kirchengemeinde St. Marien Colnrade im 14-tägigen Turnus zum Konfirmandenunterricht nach Heiligenloh. Diese Wege seien auf Dauer „unzumutbar“, findet Anke Orths. Ein eigener Gemeinderaum für Colnrade fehle schon sehr – im Übrigen auch für die Gemeindenachmittage. Aktuell diene das Gasthaus Schliehe-Diecks als räumliche Ausweichlösung.

In die Finanzierung des Colnrader Kirchenumbaus flössen die Erlöse aus dem Verkauf von Gemeinde- und Pfarrhaus ein, verrät die Pastorin. Mit einem ähnlichen Bauvorhaben hat die 52-Jährige bereits zu tun gehabt – in Idensen in der Region Hannover. Dort war sie bis 2016 tätig gewesen, ehe sie als Seelsorgerin zum Kinderhospiz „Löwenherz“ in Syke wechselte. „In Idensen durften wir aus Gründen des Denkmalschutzes nicht an die Wände ran. Wir haben daher, ein bisschen salopp formuliert, einen ,Kasten’ in die Kirche gesetzt“, erinnert sich Orths.

„Playground“ als Versuchsballon

Über die Bereicherung des Gemeindelebens an ihrer neuen Wirkungsstätte hat sie sich ebenfalls schon Gedanken gemacht: Am Donnerstag, 11. Januar, 19.30 Uhr, lässt sie im Heiligenloher Dorfgemeinschaftshaus einen Versuchsballon steigen, den sie „Playground“ (Spielplatz) getauft hat: Menschen die gern aktiv musizieren oder auch Gesellschaftsspiele spielen, heißt sie dann zu einem offenen Treffen willkommen. Daraus könnte bei hinreichender Akzeptanz ein festes – wiederkehrendes – Angebot werden. 

Im Gemeindebrief outet sich die Pastorin als „Mensch ärgere dich nicht“-Fan mit gelegentlichem Hang dazu, ein bisschen auf der Gitarre zu „klimpert“ und dazu Liedchen zu singen. Womöglich, so vermutet sie, gebe es in der Kirchengemeinde ja weitere Menschen, die „gern ihr verstaubtes Instrument oder ihr lang nicht mehr gespieltes und verstaubtes, aber doch einst geliebtes Gesellschaftsspiel auspacken würden, um es wieder zu spielen – nicht allein, sondern mit anderen zusammen.“

Genau das möchte die Pastorin mit dem „Playground“ möglich machen.

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