SERIE „ALTE LIEBE“ (3): Bei Sonnenschein über die Landstraße

Stefan Wachholder genießt Ausflüge in seinem Käfer Cabrio

Stefan Wachholder steht beben seinem VW Käfer
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Wie aus dem Ei gepellt: Seit 25 Jahren besitzt der Harpstedter den Klassiker in perfektem Originalzustand. 

Harpstedt – So war das nicht geplant. Eigentlich ließ Stefan Wachholder das alte VW Käfer Cabrio für seinen Onkel in Frankfurt restaurieren. Der wollte das rote Schmuckstück seiner Frau zum 50. Geburtstag schenken.

Die Überraschung gelang – zumindest für eine gewisse Zeit. Bereits ein Jahr später beendete ein Motorbrand des Geburtstagsgeschenks die Freude wieder. „Das Unternehmen, das den Käfer anschließend abschleppte, erklärte ihn zum Totalschaden und bot noch 1000 Mark. Meine Tante wollte ihn nach dem Feuer nicht mehr haben“, erzählt der Harpstedter. „So bin ich wie die Jungfrau zum Kind zu meinem Cabrio gekommen.“

Kurzentschlossen hängte Wachholder einen Trailer an sein Auto und holte das Wrack zurück nach Harpstedt. „Der Schaden war gar nicht so schlimm, wie er auf den ersten Blick aussah. Zwei Kotflügel, die Haube, der Motor und das Verdeck mussten neu“, berichtet Wachholder. Danach war der Klassiker wieder fit.

Nur bei Sonnenschein und nicht schneller als 80 Stundenkilometer

Das ist nun 25 Jahre her. Seitdem genießt der Familienvater Ausfahrten mit dem mittlerweile 42 Jahre alten Schmuckstück in die Umgebung. Nur bei Sonnenschein und nicht schneller als 80 Stundenkilometer ist er dann unterwegs. „Bei Regen blutet mir das Herz. Und bei höheren Geschwindigkeiten wird der dritte Zylinder des Heckmotors bei offenem Verdeck nicht genügend gekühlt“, erzählt der Harpstedter. „Zusammengefaltet wirkt es dann wie ein Spoiler und leitet den Fahrtwind an den Kühlöffnungen der Motorhaube vorbei.“

Was bei höherem Tempo aufgrund dessen passiert, erfuhr er vor einigen Jahren auf dem Rückweg von einem Käfer-Treffen in Rastede, als der Kolben des betreffenden Zylinders plötzlich fest saß. Das war allerdings bisher der letzte größere Defekt mit dem Oldtimer. Rund 1 000 Kilometer legt Wachholder im Durchschnitt jährlich problemlos mit seinem Schmuckstück zurück. Häufig begleiten ihn dabei seine Frau Pia oder seine Kinder Fiona, Anouk und Joko. „Allerdings nicht alle auf einmal. Dafür ist das Auto zu klein“, sagt der Harpstedter schmunzelnd. „Das macht aber nichts. Mindestens einer von ihnen hat meistens sowieso keine Zeit.“

Ein schöner Käfer-Rücken. 

Den Oldtimer entdeckte Wachhholder 1994 in einer Harpstedter Autowerkstatt für seinen Onkel. „Der Käfer war dort mit einem Motorschaden liegen geblieben. Auch sonst war an ihm einiges zu machen“, erinnert sich der 55-Jährige. Als Inhaber eines Geschäftes für Autoteile hatte Wachholder die nötigen Kontakte, um das Cabrio fachgerecht restaurieren zu lassen. In einem Fotoalbum hat er jeden dieser Schritte sorgfältig dokumentiert. „Der Wagen wurde komplett zerlegt, sandgestrahlt, bekam einen neuen Motor und neue Türen“, erzählt Wachholder.

„Wie ein Brett auf der Straße“

Begeistert ist er nach wie vor vom Fahrwerk seines Klassikers. „Wie ein Brett liegt er auf der Straße“, schwärmt der 55-Jährige. „Moderne Autos sind manchmal schwammiger.“ Die Arbeit am Lenkrad erfordert allerdings noch viel Muskelkraft: weder Bremskraftverstärker noch Servolenkung unterstützen ihn. Unter den ohnehin rar gewordenen Käfer Cabrios auf deutschen Straßen ist der „1303“ aus dem Jahr 1979 von Wachholder ein besonderes seltener. „Er ist einer der letzten, die bei Karmann in Osnabrück gefertigt wurden“, berichtet der stolze Besitzer. „Nach ihm folgten vielleicht noch zwischen 30 und 40 Exemplare.“ Hinzu kommt, dass sich das Cabrio von Wachholder im Originalzustand befindet.

Die Restaurierung seines Cabrios hat Wachholder mit Fotos dokumentiert. 

„Alte Liebe“ gesucht

Wer in der Samtgemeinde Harpstedt lebt und seine „Alte Liebe“ in der Kreiszeitung vorstellen möchte, kann sich per Telefon (04431/9891153) oder per E-Mail (redaktion.wildeshausen@kreiszeitung.de) an die Redaktion wenden.

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